Wirtschaft
«Basler» Bier aus Appenzell
Von Michael Heim. Aktualisiert am 07.05.2009 2 Kommentare
Im März wurde die Firma eingetragen, diese Woche tritt sie erstmals auf. Die Em Basler sy Bier GmbH will ein «Basler Bier» vertreiben und versteht sich als Alternative zu den Brauereien Unser Bier und Fischerstube. Doch halt. Wo ist die Brauerei? Anders als die beiden Lokalmatadoren will Geschäftsführer Dani G. Graber keine Produktion aufbauen. Das sei nicht nötig, erklärt er, denn er hat einen Kniff: Das Baslerische an seinem Bier soll nicht die Brauerei sein, er setzt auf die Zutaten. Graber will die Gerste und den Hopfen in der Region anbauen. Allerdings musste der erste Brauvorgang noch mit herkömmlichen Zutaten auskommen. Denn noch reichten die lokalen Zutaten nicht aus, erklärt Graber im Gespräch mit der BaZ. Erschwerend kommt hinzu, dass er nicht der Einzige ist, der sich um Basler Gerste bemüht. Auch Unser Bier ist auf Einkaufstour, wie Verwaltungsrat Istvan Akos sagt. Er sei im Gespräch mit einem Riehener Bauern.
Wasser aus der Sitter
Graber erklärt auch das Wasser für sein neues Bier als baslerisch, stamme es doch aus einer Rheinquelle. Doch dabei trickst er gewaltig: Denn das Wasser stammt aus dem Appenzeller Fluss Sitter, den Graber pragmatisch zum Rheinbestandteil uminterpretiert (die Sitter fliesst via Thur im Thurgau in den Rhein). Dass ausgerechnet das Sitter-Wasser verbaslert wird, hat einen Grund: In Appenzell steht die Brauerei Locher («Appenzeller Bier») und diese stellt das neue «Basler» Bier im Auftragsverhältnis her.
Zu Locher fand Graber über seine Tätigkeit für den Verein «Chill am Rhy», der im Sommer eine Open-Air-Bar unter der Basler Pfalz betreibt. Man habe seit Längerem beabsichtigt, ein eigenes Bier brauen zu lassen, sagt Graber. Nachdem Gespräche mit Basler Brauereien gescheitert seien, habe man sich mit den Appenzellern zusammengetan, die bereits Bier für «Chill am Rhy» geliefert hatten. Dem Verein gehört auch die Em Basler sy Bier GmbH.
Bier von auswärts
Auch die anderen Basler Brauereien produzieren nicht alles Bier auf Stadtboden. Während die «Fischerstube» deklariert, dass das in Flaschen abgefüllte Ueli-Bier von Lasser in Lörrach gebraut wird, verzichtet Unser Bier auf eine Deklaration darüber, dass die Hälfte des Biers auswärts hergestellt wird. Auch auf der Etikette des baslerischen Appenzeller Biers fehlt eine solche Offenlegung.
Den offiziellen Start feiert «Em Basler sy Bier» am kommenden Samstagabend auf der Münsterfähre. Im Fahrpreis ist dann für einmal auch ein Glas Bier inbegriffen. (Basler Zeitung)
Erstellt: 07.05.2009, 13:19 Uhr
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Stefan Manser
So genial, ich komme in eine Weltstadt und kann ein geniales Bier trinken! Liebe Basler, wir haben euer Rathaus in Appenzell und ihr habt unser Bier! Das ist eben die Schweiz. Herzliche Grüsse aus Appenzell Stefan Manser Antworten