«Die mediale Diskussion hat einen Effekt auf den Geldabfluss»

Erstmals seit fünf Quartalen meldet die UBS wieder schwarze Zahlen. Der Geldabfluss konnte allerdings nicht gestoppt werden. bazonline.ch/Newsnetz berichtete live von der Medienkonferenz mit UBS-Chef Oswald Grübel.

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10.18 Uhr:Die Pressekonferenz ist beendet.

10.10 Uhr:Für variable Personalkosten wurden 2009 drei Milliarden Franken gebucht, nach 1,7 Milliarden Franken im Vorjahr. Wegen der Langfristigkeit der Bonus-Zahlungen ist aber nicht bekannt, wie viel die UBS genau ausbezahlt: «Drei Milliarden Franken sind verbucht, aber das heisst nicht, dass die Angestellten auch genau diesen Betrag erhalten», sagt Finanzchef Cryan.

«Die Boni wurden von der UBS bestimmt», sagte Cryan mit Blick auf das regulatorische Umfeld und die Finanzaufsichtsbehörde Finma. Da die Bundesbeteiligung an der UBS im vergangenen Sommer geendet hatte, kann die Finma bei den Boni-Zahlungen nicht mehr direkt mitbestimmen.

9.55 Uhr:«Die mediale Diskussion über den Steuerstreit mit Frankreich, Italien und Deutschland hat klar einen Effekt auf die Kunden und den Geldabfluss», sagt Grübel.

9.50 Uhr:Zu den gestohlenen Steuerdaten-CDs sagt Grübel: «Wir wissen nicht, ob UBS-Kunden auf den CDs sind.» So lange nicht klar ist, welche Banken vom Datenklau betroffen sind, wird im Geschäft mit deutschen Kunden aber wohl auch bei der UBS weiterhin eine Unsicherheit mitschwingen.

9.38 Uhr:«Vom automatischen Informationsaustausch sind wir noch weit entfernt», beantwortet Grübel eine Frage eines Analysten. Er sagt auch: «Der Steuerstreit mit der EU betrifft die UBS weit weniger als andere Banken. Wir verwalten viel Vermögen von Nicht-Europäern.»

9.35 Uhr:Konzernchef Oswald Grübel zeigt sich überzeugt, dass «mit der Rückkehr zur Profitabilität auch das Kundenvertrauen und unsere Reputation wieder steigen». Die Transformation der UBS sei entschlossen vorangetrieben worden und die Bank sei heute «fokussiert, effizient und robust».

9.30 Uhr:Die UBS-Aktie fällt auf 13,77 Franken. Das sind 2,75 Prozent weniger als am Vorabend. Schwer auf dem Magen scheint den Investoren der Geldabfluss von gesamthaft 147,3 Milliarden Franken zu liegen. Unter anderem wegen der italienischen Steueramnestie ist der Abfluss zwischen Oktober und Dezember mit 56,2 Milliarden Franken im Vergleich zu den Vorquartalen wieder angeschwollen.

9.27 Uhr:Oswald Grübel und John Cryan beantworten jetzt Fragen von Analysten und Journalisten.

9.26 Uhr:15,4 Prozent weist die UBS als sogenannte Tier-1-Quote (Kernkapitalquote) aus. Das bedeutet, dass jeder siebte Franken der Risiken mit eigenem Geld unterlegt ist. Das ist international eine hohe Quote, die im Branchenvergleich als gut gilt.

9.17 Uhr:John Cryan sagt, dass in Asien im letzten Quartal Kundengelder zugeflossen seien. Ein positives Zeichen im gesamten Nettogeldabfluss.

9.15 Uhr:Die grösste Belastung mit zwei Milliarden Franken auf dem Ergebnis seien Verluste auf eigenen Schuldtiteln wegen der wieder gestiegenen Kreditwürdigkeit. Negativ schlugen unter anderem der Verkauf der brasilianischen Bank Pactual und Restrukturierungskosten zu Buche.

9.07 Uhr:Die UBS-Aktie notiert kurz nach Handelsstart mit 1,62 Prozent im Minus. Ein Papier kostet zurzeit 13.93 Franken.

9.07 Uhr:UBS-Finanzchef John Cryan erläutert die Details zum Ergebnis.

9.07 Uhr:«Wir sind immer noch eine der grössten Vermögensverwalterinnen auf der Welt», sagt Grübel. In ein paar Minuten wird er Fragen von Investoren und Journalisten beantworten.

9.05 Uhr:Grübel betont, dass die UBS in Zukunft nicht nur in einem Quartal, sondern über das gesamte Jahr in die Gewinnzone zurückkehren müsse. Er sagt auch, dass das oberste Ziel sei, die Geldabflüsse zu stoppen.

9.00 Uhr:Die Pressekonferenz beginnt. UBS-Chef Oswald Grübel verkündet, dass die UBS im vergangenen Jahr profitabel in allen Divisionen war. Er zeigt sich zufrieden darüber.

Vor der Pressekonferenz:

Dank verminderter Risiken und tieferen Kosten weist die grösste Schweizer Bank im Schlussquartal 2009 einen Gewinn von 1,205 Milliarden Franken aus. Die Analysten hatten mit 320 bis 370 Millionen Franken gerechnet.

Im Gesamtjahr 2009 steht immer noch ein enormer Verlust von 2,74 Milliarden Franken. Gemessen am Mammut-Minus von 21,29 Milliarden Franken im Vorjahr wiederspiegelt das Konzernresultat aber die Bemühungen, im Zuge des Neuaufbaus der Bank die Zahlen wieder ins Lot zu bringen.

Geldabfluss bleibt ein Problem

Nicht gegriffen haben die diversen Massnahmen gegen den Neugeldabfluss. Das Vertrauen der Kunden in die Zürcher Grossbank ist immer noch ein ernsthaftes Problem: Auf das ganze Jahr gesehen wurden Vermögen in Höhe von 147,3 Milliarden Franken abgezogen, davon allein 56,2 Milliarden Franken im vierten Quartal. Tag für Tag zogen die Kunden über 600 Millionen Franken ab. Konzernchef Oswald Grübel erwartet kurzfristig weiterhin eine negative Neugeldentwicklung verbunden mit Margendruck.

Insgesamt verwaltete die UBS Ende 2009 Vermögen in der Höhe von über 2200 Milliarden Franken. Im Jahresvergleich entspricht dies einem Plus von 3 Prozent, im Vergleich zum Vorquartal ist es allerdings ein Minus von 1 Prozent. Die UBS gilt als zweitgrösste Vermögensverwalterin auf der Welt. (bru)

Erstellt: 09.02.2010, 12:37 Uhr

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26 KOMMENTARE

Sascha Berger

10.02.2010, 13:57 Uhr

Gratulation an alle UBS Mitarbeiter und an das neue Management! Sie geniessen mein volles Vertrauen und ich bin ein absolut zufriedener UBS-Kunde (obwohl nur ein "kleiner" Student). Wenn die Medien endlich lernen würden, differenzierter zu berichten, wäre ich sehr dankbar. Arbeiten tut die Bank nämlich ausgezeichnet! Danke an alle Leser, die der UBS den Rücken stärken!


Tom Schumacher

09.02.2010, 15:13 Uhr

Ich war jahrelang Kunde einer Kantonalbank, wurde von ihr schlecht beraten und bin dann zur UBS und habe dies nie bereut.


Thomas Behring

09.02.2010, 14:21 Uhr

Wie soll das Vertrauen zurückkehren, wenn die mediale Schelte andauert? Journalisten profilieren sich weiter auf Kosten der UBS. Negatives verkauft sich besser. Das Vertrauen wird der UBS vor allem durch die Medien entzogen. SIe haben die Fehler der UBS ausgeschlachtet und dafür gesorgt, dass die Kunden weiter abziehen!Ohne die ewigen negativen Medienberichte wäre die UBS bereits wieder profitabel


Hans Lehner

09.02.2010, 14:11 Uhr

Die UBS kann das verlorene Vertrauen erst wieder zurückgewinnen und den Geldabfluss stoppen, wenn sie im Heimmarkt in der Schweiz den grossen Ärger in der Bevölkerung und bei den vernachlässigten KMU's mit einer Grossoffensive beantwortet. Ich erwarte von der UBS endlich eine Kreditkampagne zugunsten der KMU's und eine Reduktion bei den Abzocker-Gebühren auf allen Konto-Varianten.


Leo Ruegg

09.02.2010, 13:34 Uhr

@H.Strahm. Ich bin auch ihrer Meinung. Die machen das schon richtig und die werden sicher in der Zukunft auf der Hut sein. Vertrauen wir der neuen Fuehrung. Kommt schon gut so.


Patrick Meyer

09.02.2010, 13:28 Uhr

Ja das Image müssen die lieben UBSler halt wieder aufbauen. Aber mit dem eingefürten "Jump-Start"-Programm werden sie dies wohl nicht erreichen. Dabei sollen die Berater auf Mehrertrag im 1. Quartal 2010 nochmals 10% davon als Bonus erhalten. Statt die Kunden nun ehrlich zu beraten, werden nun wohl diverse Produkte verkauft und getradet, um ja viel Ertrag für die UBS zu generieren. Nur weiter so!


Clemens Nadig

09.02.2010, 13:07 Uhr

Das fehlende Vertrauen in die UBS ist nicht nur auf die von der Bank gemachten Verfehlungen zurückzuführen. Enormen Schaden wird der Bank permanent durch die Presse und mit einseitig moderierten TV-Sendungen zugefügt. Insbesondere aus linken Kreisen hört man immer wieder, dass der "Steuerzahler" die UBS retten musste. Was für ein Märchen! Mehr Transparenz in dieser Sache würde der UBS helfen.


Bruno Froehlich

09.02.2010, 11:31 Uhr

Die Faustregel kennt jeder Geschaeftsmann : Vertrauen aufbauen ist eine Jahre dauernde Aufgabe serioesen arbeitens. Ein einziger grosser Skandal oder eine Reihe Ungereimtheiten (Boni) zerstoert das stabilste Fundament in Rekordzeit. Wiederaufbau siehe oben, doch es wird niemehr sein wie frueher. Ein einmal gebrochener Ruecken findet nie zu alter Staerke.


Markus Döbeli

09.02.2010, 11:30 Uhr

Ich möchte allen UBS-Angestellten für ihre tägliche Arbeit gratulieren und herzlich danken. Wenn man die comments hier verfolgt, ist es sicher nicht einfach, als "böser Banker" im Tram zu sitzen mit einer UBS-Tasche. Aber auch diese Leute geben ihren Schweiss für ihren Lohn und versuchen, die Bank auf Kurs zu bringen, was ihnen im 2009 anscheinend gelungen ist. Und dies in nur 2 Jahren, chapeau!


Hans Meier

09.02.2010, 11:28 Uhr

@Marco Kreienbühl: Natürlich freue ich mich über einen guten Kundendienst bei der Bank und halte angemessene Boni (in der Höhe eines 13ten Monatslohns) für angemessen. Gute Arbeit soll entlöhnt werden. Ich habe mich etwas irreführend ausgedrückt. Aber Freundlichkeit und Kompetenz sehe ich nicht als Zusatzskills an, sondern als Grundausstattung unser aller im Arbeitsprozess integrierten Menschen.


Max Meier

09.02.2010, 10:58 Uhr

Ich denke nicht, dass die Mittelabflüsse mittelfristig ein Problem sind. Sollte sich für die Kunden die rechtliche Lage klar stellen, heisst, sie wissen genau was für Gelder in Zukunft in der Schweiz unbedenklich angenommen werden, werden sowieso wieder massiv Gelder in die Schweiz fliessen. Wohin sollen Bürger von bankrotten Ländern ihr Vermögen denn sonst platzieren?


Christian Ritschard

09.02.2010, 10:56 Uhr

Ja, Ja, vor 50-60 Jahren waren Banker noch die biederen unterbezahlten Beamten. Ingenieure, Architekten und Erfinder die etwas bewegten waren in dieser Zeit die wichtigen Leute. Ich würde mir wünschen, dass die Kreativen und Schaffer wieder vermehrt in den Vordergrund treten und die vermeintlichen Geldvermehrer (Banken u. Versicherungen) sich ihrer ursprünglichen Tätigkeit besinnen.


Cornelis Bockemühl

09.02.2010, 10:48 Uhr

Eine Bank hat nur ein einziges wirklich wertvolles Gut: ihren guten Ruf und das Vertrauen der Kunden! Ich verstehe nicht warum Grübel&Co das Sterben des "Bankgeheimnisses" derart in die Länge ziehen: Schadensmaximierung?? Würden die Banker heute pfeifen würden die Politiker es morgen killen! "Schweizer Banken" klingt weltweit immer etwas "verrucht", aber das ist heute nicht mehr profitabel...


Heinz Strahm

09.02.2010, 10:40 Uhr

Ich möchte den Verantwortlichen der neuen UBS ein aufrichtiges Kompliment machen für ihre Bemühungen. Sie haben es geschafft das Ruder rumzureissen und sind daran die UBS auf den richtigen Weg zu führen. Eine schwierige Aufgabe, weil immer wieder Altlasten aus der Aera Ospel zum Vorschein kommen. Die neue UBS hat Vertrauen verdient, blicken wir nach vorne und geben wir ihr eine faire Chance!


Marco Kreienbühl

09.02.2010, 10:39 Uhr

@hans meier: Schade, ich kann genau das Gegenteil sagen! Ich wurde und werde - im Gegensatz zu anderen nicht genannt sein wollenden Banken - bei der UBS stets zuvorkommend, freundlich und kompetent bedient. Ich bin mit der Leistung und Arbeit meines Kundenberaters absolut zufrieden! (Ach ja, ich arbeite nicht für oder bei der Bank und bekomme kein Entgelt für diese Aussage!)


Will Jörg

09.02.2010, 10:39 Uhr

Ja, das alte Lied des "Zu gross Werdens un fallen gelassen zu werden" haben die UBS-Verantwortlichen mit unvorsichtigen, Boni-orientierten Produkten im US-Markt verursacht. Die Nationalbank sitzt nach vie vor auf "toxischen Papieren". Bei aller Sachlichkeit vermisse ich in der für viele KMU wichtigen Bank die Einsicht, dass Boni nicht ausbezahlt sondern dem Eigenkapital zugeführt werden müssten.


Daniel Ritter

09.02.2010, 10:28 Uhr

Dazu gibt es nur zu Sagen : ...wer nicht hören will muss fühlen... !!! Erklärungbedarf ist keiner notwendig , da diese Banker immer noch nichts gelernt haben !!!


Hans Meier

09.02.2010, 10:20 Uhr

Natürlich ist die Diskussion müssig, aber wieso sollten Menschen die keine Wertschöpfung betreiben, sondern nur mit Luft handeln, überhaupt Boni erhalten. Wenn ihr Lohn nicht Motivation genug ist, dann wären sie wohl in den meisten anderen Branchen sowieso fehl am Platz. 1.3 Milliarden Gewinn = 1.2 Milliarden Luft in den neuen Ballon.


Carlo Schnydrig

09.02.2010, 10:17 Uhr

Alles nur Schönfärberei. Vielleicht arbeiten die "klugen Köpfe" bereits an einem neuen Bonussystem, welches Misswirtschaft belohnt. Warum existiert bei den Banken kein Malussystem. Zu einem Bonus- gehört auch ein Malussystem. Strengere Auflagen und deren Ueberwachung würde die Ignoranz der Finanzinstitute eindämmen und auch die kleinen Kunden schützen. Die Welt wird von "Gier" regiert.


wolf müller

09.02.2010, 10:15 Uhr

Und jetzt soll mir mal einer erklären, warum da Boni fliessen sollen? Abwanderung der Banker? Wohin? Die Rechnung ist einfach: 3 Milliarden Boni nicht zahlen und das Loch ist gestopft...


Rolf Iseli

09.02.2010, 10:10 Uhr

"Der Steuerstreit mit der EU betrifft die UBS weit weniger als die übrigen Banken..." Was wohl nicht ganz der Wahrheit entspricht, denn dieser Streit wird sich über die EU hinaus ausweiten und losgetreten wurde er von der UBS mit ihren kriminellen Handlungen in den Staaten und wohl auch in Europa. Hinzu kommt wohl noch der Verlust des BG. Viele Resourcen gehen da flöten für den Wiederaufbau.


marie berner

09.02.2010, 10:09 Uhr

wenn nicht auf dieser cd, dann halt auf der nächsten. zeit, da reinen tisch zu machen. nicht nur schönreden.


Luicus Gaemperli

09.02.2010, 10:08 Uhr

Man hat allen Grund, die überhöhten Boni der Banker und die unrühmliche Vergangenheit zu kritisieren. Aber man sollte jetzt bitte auch zur Kenntnis nehmen, dass die UBS wieder auf dem rechten Weg ist und damit die System-Risiken für die Schweiz abnehmen. Der Geldabfluss von -147 Mrd. ist nicht gut, aber man sollte dies in Relation zu den 2'233 Mrd. verwalteten vermögen setzen.


Hans Meier

09.02.2010, 09:58 Uhr

Mit "Ach und Krach" schwarze Zahlen - der Geld-Abfluss ist das Zeichen und Bestätigung, dass die Bank "Kundenunfreundlich" agiert und es auch ist!


Tania Busser

09.02.2010, 09:43 Uhr

Ja ja, das typische US-Argument - wenn's kein überzeugenderes mehr gibt - einer der grööössten Vermögensverwalterin der Weeelt zu bleiben kennt man gut. Zu welchem Preis?


Kurt Dubach

09.02.2010, 09:36 Uhr

Ja schön reden geht ganz gut, das vertrauen ist hin, schon nur wegen den Boni, ist ja nicht normal, das für etwas belohnt wird das, nicht erreicht worden ist! Bitte die Zügeln anziehen, und die Bankaufsicht sollte sich bemühen, solche abstrusen Boni zu unterbinden, da wir ja gerade stehen müssen, für die Herren, in Deuschland wurde der Riegel schon geschoben wo sind unsre Politiker?



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