Wirtschaft

Credit Suisse holt in den USA reiche UBS-Kunden ab

Von Walter Niederberger. Aktualisiert am 10.02.2010 3 Kommentare

Credit Suisse profitiert von den Problemen der Konkurrenz und baut die Vermögensverwaltung in den USA stark aus.

Pompös: CS-Sitz in New York.

Pompös: CS-Sitz in New York.
Bild: Keystone

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Zwar spielt Credit Suisse (CSGN 19.09 -1.39%) bei den superreichen Amerikanern noch die zweite Geige; aber sie leistet sich weniger Misstöne und bekommt mehr Beifall als die Konkurrenz. Die Bank hat sich an die Spitze gesetzt, wenn der Zufluss von Neugeldern, die Margen und die Güte des Markennamens beurteilt werden. Direkt profitiert hat CS von den Problemen der UBS, (UBSN 11.15 -0.89%) die ihren Vermögensabfluss bisher nicht stoppen konnte.

In der vom «Euromoney Magazine» erstellten Rangliste der erfolgreichsten Vermögensverwalter übernimmt Credit Suisse zum ersten Mal die Führung und verdrängt die UBS, die seit 2004 zuoberst platziert war, auf Platz vier. Die Bank habe den strategischen Entscheid gefällt, sich auf die reichsten Kunden zu konzentrieren und für diese Kundschaft die Vermögensverwaltung und das Investmentbanking zu verbinden. «Die Zeit für die Vermögensverwaltung als ein Kerngeschäft des globalen Banking ist gekommen – und dafür hat zurzeit niemand ein erfolgreicheres Rezept als Credit Suisse», begründet das Fachmagazin.

Broker-System ist Auslaufmodell

Trotz des Steuerstreits der UBS hat das Image der Schweizer Geldmanager in den USA nicht gelitten. Das Land gilt nach wie vor als zuverlässig, berechenbar und stabil; Vorzüge, die auch mit dem sich auflösenden Bankgeheimnis nicht verschwinden. Bei Credit Suisse wird darauf verwiesen, dass die Bank in den USA kein Offshore-Geschäft betrieb, weshalb reiche und superreiche Kunden der UBS leichter überzeugt werden könnten zu wechseln. Der Entscheid, sich ausschliesslich auf Kunden mit einem Vermögen von mindestens 10 Millionen Dollar zu konzentrieren, wird seit 2006 systematisch umgesetzt. Seither wurden in den USA gut 400 Kundenbetreuer angeworben, vor allem von der UBS und von Citigroup.

Bis Ende 2012 sollen 300 Betreuer dazukommen, sagte Anthony DeChellis, Chef des US Private Banking. Absicht ist, schneller zu wachsen und höhere Margen als die Konkurrenten zu erzielen und sich auf die Superreichen zu beschränken. Dazu zählt die Bank vor allem Kunden des Investmentbanking, also Topmanager von US-Firmen, und Unternehmer. Die CS versteht sich somit als Spezialistin für Kunden, die neben der Anlageberatung auch Dienstleistungen im Bereich von Familien- und wohltätigen Stiftungen, Versicherungen, Einkommenssteuern und Bonuszahlungen brauchen. Aus dieser Optik ist das klassische angelsächsische Broker-System, das auf ein Massenpublikum zielt und bis zu 18'000 Berater (Morgan Stanley) braucht, gemäss DeChellis ein Auslaufmodell.

Geringe Schwankungen

In der Finanzkrise erlebte Credit Suisse nur geringe Schwankungen. So verwaltete sie im ersten Halbjahr 2009 63 Milliarden Franken, 14 Prozent mehr als auf dem Höhepunkt der Krise und nur 4 Milliarden weniger als im Boom von Ende 2007. DeChellis erwartet, dass bis Ende 2012 weitere 25 bis 30 Milliarden Dollar an Neugeldern zufliessen. Ähnliche Wachstumsziele setzt die CS für Brasilien und Mexiko; zudem ist geplant, sich in Kanada festzusetzen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.02.2010, 06:52 Uhr

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3 Kommentare

hannes binder

10.02.2010, 09:32 Uhr
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Mehr, mehr und noch viel mehr! Antworten


Walter Wicker

10.02.2010, 09:42 Uhr
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Die Gier ist ein schlechter Berater. Unsere Banken werden es nie lernen. Die CS kann zur Zeit profitieren wird jedoch in einigen Jahren vom Schicksal der UBS eingeholt und wir sind dann am gleichen Punkt wie jetzt nur mit anderen Haupdarsteller. Antworten



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