Wirtschaft

Blocher übernimmt Mandat bei der Basler Zeitung

Aktualisiert am 15.11.2010 472 Kommentare

Christoph Blocher soll den künftigen Kurs der Mediengruppe der Basler Zeitung (BaZ) bestimmen. Die Verpflichtung des SVP-Exponenten entspricht der gegenwärtigen Ausrichtung des Konzerns.

Möchte im Jahr 2011 mit der «BaZ» 10 Prozent Gewinn machen: Christoph Blocher.

Möchte im Jahr 2011 mit der «BaZ» 10 Prozent Gewinn machen: Christoph Blocher.
Bild: Keystone

Medienmitteilung der Basler Zeitung

Dr. Tito Tettamanti und Martin Wagner haben der von Dr. Christoph Blocher beherrschten Firma Robinvest AG vor kurzem ein Beratungsmandat erteilt. Gegenstand der Beratung ist die organisatorische und strategische Ausrichtung des Unternehmens Basler Zeitung Medien (BZM) und dessen Rentabilität, insbesondere betrifft es den Druckbereich, dessen Profitabilität ungenügend ist. Die beiden Hauptaktionäre haben beschlossen, den Rat von Personen mit ausreichender Industrieerfahrung einzuholen. Vor diesem Hintergrund hat Dr. Tito Tettamanti die Robinvest als Beraterin empfohlen.
Dr. Tettamani hat mit Christoph Blocher ausgezeichnete Erfahrungen bei industriellen Investments gemacht. Die beiden Hauptaktionäre legen Wert auf die Feststellung, dass sich die BZM in einer Turnaround-Phase befindet und es völlig üblich ist, dass externe Beratungsleistungen im Zusammenhang mit der strategischen und operationellen  Führung des Industrieportfolios bezogen werden. Von einer Involvierung von Blocher in die Basler Zeitung kann keine Rede sein.

Artikel zum Thema

Wie die «NZZ am Sonntag» schreibt, haben sich die beiden Besitzer der Basler Zeitung (BaZ), Tito Tettamanti und Martin Wagner, mit Christoph Blocher auf eine Zusammenarbeit auf Mandatsbasis geeinigt. Die Firma Robinvest habe einen Beratungsvertrag unterzeichnet.

Verwaltungsratspräsident der Robinvest ist Christoph Blocher. Seine Tochter Rahel Blocher ist das einzige Verwaltungsratsmitglied nebst dem SVP-Chefstrategen. Für das Jahr 2011 strebt die Mediengruppe der BaZ einen Gewinn von zehn Prozent an. Dem gegenüber steht ein operativer Verlust der Zeitung von 12 Millionen Franken im Geschäftsjahr 2008/2009.

Ausarbeitung einer neuen Strategie

Blocher soll das Traditionsblatt nun wieder in die schwarzen Zahlen führen. Gemäss «NZZ am Sonntag» soll er im Rahmen eines umfassenden Beratungsmandats bis Ende Jahr eine neue Strategie ausarbeiten. Diese könnte bereits ab nächstem Jahr in Kraft treten, falls sie von den Besitzern gutgeheissen wird. Zunächst lädt Blocher aber zu einem zweitägigen Strategieseminar, bei dem die Geschäftsleitung ihre Ideen vortragen sollen, wie die Basler Mediengruppe die Renditevorgaben erfüllen können.

Der Macht des Verwaltungsratspräsidenten Martin Wagner dürfte nach dem Einstieg von Christoph Blocher im Basler Medienkonzern sinken, wie die NZZ am Sonntag schreibt. Wagner ist der einzige in der Führung des Unternehmens, der noch aus der Region stammt. Wagner versichert: «Wir werden uns in der Berichterstattung klar auf den Lebens- und Wirtschaftsraum Basel konzentrieren. Hier ist unser Stammgebiet.» Die Basler Zeitung Medien (BZM) selber betont in einer Medienmitteilung von Sonntag (siehe Box), dass von einer Involvierung von Blocher in die Basler Zeitung keine Rede sein könne.

Holding neu in Zug

Die Holdinggesellschaft der Mediengruppe verfolgt allerdings eine gegenteilige Entwicklung. Ende September ist diese nach Zug verlegt worden. Domestiziert ist sie in der Kanzlei des Rechtsanwalts und SVP-Mitglieds Ernst Brandenberg, der auch im Verwaltungsrat der rechtskonservativen Zeitung «Schweizerzeit» sitzt.

Das neue Mandat von Blocher scheint nicht zufällig: Chefredaktor der «BAZ» ist seit letztem August der stellvertretende Weltwoche-Chefredaktor Markus Somm. Zwischen Somm und Blocher bestehe, so schreibt die «NZZ am Sonntag», seit längerer Zeit «eine enge Beziehung». (mrs)

Erstellt: 14.11.2010, 17:21 Uhr

472

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

Werbung

472 Kommentare

Werner Recher

14.11.2010, 09:26 Uhr
Melden 1 Empfehlung 0

Sehr gut, ich freue mich! Antworten


Maurice Meier

14.11.2010, 10:14 Uhr
Melden 1 Empfehlung 0

Endlich, sofort abo machen!!! die linken werden bald verbannt, somit kann man dieses blatt wieder lesen in zukunft Antworten