Wirtschaft

Der Wunschzettel der Banken für Schneider-Ammann

Von Anita Merkt. Aktualisiert am 10.07.2012 26 Kommentare

Riesige Privatvermögen locken die Schweizer Finanzbranche nach China. Doch die Zugangshürden sind hoch. Mit dem Freihandelsabkommen soll Bundesrat Schneider-Ammann die Türen zum Milliarden-Geschäft öffnen.

1/4 Auf Mission für die Schweizer Industrie: Wirtschaftsminister Schneider-Ammann mit dem chinesischen Handelsminister Chen Deming bei der gestrigen Zeremonie. (9. Juli 2012)
Bild: Keystone

   

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Wenn bisher vom Freihandelsabkommen mit China die Rede war, ging es vor allem um die Landwirtschaft und die Industrie. Doch auch die für die Schweizer Wirtschaft wichtige Finanzbranche hat der Verhandlungsdelegation ihre Wünsche mitgegeben. Am Dienstag sagte Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann vor chinesischen Journalisten, er wünsche sich, «dass künftig die Schweizer Dienstleistungsbranche vermehrt auf dem chinesischen Markt Fuss fassen könne».

Konkret sind damit die Schweizer Banken und Versicherungen gemeint. «Der chinesische Markt für Finanzdienstleistungen ist mit Hürden beim Zugang versehen», sagt Jan Atteslander, Leiter Aussenwirtschaft bei Economiesuisse. « Für beide Seiten ist ein erleichterter Marktzugang von Nutzen.» Der Sprecher von Schneider-Ammann, Ruedi Christen, bestätigt gegenüber baz.ch/Newsnet von China aus: «Die Finanzbranche ist genauso ein Thema wie der Agrarsektor.»

Nur die Grössten sind schon da

Bis jetzt sind in China lediglich die Credit Suisse, UBS, (UBSN 16.62 0.06%) Julius Bär und die Zürcher Kantonalbank präsent. Und auch das nur in beschränktem Masse. Für kleinere Banken sind die Hürden für den Marktzugang bisher schlicht zu gross. «Wenn eine ausländische Bank in China eine Niederlassung eröffnen will, muss sie ein Kapital von 30 Millionen Franken mitbringen», erklärt der Sprecher der Bankiervereinigung, Thomas Sutter. «Diese Initialkosten sind in unseren Augen zu hoch», so Sutter.

Ein weiterer Wunsch der Schweizer Finanzindustrie seien erleichterte Beteiligungen an chinesischen Banken. «Als ausländische Bank darf man sich mit höchstens 20 Prozent an einem chinesischen Institut beteiligen. Doch wenn man sich im Markt entwickeln will, wäre es wünschenswert, einen höheren Anteil erwerben zu können, um mehr Einfluss auf die Geschäftstätigkeit zu nehmen.»

Wachsende Vermögen der Superreichen

Dass das aufstrebende China für Schweizer Banken ein interessanter Markt ist, ist in der Branche unbestritten. Das enorme Wirtschaftswachstum, der rege Handel und die wachsende Anzahl reicher Chinesen machen das Reich der Mitte vor allem für das Private Banking interessant. Experten gehen davon aus, dass das Vermögen der chinesischen Superreichen bis im Jahr 2015 von heute 2500 Milliarden US-Dollar auf mehr als 8500 Milliarden Dollar anwachsen wird.

Die Schweizer Banken, die jetzt schon Chinas Finanzelite betreuen, ziehen im aufstrebenden Markt bereits einen hohen Anteil der von ihnen verwalteten Vermögen an Land. Genaue Angaben machen UBS, Credit Suisse und Julius Bär zu ihrem China-Geschäft zwar nicht. Doch insgesamt machen die asiatischen Vermögen bei der UBS bereits 22 Prozent aus, bei der Credit Suisse sind es 9 und bei Julius Bär 15 Prozent. In Anbetracht der Vermögensverteilung in Asien dürfte der grösste Anteil davon auf China entfallen.

Die Vertreter der Finanz- und Versicherungsbranche blicken mit erwartungsvollen Augen auf den Wachstumsmarkt im Fernen Osten. Sie würden sich freuen, wenn beim Freihandelsabkommen mit China auch für sie etwas herausspringt. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.07.2012, 16:12 Uhr

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26 Kommentare

Reto Bommer

10.07.2012, 16:19 Uhr
Melden 125 Empfehlung 0

Mit anderen Worten, auf Kosten der Kleinen, Bauern etc, sollen nun wieder die Banken profitieren Antworten


Joseph bucheli

10.07.2012, 16:25 Uhr
Melden 106 Empfehlung 0

Und dann dürfen wir als Schweizer weiderum das Desaster ausbaden welches die Banker angerichtet haben. Antworten



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