Wirtschaft
Die CS verkauft ihr Tafelsilber
Von Arthur Rutishauser. Aktualisiert am 17.09.2012 81 Kommentare
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Am letzten Freitag gab die AXA bekannt, dass sie von der Credit Suisse (CSGN 28.1 -3.54%) die ehemalige Zürcher Niederlassung der Volksbank an der Bahnhofstrasse 53 gekauft habe. Geschätzter Kaufpreis: über 350 Millionen Franken. Doch damit ist noch lange nicht Schluss mit der «Bereinigung» des Immobilienportefeuilles. Im Gegenteil: Bei der CS laufen unter den Codenamen Opera und Symphony parallel zwei grosse Verkaufsprogramme, mit dem Ziel, über eine Milliarde Franken zu lösen. Einerseits geht es der Grossbank darum, «Arbeitsplätze von kleineren, ineffizienten Liegenschaften im Stadtzentrum in grossflächige Gebäude wie den Uetlihof in Zürich und ab November in die Europaallee zu bringen. Dort ziehen rund 1000 Mitarbeitende ein», sagt CS-Sprecherin Daniela Häsler.
Das ist aber nur die halbe Erklärung. Die CS braucht Geld. Einerseits hat die Nationalbank im Juni die Bank ultimativ aufgefordert, ihr Kapital rasch zu erhöhen, andererseits werden mit der Einführung der Abgeltungssteuern bei den Grossbanken CS und UBS je 15 bis 30 Milliarden Franken abfliessen.
Die mit der Steueramnestie verbundenen Abgeltungszahlungen und Vermögensabflüsse in Milliardenhöhe haben somit eine schmerzhafte Nebenwirkung. «Zusammen mit dem Ergebnis des ersten Halbjahres 2012 wurde im Rahmen der Kapitalmassnahmen bekannt gegeben, dass die CS Verkäufe von Immobilien plant und Sale & Leaseback-Optionen prüft», bestätigt Häsler. Konkret bedeutet dies, dass die Immobilien, die unter dem Programm Opera laufen, nun einfach gemietet werden – Kostenpunkt rund 10 Millionen Franken. Mindestens genauso hoch werden die entgangenen Mieteinnahmen und die zusätzlichen Liegenschaftskosten sein.
Der kurzfristige Haupteffekt dürfte aber sein, dass die CS stille Reserven aktiviert und einen Sondergewinn von mehreren Hundert Millionen Franken einfährt. Das ist nicht ganz unproblematisch, insbesondere weil die CS über die künftig zu bezahlenden Leasingraten den Wert der Immobilien beeinflussen kann. Insofern besteht ein Anreiz, kurzfristige Gewinne zu erzielen auf Kosten der langfristigen Profitabilität.
Verkauft UBS den Hauptsitz?
Laut Häsler ist der Verkauf von Immobilien aber ein langfristiges Projekt, bereits vor ein paar Jahren wurden in London und in Asien Immobilien verkauft. Bei der UBS sind im Übrigen ähnliche Projekte im Gang. In den letzten Jahren wurden vor allem in den USA einige spektakuläre Wolkenkratzer verkauft, nun wird intern geprüft, was man in Zürich auf den Markt bringen könnte. Angeblich ist sogar der Verkauf des Hauptsitzes an der Bahnhofstrasse kein Tabu mehr.
(baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 17.09.2012, 06:19 Uhr
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81 Kommentare
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