Wirtschaft

Druckfehler verwirrt Handy-Kunden von Sunrise

Aktualisiert am 02.11.2009 12 Kommentare

Ein Druckfehler sorgt erneut für rote Köpfe bei Sunrise-Kunden. Auf der letzten Rechnung erschien plötzlich bei Tausenden eine Internet-Option.

Druckfehler auf den Rechnungen: Telekomanbieter Sunrise gerät zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten in die Kritik.

Druckfehler auf den Rechnungen: Telekomanbieter Sunrise gerät zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten in die Kritik.
Bild: Keystone

Mit Verwunderung stellten Sunrise-Kunden fest, dass auf ihrer Rechnung eine Dienstleistung aufgeführt wurde, der sie gar nie zugestimmt hatten: Sunrise surf. Diese ermöglicht es gegen 7,50 Franken pro Monat mit dem Handy für 250 Megabyte (MB) im Internet zu surfen. Zwar heisst es auf der Rechnung, die ersten drei Monate seien gratis. Ab dem vierten Monat werde die Option jedoch normal verrechnet. Wer die Dienstleistung nicht mehr wünsche, müsse sich per SMS abmelden.

Dies sei jedoch nicht nötig, sagte Sunrise-Mediensprecher Hugo Wyler auf Anfrage der AP, denn die Auflistung in der Dienstleistungsübersicht sei ein Druckfehler. Der Text stamme von einer Werbeaktion des vergangenen Sommers und sei fälschlicherweise auf den Rechnungen einiger tausend Kunden gedruckt worden, bei denen Sunrise Ende August die Surfoption für einen Monat gratis aktiviert habe.

Konsumentenschutz intervenierte

«Damit ist das Chaos perfekt», kommentierte SKS-Geschäftsleiterin Sara Stalder die Verwirrung. Sie erinnerte daran, dass Sunrise Ende August Konsumentinnen und Konsumenten mit der Aktivierung von Sunrise surf überrumpelt hatte. Die Surfoption war ohne Zustimmung der Kunden für einen Monat gratis aktiviert und wäre bei nicht erfolgter Kündigung per SMS anschliessend kostenpflichtig weitergeführt worden. Erst nach der Intervention der SKS verzichtete Sunrise auf diese als «Opt Out» bekannte Verkaufsmethode und schaltete den Dienst auch ohne Kündigung der Kunden aus.

Sunrise hatte damals argumentiert, die Surfoption zum Schutz von Kunden mit sehr hohen Surfkosten aufgeschaltet zu haben. Recherchen zeigten jedoch, dass die Option auch für Kunden aufgeschaltet worden war, die mit dem Handy noch nie im Internet waren.

Dass jetzt gerade diese Kunden den Eindruck erhalten hätten, sie seien weiterhin bei Sunrise surf angemeldet, sei unglaublich, sagte Stalder. «Solche Fehler dürfen einfach nicht passieren». Dass die Konsumenten nicht von selbst bemerkt hätten, dass es sich um einen Druckfehler handelte, führte die Konsumentenschützerin auf die unübersichtlichen Rechnungen der Sunrise zurück. «Es ist für Sunrise-Kunden absolut schwierig ihre Rechnungen zu verstehen», so Stalder.

Rechtlich zulässig?

Sunrise wollte laut Wyler umgehend auf den Fehler reagieren. «Wir bedauern allfällig aufgetreten Missverständnisse. Den betroffenen Kunden werden jedoch keinerlei Kosten für die Surfoption belastet», versicherte der Sunrise-Sprecher und hielt fest, bei Sunrise hätten sich wegen des Druckfehlers bisher keine Kunden beschwert.

Unabhängig davon ist eine Anfrage der SKS beim Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) zu Opt-Out-Methoden am Freitag noch hängig, wie SKS-Geschäftsleiterin Stalder sagte. Die Stiftung hatte eine Klärung gefordert, ob diese in der Telekombranche weit verbreitete Verkaufsmethode rechtlich zulässig sei. (tan/ap)

Erstellt: 02.11.2009, 11:00 Uhr

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12 Kommentare

Micha Motzinger

02.11.2009, 12:29 Uhr
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Mit Fehlinformationen seitens des Kundenservices habe ich bei Sunrise auch so meine Erfahrungen gemacht. Wegen einer Fehlinformation musste ich ein ganzes Jahr zusätzliche Abokosten zahlen: Der Kundendienst versichterte mir, dass der auf zwei Jahren dotierte Vertrag automatisch auslaufe und ich nicht zu kündigen brauche ... entweder haben die keine Ahnung oder desinformieren gezielt. Antworten


Peter Meier

02.11.2009, 11:14 Uhr
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Es hat sich kein Kunde beschwert? Aber hallo, ich habe noch am gleichen Tag bei Sunrise angerufen und mich beklagt... die absolut inkompetente Call-Center Mitarbeiterin hat mir jedoch gesagt dies sei halt so und man müsse sich wieder abmelden wenn man das nicht wolle (also eine komplette Fehlinformation). Antworten



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