Wirtschaft

Das Ende einer 220-jährigen Bank-Tradition

Aktualisiert am 28.10.2009 1 Kommentar

Die Deutsche Bank übernimmt für eine Milliarde Euro die angeschlagene Privatbank Sal. Oppenheim. Der Branchenprimus kauft 100 Prozent der 220 Jahre alten Traditionsbank.

Der Branchenprimus wird noch grösser: Die Deutsche Bank schluckt Sal. Oppenheim.

Der Branchenprimus wird noch grösser: Die Deutsche Bank schluckt Sal. Oppenheim.
Bild: Keystone

Mit der Übernahme des renommierten Privatbankhauses baue die Deutsche Bank ihr Vermögensverwaltungsgeschäft in Europa deutlich aus und stärke damit seine stabilen Geschäftsfelder, erklärte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Das Geschäft soll voraussichtlich im ersten Quartal 2010 abgeschlossen werden.

Eine entsprechende Rahmenvereinbarung beider Häuser sieht vor, dass die Alt-Gesellschafter von Sal. Oppenheim sich langfristig wieder mit 20 Prozent am Kern des Instituts - dem Geschäft mit reichen Privatkunden - beteiligen können. Damit müssen die rund 40 Familiengesellschafter nach hohen Verlusten im Handelsgeschäft die Unabhängigkeit der Bank opfern.

Nummer eins in der Euro-Zone

Der Kaufpreis kann auch in Aktien der Deutschen Bank bezahlt werden. Die Deutsche Bank interessiert sich nur für das Geschäft mit reichen Privatkunden, wo Sal. Oppenheim rund 130 Milliarden Euro verwaltet.

Hier will das Frankfurter Institut mit zusammen 300 Milliarden Euro an verwalteten Geldern zur Nummer eins in der Euro-Zone aufsteigen. Das krisengeschüttelte Investmentbanking von Sal. Oppenheim wird getrennt verkauft.

Sal. Oppenheim mit Hauptsitz in Luxemburg ist durch die Finanzkrise angeschlagen, auch die Pleite des Handelskonzerns Arcandor machte dem Bankhaus zu schaffen. Spekulationen über Einstiegspläne der Deutschen Bank kursierten seit Monaten. (bru/sda)

Erstellt: 28.10.2009, 17:54 Uhr

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1 Kommentar

Thomas Graf

28.10.2009, 22:37 Uhr
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Vom potentiellen Übernahmekanidat mausert sich die DB zunehmend zum Kriesengewinnler! Zuerst die POBA nun SAL.-OPPENHEIM! Allerdings ist sie seit der Übernahme der DRESBA durch die COMB auch in Zugzwang geraten. Um sich international behaupten zu können ist das Ausdünnen der Bankenlandschaft, für den Finanzplatz Frankfurt überaus wichtig. Darüber hinaus verwaltet S.O. sehr viel D Kapital. Antworten



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