Wirtschaft

Die Swiss verliert ihren erfolgreichen Chef

Aktualisiert am 23.04.2009 10 Kommentare

Swiss-Chef Christoph Franz wechselt in die Geschäftsleitung des Mutterkonzerns Lufthansa. Dort stehen ihm alle Türen für noch Höheres offen. Sein Nachfolger bei der Swiss wird Harry Hohmeister.

Seine Zukunft liegt bei der Lufthansa: Christoph Franz verlässt die Swiss.

Seine Zukunft liegt bei der Lufthansa: Christoph Franz verlässt die Swiss.
Bild: Keystone

Christoph Franz übernimmt per Anfang Juni die Leitung des neuen Ressorts «Passage» und wird zugleich Vizechef des deutschen Mutterkonzerns Lufthansa.

Franz gilt mit seiner Ernennung zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden von Lufthansa als designierter Nachfolger von Konzernchef Wolfgang Mayrhuber, der Ende 2010 aus dem Amt scheiden will. Auch Mayrhuber war vor seinem Amtsantritt Vizechef gewesen.

Hohmeister übernimmt

Zum neuen Swiss-Chef wurde Harry Hohmeister ernannt. Der 45-jährige ist seit Anfang 2005 in der Swiss-Geschäftsleitung. Er übernimmt das Steuer per kommenden 1. Juli.

Swiss-Sanierer im Lufthansa-Cockpit

Sein Ruf als Sanierer eilt Swiss-Chef Christoph Franz zur Lufthansa voraus. Dort dürften ihm viele Türen offen stehen.

Schliesslich hat der 49-Jährige nach seinem Antritt als Swiss-Chef im Jahr 2004 das einstige Problemkind der Lufthansa innerhalb kurzer Zeit in die Gewinnzone zurückgeführt. Die Swiss ist inzwischen profitabler als die Lufthansa selbst.

Vorher war Franz im Vorstand der Deutschen Bahn, wo er nach Querelen um ein neues Preissystem den Hut nehmen musste.

Franz' Paradestück

Die Sanierung der Swiss ist das Paradestück des Deutschen und hat ihm wohl den Weg an die Konzernspitze geebnet. In seiner neuen Funktion gilt Franz auch als Kronprinz für die Nachfolge des jetzigen Konzernchefs Wolfgang Mayrhuber.

In dem Österreicher fand Franz stets einen grossen Unterstützer, der dem Manager nach seinem Rausschmiss bei der Deutschen Bahn eine zweite Chance bei der Swiss gab.

Bei der Bahn war Franz damit gescheitert, das Preissystem des Staatskonzerns neu zu gestalten, viele hatten ihn damals allerdings als Bauernopfer inmitten der öffentlichen Empörung über das neue Preissystem gesehen.

Grosse Herausforderung

Einen routinierten Krisenmanager kann die Lufthansa derzeit gut gebrauchen, denn wegen der Wirtschaftsflaute brechen die Passagierzahlen seit Monaten ein.

Der Vater von fünf Kindern ist mit den Strukturen der Lufthansa gut vertraut. Er begann seine Karriere 1990 als Trainee bei damaligen Staatsfluggesellschaft. Später arbeitete er in einem Sanierungsteam, das den Konzern wieder auf Kurs bringen sollte.

In dieser Zeit hat er wohl das Rüstzeug für die erfolgreiche Sanierung der Swiss erworben, die ihn nun in die Lufthansa-Spitze aufsteigen liessen. (bru/sda/ap)

Erstellt: 23.04.2009, 19:41 Uhr

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10 Kommentare

Marianne Steiner

23.04.2009, 18:40 Uhr
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Er hat seine nicht immer einfache Aufgabe sehr gut gemacht. Ich möchte aber auch allen tüchtigen Mitarbeitern der Swiss, die auch so Einiges durchmachen mussten, ein Kränzchen winden, ohne sie wäre so ein Erfolg wohl kaum möglich gewesen. Antworten


David Meili

23.04.2009, 19:48 Uhr
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Als Klotemer bedaure ich mit Vielen den Karrieresprung von Christoph Franz. Er war für uns ein Manager, wie ihn die frühere Swissair längst hätte brauchen können: Natürlich, bescheiden, freundlich, welterfahren und führungsstark. Mit dem Aufbau der Swiss hat er uns in Kloten ausser einem neuen, starken Unternehmen viel gebracht, an Impulsen, Perspektiven und Normalität. Antworten



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