Dreamliner: Die Revolution, die zum Desaster wurde

Aktualisiert am 04.12.2009

Der Luftfahrtkonzern Boeing kämpft beim Prestigeobjekt Dreamliner nach wie vor mit Schwierigkeiten. Jetzt droht auch noch die Nachfrage nach der begehrten Boeing 737 einzubrechen. Droht Boeing das gleiche Schicksal wie GM?

Zwei Jahre Verspätung: Fast nichts klappt wie geplant beim Bau der Boeing 787.

Zwei Jahre Verspätung: Fast nichts klappt wie geplant beim Bau der Boeing 787.
Bild: Keystone

Mehr als zwei Jahre liege der amerikanische Flugzeugbauer mit dem Dreamliner jetzt schon hinter Plan, schreibt die «Financial Times Deutschland». Der Konzern habe mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen, weil zum Beispiel die Elektronik aus Europa und die Tragflächen aus Japan kommen. Hinzu kommen technische Probleme mit dem neuartigen und sehr empfindlichen Kohlefasergerüst.

Die Revolution der Luftfahrt sei zum Desaster geworden, sagte Bob Noble, der Manager von Boeing, gegenüber der «Financial Times Deutschland». Als Chef des Lieferantenmanagements für die 787 Dreamliner ist er verantwortlich für die technischen Schwierigkeiten. Fünfmal habe Boeing bisher den Jungfernflug verschieben müssen und auch der Superjumbo 747-8 liege hinter Plan.

Verlust und Ärger mit Kunden

Von Juli bis September dieses Jahres habe der Konzern 1,6 Milliarden Dollar Verlust eingefahren - der höchste in der 93-jährigen Unternehmensgeschichte. Die Fluggesellschaften, die auf die Flugzeuge warten, seien die Verspätungen leid und drängeln. «Bei Boeing fehlt es an Führung», sagte beispielsweise Ryanair-Chef Michael O'Leary, einer der grössten Boeing-Kunden, gegenüber der «Financial Times Deutschland».

Dieses Jahr habe Boeing bereits 83 Aufträge verloren, zuletzt habe der grösste deutsche Reisekonzern Tui zehn Flugzeuge abbestellt. Und es könnte noch schlimmer kommen. Aufgrund der Luftfahrtkrise erwarten Experten, dass vom kommenden Jahr an die Nachfrage vor allem nach kleineren Jets wie der Boeing 737 um bis zu 30 Prozent zurückgehe. Ausgerechnet nach dem Goldesel des Hauses Boeing, der bisher den Verlust überdecken konnte. (tan)

Erstellt: 04.12.2009, 16:08 Uhr

Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre

Meistgelesen in der Rubrik Wirtschaft

Telefonbuch

Marktplatz

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen
Grillsaison
homegate Besser grillieren mit unseren Experten-Tipps Mehr

In Partnerschaft mit:

Homegate

bluebanana.ch

Internet auf dem Fernsehen: Der Trend geht klar in diese Richtung. Werden Sie sich einen Smart TV kaufen?

Ja, auf jeden Fall

 
15.1%

Nein, interessiert mich nicht

 
40.2%

Erst wenn die Geräte billiger geworden sind

 
35.1%

Ich habe schon einen

 
9.7%

3308 Stimmen