Der Spitzenverdiener und die teuren Altlasten

Aktualisiert am 15.03.2010

Bei der UBS liegt der höchste Bonus für 2009 bei 12,5 Millionen Franken. Teuer zu stehen kommen der Grossbank die Abgänge von Rohner & Co.

Am meisten verdient wird in den USA: Carsten Kengeter, Co-Leiter der UBS-Investmentbank bezog 13,2 Millionen Franken. Darben musste aber auch der abgetretene Marcel Rohner nicht.

Am meisten verdient wird in den USA: Carsten Kengeter, Co-Leiter der UBS-Investmentbank bezog 13,2 Millionen Franken. Darben musste aber auch der abgetretene Marcel Rohner nicht.
Bild: Keystone

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Carsten Kengeter

Carsten Kengeter stiess im September 2008 zu UBS und wurde im Dezember 2008 Mitglied des ehemaligen Group Managing Board und Global Co-Head of Fixed Income, Currencies and Commodities (FICC). Am 27. April 2009 wurde er gemeinsam mit Alex Wilmot-Sitwell als Co-CEO der Investment Bank in die Konzernleitung berufen und behielt seine Führungsrolle bei FICC bis Anfang 2010. Carsten Kengeter war zuvor als Partner und Co-Head der Securities Division Asien ex Japan von Goldman Sachs tätig.

Carsten Kengeter leitet in der Doppelspitze die Investmentbank der UBS. (UBSN 11.15 -0.89%) Und in dieser Funktion hat er für 2009 eine Gesamtvergütung von 13,19 Millionen Franken bezogen. Das höchste Salär bei der Grossbank für 2009. Das zeigen die Zahlen aus dem neusten Geschäftsbericht, die seit heute Morgen publik sind.

Konzernchef Oswald Grübel ist somit nicht der Topverdiener der UBS. Es ist bekannt, dass Grübel 3 Millionen Franken Fixgehalt erhält. Allein für die amtierende Geschäftsleitung wendet die Grossbank laut Geschäftsbericht 68,7 Millionen Franken aus. Grübel verzichtet auf eine variable Leistungsvergütung. Die anderen Konzernleitungsmitglieder und weitere führende UBS-Mitarbeiter erhalten laut Geschäftsbericht einen Bonus und variable Aktienvergütungen.

Guter Start ins neue Jahr

Die UBS hat im Geschäftsjahr 2009 einen Verlust von 2,74 Milliarden Franken erlitten. «Wir erwarten, dass 2010 die Fortschritte, die wir bei der Verbesserung der operativen Effizienz, der Risikominderung sowie im Neuaufbau und in der Neuausrichtung unserer Geschäfte gemacht haben, vollumfänglich zum Tragen kommen», schreiben Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger und Konzernchef Oswald Grübel in dem am Montag veröffentlichten Geschäftsbericht 2009. Sie geben sich auch zuversichtlich, dass die Massnahmen gegen die Vermögensabflüsse erfolgreich sein werden. Allerdings müsse für die unmittelbare Zukunft weiter mit einer negativen Neugeldentwicklung gerechnet werden, verbunden mit einem gewissen Margendruck. «Unser Konzernergebnis hängt stark von der Verfassung der Märkte ab, und die Mehrheit unserer Geschäftseinheiten hat im Januar und Februar 2010 vom günstigeren Marktumfeld profitiert», heisst es im Ausblick weiter. Ausdrücklich bekräftigt wird das da und dort kritisierte mittelfristige Ziel, den Jahresgewinn vor Steuern auf 15 Milliarden Franken zu erhöhen.

Die Gesamtvergütung für Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger, welcher an der Generalversammlung 2009 Mitte April gewählt wurde, betrug laut Geschäftsbericht 676'571 Franken. Obwohl das Vergütungssystem vorsieht, dass der Verwaltungsratspräsident zusätzlich zu seinem Basissalär eine im voraus festgelegte Anzahl UBS-Aktien erhält, verzichtete Kaspar Villiger auf die Aktienzuteilung und reduzierte freiwillig sein Basissalär von 2 Millionen Franken auf 850'000 (auf das ganze Jahr hochgerechnet) Franken.

Da der Verwaltungsratspräsident sein Salär freiwillig reduzierte, ist David Sidwell, Vorsitzender des Risk Committee, mit einer Gesamtvergütung von 725'000 Franken (Basissalär von 325'000 Franken plus Vergütung von 400'000 Franken für den Vorsitz) das höchstbezahlte Verwaltungsratsmitglied.

Kurer und Rohner kassieren

Teuer kam die UBS der Abgang beziehungsweise die faktische Entlassung mehrerer Topmanager im vergangenen Jahr zu stehen. Rund 39 Millionen Franken zahlte sie - meist auf Grund vertraglicher Verpflichtungen - an abgetretene Manager. Wie die UBS präzisierte, handelt es sich hierbei um ausländische Mitglieder des Managements.

Der am 26. Februar 2009 ausgeschiedene CEO Rohner erhielt für die zwölfmonatige Kündigungsfrist ein Jahressalär von 1,5 Millionen Franken und keine Boni, aber einen einmaligen Beitrag von 1,2 Millionen Franken in die Pensionskasse. Der Ende April abgetretene Verwaltungsratspräsident Peter Kurer kassierte 2009 noch 0,8 Millionen Franken Salär sowie eine Pauschale von einer Million Franken für Beratungsdienstleistungen. Zudem zahlte ihm die UBS einen einmaligen Beitrag von 3,3 Millionen Franken in die Pensionskasse.

Sämtliche Ende 2009 amtierenden Verwaltungsräte bekommen weder Bonus noch eine variable Aktienvergütung, wie der Bericht weiter zeigt. Sie bekommen aber als Vergütungsbestandteil eine fixe Zahl UBS-Aktien.

3 Milliarden für Boni gebucht

Die UBS hat für 2009 3 Milliarden Franken Boni für ihre rund 65'000 Mitarbeiter gebucht, wie Finanzchef John Cryan beim Jahresabschluss Anfang Februar bekannt gegeben hatte. wie viel davon die Mitarbeiter für 2009 bekommen, sagte die UBS nicht: In Teil der Boni-Milliarden sei für längerfristige Zuteilungen vorgesehen, hiess es. (cpm)

Erstellt: 15.03.2010, 11:04 Uhr

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