Wirtschaft
Continental sucht schon wieder neuen Chef
Der als Technikfreak geltende Manager Karl-Thomas Neumann hatte Anfang September die Nachfolge Manfred Wennemers angetreten, der nach erfolglosem Abwehrkampf gegen die Schaeffler-Gruppe zurückgetreten war. Nun betreibt Grossaktionär Schaeffler auch Neumanns Ablösung. Das Verhältnis zwischen dem Familienunternehmen und Neumann ist völlig zerrüttet und der Topmanager macht aus seiner Enttäuschung keinen Hehl.
Zwar konnte der 48-Jährige bei der dramatischen Aufsichtsratssitzung Donnerstagabend eine Kapitalerhöhung von 1,5 Milliarden Euro bei Conti durchsetzen. Auf dem Weg zu dieser Entscheidung habe es aber «ungewöhnliche und sehr enttäuschende Entwicklungen» gegeben, sagte Neumann. Diese Entwicklungen machten es ihm «sehr schwer auf Dauer vertrauensvoll mit unserem Grossaktionär zusammenzuarbeiten».
Seit vier Jahren im Conti-Vorstand
Neumann sitzt seit Oktober 2005 im Vorstand von Continental. Der gebürtige Niedersachse studierte Elektrotechnik in Dortmund und promovierte in dem Fach an der Universität Duisburg. Anschliessend arbeitete er im Duisburger Fraunhofer Institut für integrierte Schaltungen und Systeme. Vom Ruhrgebiet aus ging es zum US-Kommunikationskonzern Motorola, wechselte später zu Volkswagen und 2004 schliesslich zu Conti.
Der 47-jährige Marathonläufer gilt als Technikfreak und guter Manager zugleich. Bei VW verantwortete er zuletzt den Bereich Elektronikforschung und die konzernweite Elektronikstrategie. Neumann wird ein gutes Gespür für technische Trendthemen wie beispielsweise den Elektroantrieb nachgesagt.
Seit Dezember 2007 war er im Vorstand zusätzlich für die Conti-Abteilungen Chassis & Safety sowie Powertrain (Antriebstechnik) zuständig. Letzterem kam nach der Einigung im Übernahmepoker zwischen Conti und Schaeffler eine grosse Bedeutung zu. Beide Unternehmen wollten gerade in diesem Bereich Kooperationsmöglichkeiten prüfen. (vin/ap)
Erstellt: 31.07.2009, 11:00 Uhr
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