Wirtschaft
Das Ausland besteht auf Islands Schulden
Island hat es bei Gesprächen in London nicht geschafft, ein neues Schuldenabkommen mit Grossbritannien und den Niederlanden zu erzielen. Die Verhandlungen seien am Donnerstag gescheitert, weil es weiterhin erhebliche Meinungsunterschiede gebe, teilte der isländische Finanzminister Steingrimur Sigfússon mit. Das britische Finanzministerium äusserte sich enttäuscht.
Island schuldet Grossbritannien und den Niederlanden 5,7 Milliarden Dollar. Dabei handelt es sich um Anlagen von Bürgern beider Länder bei der Onlinebank Icesave, die im Oktober 2008 auf dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise zusammen mit ihrer Muttergesellschaft Landsbanki zusammengebrochen ist.
Referendum durchgesetzt
Damit wird das Referendum über das umstrittene Gesetz zur Entschädigung Grossbritanniens und der Niederlande wie geplant am 6. März stattfinden. Meinungsumfragen zufolge wird die Mehrheit der Bürger gegen das Gesetz stimmen.
Das isländische Parlament hatte Ende Dezember mit knapper Mehrheit dieses Gesetz angenommen, das bis 2014 eine schrittweise Rückzahlung von insgesamt 3,8 Milliarden Euro vorsieht. Grossbritannien und die Niederlande hatten in dieser Höhe rund 320'000 ihrer Bürger entschädigt, die 2008 im Zuge der Finanzkrise ihre Spareinlagen bei der Icesave-Bank verloren hatten.
Wegen des Widerstands in der Bevölkerung verhinderte Präsident Ólafur Ragnar Grímsson allerdings das Inkrafttreten des Gesetzes in Island und setzte ein Referendum an. (oku/sda)
Erstellt: 26.02.2010, 11:44 Uhr
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