Wirtschaft

Die Migros hat es wieder auf die Kinder abgesehen

Von Maria Rodriguez. Aktualisiert am 23.09.2009

Auf die Kleber folgen Dominosteine: Die Migros heizt den Sammeltrieb der Kinder von neuem an. Und erhitzt damit die Gemüter der Konsumentenschützer.

«Dominomania»: Mit ganzseitigen Inseraten wirbt die Migros für die neueste Sammelaktion.

«Dominomania»: Mit ganzseitigen Inseraten wirbt die Migros für die neueste Sammelaktion.

«Migros hat es einmal mehr auf den Sammeltrieb der Kinder abgesehen»: Website der Migros.

«Migros hat es einmal mehr auf den Sammeltrieb der Kinder abgesehen»: Website der Migros.

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Zielgruppe Kinder: Zuerst waren es Murmeln, dann Kleber, und nun sind Dominosteine das neuste Objekt der kindlichen Begierde. Geht die Migros mit dieser Sammelaktion zu weit?

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Zuerst waren es Murmeln, dann Kleber, und nun sind Dominosteine das neuste Objekt der kindlichen Begierde. «Dominomania» heisst die jüngste Kundenbindungsaktion des orangen Riesen. 36 Lilibiggs-Dominosteine gilt es zu sammeln. Auf 26 von ihnen sind die Kantone zu sehen, die restlichen zehn zeigen Schweizer Sehenswürdigkeiten. Um an die Steine zu kommen, muss man in der Migros einkaufen. Für jeden Einkauf von 20 Franken gibt es einen Stein.

Beim der Stiftung für Konsumentenschutz löst die jüngste Sammelaktion der Migros ein unerfreuliches Déjà-Vu aus. Projektleiterin Josianne Walpen erklärt: «Die Migros hat es mit dieser Aktion einmal mehr auf den Sammeltrieb der Kinder abgesehen. Die Aktion ist ganz klar eine Kundenbindungsmassnahme. Als Eltern muss man sich überlegen, ob man da mitmachen will.»

Migros verweist auf Lerneffekt

Bei der Migros macht man kein Geheimnis daraus, dass sich Dominosteine an das jüngere Kundensegment richten: «Natürlich sind Familien mit Kindern das primäre Zielpublikum dieser Aktion. Um die Dominosteine zu bekommen, muss man nicht häufiger einkaufen. Wie schon frühere Aktionen zeigen, haben die Kunden Spass am Sammeln», sagt Migros-Sprecherin Monika Weibel. Zudem hätte, wie auch schon «Stickermania», auch diese Aktion deutliche Vorteile: «Die Dominosteine haben auch einen Lerneffekt, bei dem man die Schweiz auf spielerische Art und Weise entdecken kann.»

Am Lerneffekt stört sich die Konsumentenschützerin nicht. Dafür an den Sammelbedingungen: «Problematisch finde ich die kurze Dauer der Aktion. Wer alle Dominosteine will, muss in nur sechs Wochen für mindestens 720 Franken in der Migros einkaufen», sagt Walpen weiter.

Sollte auch die dritte Migros-Sammelaktion erfolgreich werden, könnten weitere folgen. Geplant sind zwei solche Aktionen jährlich. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 23.09.2009, 12:04 Uhr

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