Wirtschaft
«Das ist womöglich selbstmörderisch»
Von Martin Kilian, Washington. Aktualisiert am 07.08.2009 12 Kommentare
«Wir haben vor, für alle unsere Nachrichtenwebseiten Geld zu verlangen»: Medienmogul Rupert Murdoch.
Medienmogul Rupert Murdoch kündigte diese Woche an, den Online-Zugriff auf Zeitungen und TV-Sendern kostenpflichtig zu machen. «Wir haben vor, für alle unsere Nachrichtenwebseiten Geld zu verlangen», sagte Murdoch, der Vorstandsvorsitzende von Newscorp. Wenn sein Unternehmen damit Erfolg habe, würden andere Medien nachziehen, sagte Murdoch weiter.
In einer Rede in London hatte zuvor der Chefredaktor der Financial Times, Lionel Barber, ebenfalls die Meinung vertreten, der kostenlose Zugang zu Webseiten werde verschwinden. «Ich prophezeie, dass innerhalb der nächsten zwölf Monate fast alle Nachrichtenorganisationen Gebühren für Content erheben werden», sagte Barber. Es gehe derzeit nur noch um die Entscheidung, ob der Zugang zu den Online-Portalen gebührenpflichtig werde oder ob Artikel einzeln bezahlt werden sollen. Barber verwies auf das teilweise bereits kostenpflichtige Portal der Financial Times, das der Zeitung «wachsende Umsätze» bringe.
«Womöglich selbstmörderisch»
Der amerikanische Internet-Experte Jeff Jarvis warnte hingegen vor einem derartigen Schritt: Gebühren für Internet-Content zu erheben sei «nicht nur vergeblich, sondern womöglich selbstmörderisch». Dennoch erwägt auch die New York Times die Einführung von Gebühren für ihre Webseite.
Janet Robinson, die Vorstandsvorsitzende der New York Times Company, deutete bei einem Telefonat mit Analysten im Juli an, dass bereits in diesem Herbst eine Umstellung erfolgen könnte. Die Zeitung sei zur Zeit mit «qualitativer und quantitativer Forschung» beschäftigt, um herauszufinden, wie viel die Leser zu zahlen bereit wären. Erwogen wird dem Vernehmen nach unter anderen eine monatliche Grundgebühr von fünf Dollar für den Online-Zugang.
Mehrere Varianten von Abo-Modellen
Bereits im Mai hatten amerikanisch Zeitungsverleger bei einem diskreten Treffen in Chicago über die Einfühung von Pay-Modellen für ihre Webseiten beraten. Im Juli hatte sodann Robert Iger, CEO des weltgrössten Medienkonzerns Disney, auf einer Konferenz im kalifornischen Pasadena die Meinung vertreten, Verbraucher seien durchaus willens, für Qualität im Internet zu bezahlen. Disney arbeitet derzeit an mehreren Varianten von Abo-Modellen für die Webseiten des Unternehmens, zu dem auch der amerikanische TV-Sender ABC gehört. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 07.08.2009, 11:32 Uhr
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12 Kommentare
Ich besitze kein Zeitungsabo, wozu auch, Newsnetz deckt meinen Bedarf voll und ganz, für mehr fehlt die Zeit. Ich wäre aber bereit, hier einen Account zu lösen der meinen Konsum mit wenigen Rappen pro Artikel in Rechnung stellt. Klar - das Internet ist gratis, verlässliche und qualitativ hochstehende Informationen müssen es aber nicht sein. Wer solche Infos will, zahlt auch dafür,derRestliest20Min Antworten
Das ist schon gut, aber wenn man einmal einen Artikel in einer Zeitung lesen möchte, die man nicht täglich liest, müsste man eine komplizierte Registrierung + Überweisung vornehmen. Die Informationen würden so extrem schwer zugänglich gemacht! Nur regelmässige Leser sollten bezahlen müssen, aber das ist ja nicht durchführbar. Antworten
Solange sich das Onlineportal mit Werbeeinnahmen halten kann, bin ich der Meinung nichts dafür zusätzlich bezahlen zu müssen. Wenn ich zahlen muss dafür, dann muss aber auch die Werbung aus dem Onlinebereich verschwinden. Abgesehen davon, meine ich eine Zeitung ist immer noch am schönsten auf Papier. Antworten
Ich bin zwar zahlender Abonnent der NZZ und des Tagesanzeigers plus deren Sonntagszeitungen (u.a.), benutze aber auch deren Webpage regelmässig. Was ich allerdings nicht akzeptieren würde, wäre eine - für mich - zusätzliche Gebühr für die Online Benützung. Abonnenten sollte in jedem Fall weiterhin ein gebührenfreier Zugriff auf die Web - Inhalte gestattet werden. Sonst Kündigung der Abonnemente... Antworten
Die erfolgreichsten Projekte und Webseiten im Internet sind kostenlose Dienste: Google, Yahoo, Youtube, Facebook, Twitter, CNN aber auch nzz.ch, tagesanzeiger.ch und blick.ch. Diese Projekte arbeiten mit anderen Geschäftsmodellen, die weit erfolgreicher sind als simple Bezahlabos: Werbung, Consulting, Kundenbindung und kostenpflichtige Premium Dienste sorgen für hohe Erträge. Antworten
Wahrscheinlich wird es so kommen, dass man inskünftig etwas zahlen muss. Verständlich, wenn nicht, dann können einige Zeitungen nicht überleben. Nur wird es dann auch weniger Erträge mit der Werbung geben. Für mich wäre es übrigens kein Problem auch ohne Internet betr.Zeitungen auszukommen. Warum? Ich habe 2 Zeitungen im Abo, nämlich die bz und die BAZ. Halt keine internationalen Zeitungen mehr. Antworten
Die traditionellen Medien haben ein Problem. Nur lässt sich dieses nur mit einem Blick nach vorne lösen. Nachrichten überqueren heute doch innert Sekunden den Globus - ohne Jouralisten, demokratisch und direkt von der Quelle. Twitter, Wikis, Blogs und co. sind nur der Anfang. Die sind schnell, ungefiltert und erst noch gratis. Antworten
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Internet auf dem Fernsehen: Der Trend geht klar in diese Richtung. Werden Sie sich einen Smart TV kaufen?
Ja, auf jeden Fall
Nein, interessiert mich nicht
Erst wenn die Geräte billiger geworden sind
Ich habe schon einen














































Hansruedi Lauper
Würde dies kommen, würde mancher sein Zeitungs-Abo künigen.Also wäre für die Zeitungen kein Gewinn mehr Antworten