Wirtschaft

Deepwater Champion bohrt 12'000 Meter tief

Aktualisiert am 13.05.2011 22 Kommentare

Transocean schickt ein Bohrschiff in den Golf von Mexiko, das neue Tiefen erreicht. Während Kritiker warnen, reiben sich die Analysten bereits die Hände.

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Chronologie der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko

Chronologie der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko
Am 20. April 2010 ging die Deepwater Horizon in Flammen auf. Es kam zur grössten Ölkatastrophe aller Zeiten.

Kann bis auf eine Tiefe von 12'000 Meter bohren: Die Deepwater Champion ist momentan noch im Schwarzen Meer stationiert.(Bild: www.MarineTraffic.com)

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Der Öhlbohrkonzern Transocean (RIGN 43.14 0.02%) will ein neues Tiefsee-Bohrschiff in den Golf von Mexiko verlegen. Die Deepwater Champion soll ab Dezember im Golf von Mexiko für den US-Ölkonzern ExxonMobil arbeiten.

Bis dahin ist das Schiff noch im Schwarzen Meer stationiert. Die Deepwater Champion könne bis zu einer Tiefe von über 12'000 Metern bohren. Kritiker halten die dabei auftretenden Druckverhältnisse für schwer kontrollierbar.

Analysten reagierten positiv auf die Ankündigung, da nach dem temporären Bohrverbot der US-Regierung wegen der Explosion der Deepwater Horizon sieben der gut dreissig Bohrschiffe und - Plattformen aus dem Golf abgezogen wurden. Seit Kurzem würden wieder Bewilligungen für Bohrungen im Golf von Mexiko erteilt, womit sich die Fördertätigkeit erholen dürfte.

1 Milliarden Dividende ausgeschüttet

Die Aktionäre des US-Konzerns haben derweil in Cham ZG eine steuerfreie Dividende von rund 1 Milliarde Dollar genehmigt. Diese soll aus dem zusätzlich einbezahlten Kapital bestritten werden, welches nach der nicht bewilligten Zahlung der Dividende aus dem Vorjahr zur Verfügung steht.

Die Auszahlung der Dividende soll in vier Tranchen erfolgen, teilte das Unternehmen mit Steuersitz in Zug weiter mit. Das Handelsregisteramt Zug hatte die Ausschüttung an die Aktionäre in Form einer Nennwertreduktion im Sommer 2010 noch verhindert.

Klagen in den USA hängig

Als Grund nannte es die in den USA hängigen Klagen in Milliardenhöhe wegen der Explosion der von BP gepachteten Transocean- Bohrinsel Deepwater Horizon und der folgenden Ölpest im Golf von Mexiko.

Die Auszahlung einer Dividende aus den Reserven der Kapitaleinlagen muss anders als die ursprünglich geplante Nennwertreduktion nicht vom Handelsregister genehmigt werden. Die Unternehmenssteuerreform II ermöglicht das.

Neuer VR-Präsident

Wie das Unternehmen weiter mitteilte, wurde an einer Sitzung des Verwaltungsrates J. Michael Talbert zum neuen Verwaltungsratspräsidenten gewählt. Der bisherige Präsident Robert Rose, stelle sich wegen der Alterslimite nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung, hiess es. Aus dem gleichen Grund sei auch ein weiteres VR-Mitglied ausgeschieden.

An der Generalversammlung verweigerten die Aktionäre aber dem Verwaltungsrat und dem Management die Decharge für das Geschäftsjahr 2010. Im April vor einem Jahr war es zur Katastrophe mit der Deepwater Horizon gekommen. (kpn/sda)

Erstellt: 13.05.2011, 21:52 Uhr

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22 Kommentare

Christian Gschwendt

13.05.2011, 22:03 Uhr
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Nicht einmal ein Jahr ist's her. Scheissegal, der Profit ruft! Antworten


Peter Müller

14.05.2011, 07:20 Uhr
Melden 11 Empfehlung

Man kann es auch anders sehen, Herr Gschwendt. Es braucht nun mal Energie, Atom ist im Augenblick heikel, neue KKWs meine ich. Und nicht jeder will auf Windautos umsteigen, und Oelheizungen können nicht von heute auf morgen ersetzt werden. Man lebt nicht von der Luft allein, und der Liebe. Antworten



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