Blocher übernimmt Beratungsmandat bei der «Basler Zeitung»

Christoph Blocher soll den künftigen Kurs der Mediengruppe der «Basler Zeitung» mitbestimmen. Die Verpflichtung des SVP-Exponenten entspricht der gegenwärtigen Ausrichtung des Konzerns.

Möchte mit der «BAZ» im Jahr 2011 10 Prozent Gewinn machen: Christoph Blocher.

Möchte mit der «BAZ» im Jahr 2011 10 Prozent Gewinn machen: Christoph Blocher. Bild: Keystone

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Wie die «NZZ am Sonntag» schreibt, haben sich die beiden Besitzer der «Basler Zeitung» (BAZ), Tito Tettamanti und Martin Wagner, mit Christoph Blocher geeinigt, dass dieser ein Beratungsmandat übernimmt. Die Firma Robinvest habe einen entsprechenden Beratungsvertrag unterzeichnet.

Verwaltungsratspräsident der Robinvest ist Christoph Blocher. Seine Tochter Rahel Blocher ist das einzige Verwaltungsratsmitglied nebst dem SVP-Chefstrategen. Für das Jahr 2011 strebt die Mediengruppe der BAZ einen Gewinn von zehn Prozent an. Dem gegenüber steht ein operativer Verlust der Zeitung von 12 Millionen Franken im Geschäftsjahr 2008/2009.

Ausarbeitung einer neuen Strategie

Mit der Hilfe von Blocher soll das Traditionsblatt nun wieder in die schwarzen Zahlen geführt werden. Gemäss «NZZ am Sonntag» soll er im Rahmen eines umfassenden Beratungsmandats bis ende Jahr eine neue Strategie ausarbeiten. Diese könnte bereits ab nächstem Jahr in Kraft treten, falls sie von den Besitzern gutgeheissen wird. Zunächst lädt Blocher aber zu einem zweitägigen Strategieseminar, bei dem die Geschäftsleitung ihre Ideen vortragen sollen, wie die Basler Mediengruppe die Renditevorgaben erfüllen können.

Verwaltungsratspräsidenten Martin Wagner ist zurzeit der einzige in der Führung des Unternehmens, der noch aus der Region stammt. Wagner versichert: «Wir werden uns in der Berichterstattung klar auf den Lebens- und Wirtschaftsraum Basel konzentrieren. Hier ist unser Stammgebiet.»

Holding neu in Zug

Die Holdinggesellschaft der Mediengruppe hat vor kurzem den Wegzug aus Basel beschlossen. Ende September ist die Holding nach Zug verlegt worden. Domestiziert ist sie in der Kanzlei des Rechtsanwalts und SVP-Mitglieds Ernst Brandenberg, der auch im Verwaltungsrat der rechtskonservativen Zeitung «Schweizerzeit» sitzt.

Das neue Mandat von Blocher scheint nicht zufällig: Chefredaktor der «BAZ» ist seit letztem August der stellvertretende Weltwoche-Chefredaktor Markus Somm. Zwischen Somm und Blocher bestehe, so schreibt die «NZZ am Sonntag», seit längerer Zeit «eine enge Beziehung». (mrs)

(Erstellt: 14.11.2010, 08:15 Uhr)

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