Wirtschaft

«Die Schweiz war gut zur UBS»

Von Simon Schmid. Aktualisiert am 19.04.2012 44 Kommentare

Nun revanchiert sich die Grossbank: Konzernchef Sergio Ermotti erklärt im Videointerview, warum die Wirtschaftsfakultät der Universität Zürich 100 Millionen Franken erhält.

«Die Schweiz war gut zur UBS»: Konzernchef Sergio Ermotti an der Universität Zürich.
Video: Simon Schmid, Chantal Hebeisen

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(Video: Simon Schmid, Chantal Hebeisen)

«Wenn es einen Nobelpreis gibt, umso besser»: Wirtschaftsprofessor Ernst Fehr leitet den Aufbau des von der UBS finanzierten Forschungszentrums an der Universität Zürich.

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Die UBS (UBSN 17.19 -0.75%) wird 150 Jahre alt – ein Anlass für die Bank, zum Portemonnaie zu greifen und der Öffentlichkeit ein Zeichen ihres Goodwills zu geben. Über die nächsten zehn Jahre hinweg sollen 150 Millionen Schweizer Franken in Bildungsprojekte fliessen. Profitieren werden Lehrlinge, Primarschüler und angehende Unternehmer (wir berichteten heute Morgen).

Der Löwenanteil der Sponsorengelder geht an die Universität Zürich. Dort wird in den nächsten Jahren ein neues Forschungszentrum entstehen – das UBS International Center of Economics and Society. Zusätzlich erhält die Universität Finanzmittel für den Aufbau von fünf neuen Lehrstühlen am volkswirtschaftlichen Institut. Die UBS lässt sich das Engagement an der Universität rund 100 Millionen Franken kosten, wie Konzernchef Sergio Ermotti heute gegenüber den Medien sagte.

«Zeit, etwas zurückzugeben»

Für den CEO der grössten Schweizer Bank ist die Bildungsinitiative zum 150-jährigen Jubiläum eine «Gelegenheit, der Schweiz etwas zurückzugeben». Die Schweiz sei in den letzten Jahren gut zur UBS gewesen, sagt Ermotti im Videointerview mit baz.ch/Newsnet. Eine Firma wie die UBS habe eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, diese wolle man mit dem Geschenk zum Ausdruck bringen. Dass die Grossspende in Krisenzeiten schlecht bei den Aktionären ankommen könnte, darüber macht sich Ermotti keine Sorgen: «Unsere Initiative kommt auch dem Finanzplatz Schweiz zugute.»

Mit ihrem Sponsoring stösst die UBS in für Schweizer Verhältnisse neue Dimensionen vor. Laut Rektor Andreas Fischer betrug die Summe der jährlichen Drittmittel, welche die Universität Zürich von Privatpersonen, Unternehmen und Stiftungen erhält, zuletzt 80 Millionen Franken. Von diesen Mitteln profitieren vor allem naturwissenschaftliche Fakultäten wie die Medizin. Die 10 Millionen Franken, welche die UBS künftig allein der Wirtschaftsfakultät zugutekommen lässt, stellen für diese eine beutende Summe dar.

Unabhängigkeit wird gewahrt

Die Beteiligten versichern, dass die Spenden der UBS keine Einschränkung der Wissenschaftsfreiheit mit sich bringen. Die Bank erhalte keine Mitspracherechte bei der Besetzung der Professuren, sagte die Zürcher Bildungsdirektorin Regine Aeppli zu den Medien. Laut UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger wird die Bank sämtliche Forschungsergebnisse unvoreingenommen zur Kenntnis nehmen und akzeptieren – ob sie nun gelegen kämen oder nicht.

Wie Villiger sagte, habe man ursprünglich eine «helvetische» Lösung ins Auge gefasst – das heisst, die Aufsplittung der Mittel auf verschiedene Universitäten. Im Gespräch mit dem Wirtschaftsprofessor Ernst Fehr, der den Aufbau des UBS-Forschungszentrums leiten wird, habe man sich allerdings für die Bündelung der Mittel an einem Standort entschieden.

Der Ökonom, der fachintern über grosses Prestige verfügt und auch schon als Nobelpreisanwärter gehandelt wurde, erhält durch die Finanzkraft der UBS bedeutsamen Gestaltungsspielraum. Wie er im Videointerview mit baz.ch/Newsnet erklärt, soll die kritische Forschung an den neuen Lehrstühlen einen grossen Stellenwert erhalten (siehe Box). Es gelte, im Wettbewerb um die klügsten Köpfe ideale Voraussetzungen für die Universität Zürich zu schaffen. Und wenn man mit den neuen Mitteln in der Lage sei, sogar einen Nobelpreisträger zu produzieren – dann «umso besser».

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.04.2012, 15:06 Uhr

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44 Kommentare

Mike Muller

19.04.2012, 15:07 Uhr
Melden 57 Empfehlung 0

Bravo Sergio!! Antworten


Dominiq Büttiker

19.04.2012, 15:17 Uhr
Melden 55 Empfehlung 0

Geld verteilen, das den Aktionären gehört ist einfach. Wann endlich erhalten die Aktionäre etwas zurück, die in den letzten Jahren bis zu 80% ihrer Investiton ans Bein streichen mussten? Antworten



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