Wirtschaft
Die umstrittenen Methoden von Lyoness
Von David Schaffner und Bernhard Odehnal. Aktualisiert am 27.10.2009 22 Kommentare
Der Slogan klingt verführerisch: «Geld zurück bei jedem Einkauf.» Mit diesen Worten wirbt die Einkaufsgemeinschaft Lyoness seit Oktober in der Schweiz. Die Firma mit Sitz in Buchs SG ermuntert Konsumenten, Mitglied zu werden, sogenannte Positionen zu erwirtschaften und neue Mitglieder anzuwerben. Angeblich können Lyoness-Kunden europaweit bei mehr als 16'000 Partnerunternehmen vorteilhaft einkaufen.
Ex Libris und Hewlett Packard (HP) liessen allerdings ihr Logo von der Lyoness- Homepage streichen, nachdem sie vom TA erfahren hatten, dass sie angebliche Partner seien. «Wir haben nicht gewusst, dass Lyoness uns als Partner angibt», heisst es bei Ex Libris. Die Einkaufsgemeinschaft sei der Firma nicht bekannt gewesen. Kontakte hätten nicht stattgefunden.
Zur angeblichen Partnerschaft sind HP und Ex Libris über Tradedoubler gekommen. Das schwedische Unternehmen mit einem Ableger in Zürich hilft Firmen, ihre Onlineshops mit anderen Websites zu verknüpfen. Laut Lyoness haben HP und Ex Libris online eine Partnerschaft bestätigt. «HP hat eine vertragliche Beziehung zu Tradedoubler, nicht aber zu Lyoness», sagt hingegen HP-Sprecher Beat Welte. «Das Geschäftsmodell der Lyoness können wir nicht beurteilen.» Ex Libris wird die Verträge mit Tradedoubler ändern, damit nicht erneut unerwünschte Partnerschaften entstehen. Tradedoubler-Geschäftsführerin Catrin Rubenson sagt: «Wir arbeiten mit Lyoness in mehreren Ländern.» Lyoness betreibe ein Modell, das auch andere Firmen kennen würden.
«Schneeballartiges System»
«Hände weg!», rät dagegen Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz. «Das System ist intransparent und nur schwer nachvollziehbar.» Die Liste der Partnerfirmen sei viel kleiner als Lyoness auf der Website suggeriere. Mehrere Firmen seien unter verschiedenen Sparten aufgelistet. «Überdies funktioniert das System klar nach dem Schneeballprinzip.»
Zu diesem Schluss kommt auch die Schweizer Lotterie- und Wettbewerbskommission Comlot: «Bei Lyoness handelt es sich um ein schneeballartiges System», sagt Sprecher Manuel Richard. «Wir haben aber keine Hinweise, dass es illegal ist.» Ein Schneeballsystem sei nur dann verboten, wenn ein Kunde einen Schaden erleide, wenn er nicht viele neue Kunden anwerben könne. «Lyoness gewährt die Möglichkeit, sich auszukaufen. Der Kunde erhält dann Gutscheine im Wert der vorher gezahlten Leistungen.» Comlot will Lyoness weiterhin genau beobachten.
Die Lyoness ist mit der Einschätzung der Aufsichtsbehörde Comlot nicht einverstanden: «Unser System funktioniert nicht schneeballartig», sagt Geschäftsleiter Georg Zakraysek. «Es geht nur um Vergütungen aus dem Einkauf. Lyoness ist nicht abhängig vom Werben weiterer Kunden.» Ein Blick in eine Broschüre der Gemeinschaft zeigt: Lyoness verspricht, sofort ein Prozent der Einkaufssumme zurück an den Käufer zu vergüten. Zusätzlich können sich Mitglieder Positionen erarbeiten. Diese setzen sich aus Restrabatten zusammen, welche die Partnerfirmen an Lyoness gewähren. Eine Position entspricht 75 Franken und löst eine Kaufrückvergütung von 675 Franken aus. Allerdings erst, wenn insgesamt 70 weitere Positionen entstehen – beispielsweise durch angeworbene Freunde.
191'700 Franken Umsatz für 675 Franken Vergütung
In einer Broschüre geht Lyoness davon aus, dass im Durchschnitt eine erste Position nach einer Einkaufssumme von 2700 Franken entsteht. Zusammen mit den anderen 70 Positionen müssen total 191'700 Franken umgesetzt werden, bevor Lyoness tatsächlich 675 Franken vergütet. Um schneller zu einer Position zu kommen, kann ein Mitglied die 75 Franken direkt einzahlen. Überdies wirbt Lyoness dafür, sich mit einem Business-Paket für 3000 Franken gleich mehrere Positionen zu erkaufen. Ein Paket soll gemäss Lyoness Provisionen und Gutschriften in der Höhe von 24'858 Franken abwerfen.
In Österreich, wo Lyoness seit Jahren aktiv ist, haben sich zwei Konsumentenschutz-Organisationen mit dem System beschäftigt. «Wir ersuchen, den in Aussicht gestellten Gewinnen mit angemessener Skepsis zu begegnen», schreibt die Arbeiterkammer. In einer Stellungnahme schrieb Lyoness, dass sie den Begriff Gewinn nicht verwende. Gemeint sind die in Aussicht gestellten Kaufrückvergütungen.
«Lyoness ist transparent»
Wenn ein Lyoness-Mitglied aussteigen will, kann es sich auskaufen. Das kann schnell mehrere Tausend Franken ausmachen. Als Gegenwert erhält das scheidende Mitglied Gutscheine in die Hände gedrückt.
Wie lange es dauert, bis ein Kunde eine erste Rückvergütung erhält oder mit dem Business-Paket 24'858 Franken erwirtschaftet, kann Lyoness nicht sagen: «Der Zeitraum hängt vom persönlichen Einkaufsvolumen und von jenem der empfohlenen Kunden ab», sagt Zakraysek. «Business Partner in anderen Ländern benötigen drei bis fünf Monate.»
Zakraysek findet nicht, dass das System schwer nachvollziehbar sei: «Der Kunde wird Schritt für Schritt an das System herangeführt. Hierzu stehen Veranstaltungen, Homepage, Unterlagen sowie ein Empfehlungsgeber zur Verfügung. Jeder Einkauf und jede Empfehlung wird transparent auf dem persönlichen virtuellen Office dargestellt.» Laut Zakraysek hat Lyoness in der Schweiz aktuell 25 Onlineshops und drei Händler als Partnerfirmen.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 27.10.2009, 04:00 Uhr
WRITE A COMMENT
22 Kommentare
sehr geehrte Damen und Herren, ich bin begeistertes Mitglied von Lyoness und kann ihren negativen Bericht nicht nachvollziehen. Lyoness ist kein Schneeballsystem und es ist sehr transparent und offen. Freundliche Grüsse Rebekka Förderreuther Antworten
Ich bin seit mehreren Monaten glücklicher Lyoness-Kunde und Businesspartner und darf Ihnen versichern, dass das System zu 100 % funktioniert. Ich profitiere bei meinen täglichen Einkäufen von einer Vielzahl von Rabatten die ich alleine nicht bekommen würde. Dank meinen Empfehlungen haben verschiedenste Geschäfter neue Kunden bekommen und viele Kunden erfreuen sich über die Rückvergütungen. Toll! Antworten
Ich komme frisch aus einem Seminar. Das ganze System funktioniert, und macht nichts anderes wie normale Unternehmen. Meines Wissens haben die Menschen, die auf das ganze so losurteilen einfach keine Ahnung, oder sind Schwarzseher. Sich einfach nur auf Theorien und Spekulationen zu verlassen, zeigt wie wenig die Masse eigene Forschung treibt. Mir solls auf jeden Fall recht sein, Jedem das Seine ;). Antworten
Allen positiv argumentierenden Kommentarschreibern wünsche ich viel Glück. Bitte meldet Euch doch nocheinmal in etwa einem Jahr und teilt einfach mit wie es Euch ergangen ist. Vorausgesetzt natürlich die hier schreibenden Kommentatoren und Ihre Geschichten sind auch wirklich echt. Ha , ha. Also nochmal für alle die es noch nicht begriffen haben. " General" , "Menschen helfen Menschen" ??? Antworten
Wäre gut, wenn man sich zuerst richtig informiert, bevor man unqualifizierte Aussagen ins Internet stellt. Die Cashback Card der Lyoness kann man als Nutzer (wie Cumulus bei Migros) oder (Supercard bei Coop) brauchen und von Rabatten profitieren, ohne jemals einen Franken investieren zu müssen. Bitte bessere Abklärungen treffen in Zukunft, besten Dank Antworten
Ich kann nicht verstehen was das Ganze Theater soll. Niemand mus irgend ein Paket kaufen, auser wenn jemand am Geschäfstsaufbau mitmachen will. Und wenn sich Jemand dafür entscheidet, dann mus er dafür auch ein bischen was tun ! Eigentlich Logisch. Ansonsten hat er irgentwas falsch verstanden. Das Systehm funktioniert eben um so besser um so grösser die Einkaufsgemeinschaft ist. Antworten
Wenn jemand dieses Business schlecht macht bestehen 3 Möglichkeiten. 1. Das System wurde nicht verstanden. 2. Man war nicht erfolgreich. 3. Kein Mut zu Neuem! Die Cumuluskarte verteilt nur Punkte aus eigenen Einkäufen. Hier werde ich zusätzlich belohnt, wenn ich die Karte weiterempfehle. Was soll hier falsch sein?????? Undurchsichtig ist nich möglich, wenn eine Firma ISO-zertifiziert wurde! Antworten
Ein Schneeballsystem ist definitiv illegal. Wenn es nun heisst, dass das Lyoness-System nicht illegal sei, dann kann es auch kein Schneeballsystem sein. Hier finde ich einen großen Widerspruch im Artikel. Soweit ich illegale Schneeballsysteme verstanden habe, erhält man nur Gewinn aus Neurekrutierungen, nicht aber von Warenumsätzen, was mehr Richtung Einkaufsgemeinschaften geht. Antworten
Negativen Nachichten verkaufen sich einfach besser, das ist Tatsache. Ich bin der Meinung dass sich jeder seine eigene Meinung bilden soll. Ausserdem dieser Artikel ist ja nicht negative verfasst, es zeigt lediglich das Geschäftsvorhaben von Lyoness. Ich kenne viele Leute in Österreich, Lyoness funktioniert bestens. Probiert es doch selber aus, kostet ja nichts Antworten
Bin immer wieder erstaunt das alles was neu ist ein Schneeballsystem sein soll. Nun möchte ich diese Menschen doch einmal fragen ob sie wissen, was ein Schneeballsystem ist , ich glaube nicht. Ich glaube eher das viele Menschen unzufrieden und frustriet sind und sie sich nur noch an negativen erfreuen oder beschäftigen können. Schade das in unserer Welt immer mehr frust und Gewalt herrscht. Antworten
Ja wie jetzt?!? Ist es klar ein Schneeballsystem oder nicht? Entweder Schneeballsystem und illegal oder legal und damit kein Schneeballsystem! Im Wirtschaftsteil kann der Leser eine seriöse Aussage und Arbeit erwarten. Hier kann ich keine gute Recherche erkennen. So lange es nichts illegales zu erkennen gibt, kann es kein Schneeballsystem sein. Antworten
Warum soll das unseriös sein? Cumulus Karte und Supercard sind doch genau das Gleiche! Je mer Unternehmen da mitmachen um so besser für alle! Ich finds toll und funktioniren tuts auch. Jeder profitiert von jedem, es ist ein geben und nehmen. Es ist ja niemand gezwungen, eine Vorfinanzierung zu leisten, man kann auch einfach so profitieren. Es geht um die Vernetzung, zusammen gehts eben leichter. Antworten
Lyoness bedient sich des MLM, dem Mitleidsmarketing. Bevor der Partner aus einer 50 € Position 575 Euro erwirtschaftet hat, hat er dieses Geld schon längst an Zeit Sprit und Geld ausgegeben um neue Partner zu gewinnen. Als Geldanlage völlig sinnlos... finde ich keine neuen Partner bekomme ich nie mein Geld zurück Finger weg, kann ich jeden nur raten. Antworten
Die einzigen zwei Fehler die Lyoness meiner Meinung nach macht sind, dass durch das hohe notwendige Einkaufsvolumen von 191.700,- Franken wie von Lyoness selbst angegeben sehr lange dauert, bis ein Lyoness Kunde, aber auch Businesspartner vom System profitieren kann. 1% bis 2% sind nicht gerade die grösste Motivation sich vorzugsweise Vertragshändler von Lyoness auszusuchen - LG! Antworten
Ich denke das stimmt so nicht ich bin auch schon ein Kunde von vielen dieser Geschäfte. Wenn ich jetzt einkaufen gehe schauen ich hat Lyoness ein Patnerunternehmen für ein Produkt das ich brauche wenn ja gehe ich in dieses Geschäft einkaufen. Heute ist es Sitte, dass man fast in jedem Geschäft eine Einkaufskarte erhält, eine flut von Karten. Mit Lyoness habe ich eine Karte, das reicht. Antworten
Es handelt sich hier um ein so genanntes Cashback oder auch Loyalty System. Das ist in anderen Ländern weit verbreitet, hierbei werden Kunden dazu motiviert, bei einem Partner einzukaufen, damit sie Punkte oder Cash als 'Belohnung' erhalten. Die Belohnung ist ein Teil der Provision des Shops, der verkauft. Einen Teil der Provision behält das System. Ein alter Hut im Internet Business. Antworten
Solche Einkaufsgemeinschaften sind für Partnerfirmen ja nur interessant, wenn sie NEUE Kunden erzeugen. Dh, ein Kunde der bereits früher bei Jelmoli, Epson, Mövenpick Waren gekauft hat, dies jedoch jetzt über Lyoness tätigt, ist kein neuer Kunde! Also frag ich Franz Maier (14:38) wieviele der 750,000 "neu-erzeugten" Kunden noch nie bei diesen Geschäften vorher eingekauft hatten???? Ehrlich! Antworten
Ich habe Lyoness vor 8 Monaten in Österreich kennen lernen dürfen und bin von dem Angebot mehr als begeistert! Alle meine Einkäufe wickle ich über Lyoness Partnerunternehmen ab und ich habe schon sehr davon profitiert! Für mich ist es wichtig, in Zeiten wie diesen, von allen meinen Ausgaben wieder etwas zurück zu bekommen und wer das ähnlich sieht, der sollte Mitglied bei Lyoness werden. Antworten
hallo ich bin schon seid einem jahr lyonesskunde und habe auch einige freunde mit ins system gebracht um zu sehen ob lyoness funktioniert! und es funktioniert bei uns allen und bei allen mittlerweile 750000 kunden! es ist ein ganz simples(erklärungen für jeden kostenfrei) für jeden gleiches verrechungssystem! laßt es euch erklären und porbiert es selbst aus - dann könnt ihr dazu stellungnehmen! Antworten









Ismaili Visar
Ich teste lyoness seit monaten und erhalte problemlos meine rabatte sowie meine positzionen im system füllen sich, soeben erhalte ich meine vergütungen. ich finde lyoness supper und werde weiter mitarbeiten die händler in der schweiz zu binden. Was für manche das problem ist das lyoness mit der zeit den markt verteilen wird und die meisten leer ausgehen werden. Gruss ari visar ismaili Antworten