Wirtschaft

«Die Kunden in die Schweiz zurückzuholen, hat erste Priorität»

Von Olivia Raths. Aktualisiert am 22.10.2012 31 Kommentare

Seit gestern Nacht stehen die Flugzeuge der Basler Airline Hello am Boden. Tausende Kunden sind vom Grounding betroffen. Die Reiseveranstalter müssen zurzeit unter Hochdruck nach Lösungen suchen.

Seit gestern Nacht am Boden: Die Flugzeuge der Basler Charterairline Hello.

Seit gestern Nacht am Boden: Die Flugzeuge der Basler Charterairline Hello.
Bild: Keystone

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Die Basler Charterfluggesellschaft Hello ist am Boden. Bis auf weiteres ist der Flugbetrieb eingestellt. Betroffen sind rund 3000 Passagiere, die allesamt über Reiseveranstalter ihre Flüge gebucht haben. «Wir haben keine Direktkunden», sagt Robert Somers, CEO von Hello, auf Anfrage von baz.ch/Newsnet. «Die Reiseveranstalter sind daran, Lösungen für ihre Kunden zu suchen.» Dies betreffe etwa Hotelplan, ITS Coop Travel, Kuoni, Universal Travel und TUI Deutschland.

Beim Reiseveranstalter Hotelplan Suisse sind rund 2500 Kunden von der Einstellung des Hello-Flugbetriebs betroffen. Der Veranstalter hat inzwischen für alle zehn Hello-Flugrotationen ab Zürich bis und mit 31. Oktober 2012 Ersatzlösungen gefunden, wie es in einer Mitteilung heisst. Die Passagiere können nun alle an den geplanten Flugdaten mit Edelweiss Air und Air Berlin nach Ägypten, die Kanarischen Inseln und Zypern sowie zurück nach Zürich fliegen. Alle betroffenen Kunden werden via Reisebüro und Reiseleiter vor Ort über die neuen Flugzeiten informiert. Für die Zusatzkosten wird Hotelplan Suisse aufkommen. Für die beiden geplanten Ägypten-Flüge während der Wintersaison ab 1. November 2012 (Sharm el-Sheik und Hurghada) sowie für den Charterflug ab Januar 2013 nach Finnisch-Lappland (Kittilä) werden noch neue Fluglösungen gesucht.

Gesamte Kosten werden rückerstattet

Auch der Volketswiler Veranstalter ITS Coop Travel hat Passagiere, die vom Hello-Grounding betroffen sind. Wie Geschäftsführer Andreas Restle gegenüber baz.ch/Newsnet sagt, befinden sich derzeit 170 ITS-Coop-Kunden im ägyptischen Marsa Alam. Man sei mit Hochdruck daran, alternative Rückflüge für sie zu organisieren. «Die Leute in die Schweiz zurückzuholen, hat erste Priorität», so Restle.

Zudem hat der Veranstalter 144 Passagiere, die heute mit Hello nach Marsa Alam geflogen wären. Auch für sie würden Alternativen gesucht. Wer möchte, kann sein Arrangement kostenlos annullieren. Laut Restle wird der gesamte Betrag des Reisearrangements zurückgezahlt. Dies gelte auch für diejenigen Kunden, für die ITS Coop Travel keine Flugalternative findet.

Wichtiger Charterflug-Anbieter im Raum Basel

Auch 100 Kunden von Kuoni und Helvetic Tours sind vom Hello-Grounding betroffen. Für sie werden Ersatzfluglösungen geprüft, wie es in einer Mitteilung von Kuoni heisst. Für rund 20 Passagiere, die heute Montag von Antalya nach Zürich fliegen sollten, konnte ein Ersatzflug organisiert werden. In den Folgewochen seien keine Kunden von Kuoni und Helvetic Tours Kunden vom Grounding betroffen, heisst es weiter. Hello sei für Kuoni insbesondere im Raum Basel ein sehr wichtiger Anbieter von Charterflügen gewesen.

Bei TUI Suisse sind nur wenige Kunden vom Aus von Hello betroffen, wie Sprecher Roland Schmid gegenüber der SDA sagte. Mit einer Ersatzmaschine statt in einem Flugzeug von Hello seien am Montag Kunden von TUI Suisse in die Ferien nach Antalya geflogen. Gestrandete Kunden gebe es keine, so Schmid. Für die nächsten Tage werde nach Lösungen gesucht. «Lediglich 100 Gäste von TUI Suisse und fünf Destinationen sind bis Saisonende von der Stilllegung betroffen.»

Im Laufe von heute Montag wird ein Konkursrichter darüber entscheiden, ob der Airline Hello Konkursaufschub gewährt wird. Hello-CEO Somers hofft, dass die Einstellung des Flugbetriebs nur vorübergehend sein wird.

Mit Material der Nachrichtenagentur SDA. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 22.10.2012, 10:34 Uhr

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31 Kommentare

Rolf Jucker

22.10.2012, 11:42 Uhr
Melden 138 Empfehlung 6

Bin letztes Jahr mit Hello nach Schweden geflogen. Die Flüge waren äusserst pünktlich, die Crew nett und sehr zuvorkommend. Schade um die kleine aber feine Fluggesellschaft. Die Mitarbeiter hätten eine bessere Führung verdient. Hoffentlich finden sie bald wieder eine Stelle. Antworten


Sven Kleinert

22.10.2012, 11:17 Uhr
Melden 179 Empfehlung 68

Wieder mal eine Airline in den Sand gesetzt,und wieder verlieren zig Menschen ihren Job. Wieviele Familien müssen nochmals von ihrem Unglück daran glauben ?
Aber ich gehe davon aus,dass ich Herrn Suter weiterhin seinen Aston Martin tanken wird - sehe ihn schon mit Zigarre im Mund in Basel ...
Wetten, dass Herr Sutter seine eigenen Kohlen imTrockenen hat !!!
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