Dubai World kündigt Verkauf von Beteiligungen an

Nachdem der Staat Dubai sich geweigert hat, der Holding aus dem Schuldenchaos zu helfen, muss Dubai World Beteiligungen abstossen; betroffen könnten auch die Projekte im Westen sein. Die Aktienkurse im Emirat brachen erneut ein.

Könnten verkauft werden: Die Anteile der Dubai World am MGM Hotel/Casino in Las Vegas...

Könnten verkauft werden: Die Anteile der Dubai World am MGM Hotel/Casino in Las Vegas...
Bild: Keystone

Das staatseigene Investmentkonglomerat Dubai World muss wegen seiner hohen Schuldenlast wohl einen Teil seines Besitzes verkaufen. Das deutete am Montag der Finanzchef des Emirats Dubai, Abdul Rahman al Saleh an. Die Nachricht liess die Börse in Dubai erneut einbrechen. Die Aktienkurse sackten um 5,8 Prozent ab.

Setzt die Holding die Ankündigung um, kommen prominente Beteiligungen weltweit auf den Markt. Denn Dubai World hat in den Boomjahren vor der Finanzkrise nicht nur ehrgeizige Projekte wie künstliche Inseln, Hochhaustürme und Luxushotels in dem Scheichtum am Persischen Golf mit geliehenem Geld finanziert, sondern auch Unternehmen und Beteiligungen in aller Welt erworben. Dazu gehören die Luxus-Kaufhauskette Barney's New York in den USA, hochklassige Hotels in den Vereinigten Staaten und Anteile am Casinobetreiber MGM Mirage in Las Vegas sowie am berühmten kanadischen Zirkus Cirque du Soleil.

«Nichts, was das verhindern könnte»

Noch hat Dubai World nicht erklärt, von welchen ihrer weit gestreuten Investitionen sie sich trennen will. Finanzchef al Saleh erklärte, es sei zu früh, um konkrete Pläne anzukündigen. Hauptziel sei es, die Firma für die kommenden Jahre neu aufzustellen. Gegenüber dem arabischen Fernsehsender Al-Jazeera sagte al Saleh jedoch, es gebe «nichts, was einen Verkauf der Vermögenswerte im Ausland verhindern könnte».

Heute wollen sich die wichtigsten Gläubiger in Dubai treffen, um über die Zukunft der Holding zu beraten. Darunter sollen sich gemäss Standard.at auch die HSBC, Lloyds und die Royal Bank of Scotland befinden.

Langfristige Projekte mit kurzfristigen Krediten finanziert

Nach den Worten al Salehs liegt das Problem der Holding darin, dass in der Vergangenheit langfristige Projekte mit leicht verfügbaren kurzfristigen Darlehen finanziert worden seien. Die meisten Kredite von Dubai World liefen nur drei bis fünf Jahre, während die Projekte auf 25 bis 30 Jahre angelegt seien.

Dubai World hatte vor knapp zwei Wochen kurzzeitig auch an den internationalen Finanzmärkten für einen Schock gesorgt, als die Regierung mitteilte, die Holding benötige einen Zahlungsaufschub von mindestens sechs Monaten. Die Holding ist mit etwa 60 Milliarden Dollar verschuldet. Die Regierung von Dubai ist zwar einziger Eigentümer von Dubai World, hat aber betont, dass der Staat nicht für die Schulden des Unternehmens garantiere.

(oku/ap)

Erstellt: 07.12.2009, 16:57 Uhr

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