Wirtschaft

Die Investmentbanker sollen es für Joe Ackermann richten

Aktualisiert am 04.02.2011 10 Kommentare

Der Chef der Deutschen Bank erklärt zweistellige Milliardengewinne zur Pflicht. Im Visier hat er eine Rendite von 25 Prozent.

«Wir sind heute in vielerlei Hinsicht stärker als vor der Finanzkrise», sagt Joe Ackermann.

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Deutsche-Bank-Chef Josef «Joe» Ackermann muss sich für seine Rekordziele voll auf eine positive Entwicklung der Kapitalmärkte verlassen. Von den zehn Milliarden Euro, die die grösste deutsche Bank – von Sonderfaktoren abgesehen – in diesem Jahr vor Steuern verdienen will, soll der Top-Investmentbanker Anshu Jain zwei Drittel beisteuern. Der gebürtige Inder Jain wird als Nachfolger von Ackermann gehandelt, der spätestens 2013 von Bord gehen will. Er ist aber in und ausserhalb der Bank nicht unumstritten.

«2010 war ein Jahr des Säens, und 2011 soll das Jahr der Ernte werden», erklärte Ackermann am Donnerstag bei der Präsentation des Ergebnisses für 2010. Die Aussichten für dieses stark schwankende Geschäft sind wegen der schärferen Regulierung allerdings nicht so rosig. Doch Ackermann bleibt dabei: «Wir sind heute in vielerlei Hinsicht stärker als vor der Finanzkrise.»

Umstrittenes Renditeziel

Für Ackermann sind zweistellige Milliardengewinne künftig Pflicht, um sich zu den «besten Banken der Welt» zählen zu können. «Wir werden 2012 und 2013 noch ambitioniertere Ziele haben», versprach er. In einigen Jahren werde die Bank auch wieder das umstrittene Renditeziel von 25 Prozent erreichen – 2010 waren es nur knapp 15 Prozent. Dabei will Ackermann die Abhängigkeit vom Investmentbanking weiter reduzieren – mithilfe jüngster Zukäufe wie der Postbank und der Privatbank Sal. Oppenheim. In drei Jahren soll das Kapitalmarktgeschäft nur noch die Hälfte des Konzerngewinns ausmachen. Die Anleger honorierten diese Zuversicht, der Aktienkurs legte deutlich zu.

Im vergangenen Jahr sank der Gewinn des grössten deutschen Geldinstituts vor Steuern aufgrund von Milliardenabschreibungen auf die Postbank auf 4,0 Milliarden Euro (2009: 5,2). Der Gewinn nach Steuern brach auf 2,3 Milliarden Euro (2009: 5,0) ein. Das Kapitalmarktgeschäft wuchs aber gegen den Branchentrend und steuerte mit 5,1 Milliarden Euro (2009: 3,5) den Löwenanteil bei. «Das Jahresergebnis 2010 zeigt, dass wir in der Lage sind, auch mit weniger Risiko gut zu verdienen», sagte Josef Ackermann. Trotz der Verunsicherung der Anleger wegen der Schuldenkrise einiger Euro-Staaten verbuchte die Sparte mit Aktien und Anleihen im vierten Quartal Rekorderträge, obwohl der Eigenhandel drastisch redimensioniert wurde.

Innerhalb von zwei Jahren haben die Investmentbanker der Deutschen Bank die Verluste des Krisenjahrs 2008 damit wettgemacht. (Reuters)

Erstellt: 04.02.2011, 07:59 Uhr

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10 Kommentare

eugen bissegger

04.02.2011, 11:08 Uhr
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In der Finanzszene scheinen etliche Spielgeldakrobaten die Bodenhaftung völlig verloren zu haben. Zu empfehlen wäre, Berichte anzuschauen unter: bueso.de Der eine Bericht (Video): Angelides-Kommission bestätigt LaRouche und der Vortrag: Lyndon LaRouches Webcast-Rede "Zur Lage der Nation". Ziemlich düster, eine Nation am Abgrund, und eine Kettenreaktion kann die Welt in düstere Zeiten stürzen... Antworten


Markus Stutz

04.02.2011, 08:40 Uhr
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Aha, die tollen Investmentbanker, welche die Krise erst verursachten, haben die Verluste wieder wettgemacht. Zu welchem Preis und auf Kosten welcher Weltbürger ist ja egal, hauptsache die Kassen sind wieder voll... Es ist nur noch lächerlich. Wann erheben WIR uns eigentlich gegen diese Geld-Diktatur, lange dauerts hoffentlich nicht mehr. Mir platzt bald der Kragen. Antworten



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