Wirtschaft

Die UBS vergoldet ihre Banker

Aktualisiert am 21.02.2010

Die UBS lockt Spe­zialisten in London mit einer Verdoppelung ihres bisherigen Grundlohns. Aber auch in der Schweiz zeigt sich die Grossbank grosszügig.

Noch höhere Gehälter als vor der Krise: UBS-Zentrale in London.

Noch höhere Gehälter als vor der Krise: UBS-Zentrale in London.
Bild: Keystone

2007, als die Krise anfing, bezahlte die UBS im Investmentbanking im Schnitt 475'000 Franken, inklusive Hilfspersonal und Boni. Nun beträgt der Grundlohn bereits 500'000 Franken – und Boni kommen noch dazu. Dies schreibt die «SonntagsZeitung». Mit diesen attraktiven Fixlöhnen umgehen die Grossbanken Bonus-Schranken. Die Spezialsteuer in London verpufft ebenso wirkungslos wie Bonus-Restriktionen im Inland. Statt dass das Lohnniveau im Investmentbanking insgesamt sinken würde, steigt es. Ein UBS-Sprecher bestätigte der «SonntagsZeitung» die ausserordentlichen Lohnerhöhungen.

Auch in der Schweiz vergoldet die Bank ihre Leute. Ein UBS-Analyst wollte letzten Sommer für 200'000 Franken Fixlohn zur Konkurrenz wechseln, berichtet ein Zürcher Banker. Vor dem Handshake kam die Absage: Die UBS hatte das Fixsalär um 50 Prozent auf 300'000 Franken erhöht.

Bruno Gehrig soll neuer Vizepräsident werden

Der bisherige UBS-Vizepräsident Sergio Marchionne tritt auf die Generalversammlung vom 14. April hin zurück. Noch immer hat die Grossbank nicht mitgeteilt, wie seine Nachfolge geregelt wird. Jetzt zeigen «Sonntag»-Recherchen: Der ehemalige Nationalbankdirektor Bruno Gehrig (63), der seit Oktober 2008 im UBS-Verwaltungsrat sitzt, soll das Vizepräsidium übernehmen. Er ist der Wunschkandidat des Verwaltungsrats – und hat den Posten auf sicher, wenn er will.

Doch Gehrig zögert, wie gut informierte Quellen sagen: Er habe sich noch nicht entschieden, ob er sich zur Verfügung stellen soll. Gehrig selbst wollte auf Anfrage keinen Kommentar dazu abgeben.

Der angesehene Volkswirtschaftsprofessor und Ex-Verwaltungsratspräsident der Rentenanstalt/Swiss Life zögerte schon einmal – und sagte dann ab: Er wurde nach dem Rücktritt von Marcel Ospel als neuer UBS-Präsident angefragt und verzichtete aus gesundheitlichen Gründen.

(vin)

Erstellt: 21.02.2010, 12:01 Uhr

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