Wirtschaft
Der Druck auf EasyJet steigt
Von Mischa Hauswirth. Aktualisiert am 28.07.2010 21 Kommentare
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Einen Schnäppchenflug gebucht zu haben, das bleibt für etliche EasyJet-Kunden die einzige Freude an ihrer Reise. Kurzfristige Flugverschiebungen und Annullierungen machen den Passagieren den Trip zur Nervenprobe. Wie viele Verspätungen es in den vergangenen Wochen gab, sagt EasyJet nicht. Thomas Hagensen, Verkaufsdirektor von EasyJet-Nordeuropa, redet von «dreimal mehr» als in den vergangenen Jahren, nennt aber keine Zahlen. Die Situation bereitet Flughafendirektor Jürg Rämi zunehmend Sorgen. BaZ weiss: In Gesprächen mit der britischen Billigfluglinie hat er auf eine rasche Lösung des Problems gedrängt. EuroAirport-Mediensprecherin Vivian Gaskell gibt sich aber bedeckt: «Natürlich ist uns aufgefallen, dass EasyJet Probleme hat. Und wir haben diese angesprochen.» Über den Inhalt der Gespräche sei aber Stillschweigen vereinbart worden. Der EuroAirport hütet sich davor, EasyJet zu vergraulen; immerhin bestreitet die Airline 44 Prozent der Flugbewegungen.
Höhere Gewalt
EasyJet versucht erst gar nicht schönzureden, dass es Probleme und viele verärgerte Passagiere gibt. Nur: Die Airline sieht sich selber als Opfer «äusserer Umstände». Thomas Hagensen, Verkaufsdirektor Nordeuropa bei EasyJet: «Es stimmt, dass wir Verspätungen haben, aber dafür können wir nichts. »
Hagensen macht unvorhersehbare Ereignisse für die vielen Flugverschiebungen verantwortlich: Anfang Jahr seien es starke Schneefälle gewesen, im Frühling der Vulkanausbruch in Island und in diesem Sommer führe der Fluglotsenstreik in Frankreich und Spanien zu einem Chaos im Flugbetrieb. Vorwürfe, einen ungenügenden Kundenservice zu unterhalten und die Fluggäste gar nicht oder zu spät über Flugplanänderungen zu informieren, weist Hagensen zurück. Er sagt: «Wir tun alles Mögliche und haben viele zusätzliche Massnahmen eingeleitet. In der Schweiz gibt es genügend Personal.»
Ein Ultimatum an Easyjet
Eine Beschwerde bei EasyJet zu deponieren, ist für Fluggäste gar nicht so einfach. Die Fluglinie ist praktisch nur per E-Mail erreichbar. Antwort erhalten oft nur hartnäckige Kunden. Willy Bopp von der Ombudsstelle für die Reisebranche registriert eine Häufung von verärgerten Kunden, die beim Ombudsmann Rat suchen. Er kennt die Probleme, mit der Airline in Kontakt zu treten. Bopp: «Der Kundendienst von EasyJet ist ziemlich verbesserungswürdig. »
Der Druck wächst nicht nur von der Kundenseite her. Grossaktionär und EasyJet-Gründer Stelios Haji-Ioannou verlangt, die Gesellschaft müsse bis Ende Oktober pünktlicher werden. Sonst will er ihr die Rechte an der Marke Easy entziehen. Für den kommenden Spätherbst hat EasyJet fünf neue Destinationen angekündigt. Die Airline will von Basel aus zusätzlich nach Dresden, Venedig, Kopenhagen, Edinburgh und Gran Canaria fliegen. Hagensen nennt dabei sein oberstes Ziel: Pünktlichkeit. (Basler Zeitung)
Erstellt: 28.07.2010, 14:51 Uhr
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21 Kommentare
Also ich bin vom 13.8.bis 15.8. von Berlin nach Palma mit Easyjet geflogen.Mein Rückflug wurde gestrichen.Ich hatte keine Info bekommen.Mein Rückflug sollte 2 tage später abends vielleicht stattfinden... Jobbedingt (und meinkleiner Sohn war zu Hause )war das nicht möglich.Nun durfte ich für 450€ den letzten Sitzplatz mit Airberlin buchen.Prima.Hatte 20min. Zeit zum Flieger zu rasen!Jetzt klage ich Antworten
es ist von mir aus gesehen nach meiner Meinung jeder selber schuld, wenn er in einem Easyjetfleger reisen will! Ich lache jeweilen nur auf den Stockzähnen, wenn ich wieder solche Meldungen lese! Ich reise nur in der Businessklasse - schluessendlich ist das nicht teuerer als "billigst" Antworten
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