Wirtschaft
Deutsche Bankkunden verlieren mit Papieren der UBS ihr Vermögen
Ehepaar Jagemann im «Spiegel»: Geld verloren mit UBS-Zertifikaten.
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Schockiert lasen die Jagemanns den Brief von ihrer Sparkasse im Hamburg: Von den 10'000 Euro, die sie im April 2007 angelegt hatten, waren gerade mal 262 Euro übrig geblieben. Das war letzten Oktober. Mit dem Geld wollten Horst Jagemann und seine Frau fürs Alter vorsorgen. Wie konnte es so weit kommen? Die Berater der Hamburger Sparkasse machten ihnen ein hoch riskantes Zertifikat der UBS (UBSN 11.15 -0.89%) schmackhaft, genauer – sie liessen sie wetten, wie der «Spiegel» schreibt.
Was sich kompliziert anhört, ist relativ einfach: Die Wette bezog sich auf zehn Aktien des Dax, dem wichtigsten deutschen Aktienindex. Schwankten diese in ihrer Wertentwicklung hin und her, gab es einen Aufschlag. Stürzte jedoch einer der Dax-Werte in einem bestimmten Zeitraum über 50 Prozent ab, richtete sich der Wert des sogenannten «Star-Express-Zertifikats» nach dieser Performance. So war es auch bei den Jagemanns: Die Aktie der Münchner Hypo Real Estate befand sich ebenfalls unter den 10 relevanten Dax-Aktien – wegen undurchsichtiger Finanzgeschäfte stürzte die Aktie jedoch ab und verschwand von der Börse. Das Ersparte von Horst Jagemann und seiner Frau fiel an die UBS. «Die Kündigung der Zertifikate erfolgte in Übereinstimmung mit den Zertifikatsbedingungen», heisst es dazu bei der UBS.
Vor allem Rentner sind betroffen
Über 40 Betroffene haben sich bereits bei der Hamburger Verbraucherzentrale gemeldet, viele davon sind Rentner. «Die Bankberater klärten die Kunden weder über die Funktionsweise des Papiers noch über den drohenden Verlust auf», sagt Finanzexpertin Gabriele Schmitz gegenüber dem «Spiegel». So war im Flyer von einem Sonderkündigungsrecht im Fall eines zu mehr als 75 Prozent von einem Eigner beherrschten Unternehmens – wie bei der verstaatlichten Hypobank - keine Rede. Bei der Hamburger Sparkasse betont man jedoch, man habe die Kunden auf die Risiken hingewiesen.
Wie der «Spiegel» weiter schreibt, soll die deutsche Bank die Kunden «subtil» unter Druck gesetzt haben. Ein Kunde – er verlor fast 14'000 Euro – berichtete, sein Berater habe ihm geraten, schnell zuzugreifen. Die Zeichnungsfrist sei kurz, die Papiere knapp. Die Sparkasse fürchtete offenbar, auf den Papieren sitzen zu bleiben: Von rund 50 Millionen Euro Emissionsvolumen, so will einer der geschädigten Kunden erfahren haben, hatte sich die Bank mit Zertifikaten für rund 20 Millionen eingedeckt, die verkauft werden mussten. (cha)
Erstellt: 01.03.2010, 10:55 Uhr
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