EBL und IWB investieren in Spanischen Solarstrom

Aktualisiert am 05.08.2009 2 Kommentare

Die Baselbieter Stromversorgerin EBL steigt in grossem Stil ins Geschäft mit der Sonnenenergie ein. Für 225 Millionen Fr. baut das Unternehmen in Südspanien ein thermisches Solarkraftwerk. Auch die Industriellen Werke Basel (IWB) wollen ins Projekt einsteigen.

Sonnenenergie aus Spanien: Ein Sonnenkraftwerk bei Sevilla. Ein Feld mit beweglichen Spiegeln bündelt das Licht auf einen zentralen Turm.

Sonnenenergie aus Spanien: Ein Sonnenkraftwerk bei Sevilla. Ein Feld mit beweglichen Spiegeln bündelt das Licht auf einen zentralen Turm.
Bild: Keystone

Die EBL hält am Solarkraftwerk Puerto Errado II im andalusischen Murcia vorerst einen Anteil von 85 Prozent, wie das Unternehmen mit Sitz in Liestal am Mittwoch vor den Medien bekanntgab. Die Anlage mit einer Leistung von 30 Megawatt soll zirka 50 Kilowattstunden Solarstrom erzeugen, womit sich laut der EBL rund 11'000 Haushalte versorgen lassen.

Baubeginn im Oktober

Das Kraftwerk auf dem Sonnengürtel Europas soll nach zweijähriger Bauzeit Ende 2011 ans Netz gehen. Der auf einer Fläche von 60 Hektaren oder 84 Fussballfeldern erzeugte Solarstrom dient zunächst den Verbrauchern vor Ort und verbessert zugleich den europäischen Strommix, so die EBL.

Von den Gesamtkosten von 225 Millionen Fr. sollen 70 Prozent durch Banken finanziert werden. Die EBL übernimmt von den verbleibenden 30 Prozent Eigenkapital vorerst 57 Millionen Franken. Davon wollen die Industriellen Werke Basel (IWB) 21 Millionen Fr. übernehmen, falls der Grosse Rat einer von der Regierung bereits gutgeheissenen Vorlage zustimmt.

Die restlichen 15 Prozent am Projekt hält die Novatec Biosol AG, die das solarthermische Kraftwerk entwickelt hat und auch für die Realisierung verantwortlich ist. Das deutsche Unternehmen hat am Standort ihres ersten kommerziellen Projekts eine Testanlage in Betrieb, die als weltweit erstes Fresnel-Solarkraftwerk seit März 2009 Strom für das lokale Netz liefert.

Günstiger als herkömmliche Solaranlagen

Die von Novatec Biosol für die solare Dampferzeugzung verwendete Fresnel-Kollektor-Technologie ist eine Weiterentwicklung der Parabolrinnen-Technologie. Sie kommt mit markant weniger Material und Land aus und ist kaum für Windschäden anfällig.

Hergestellt werden die leicht zu montierenden Schlüsselkomponenten vollautomatisch in Spanien selbst. Wirtschaftlich ist die Anlage laut dem Hersteller ab einem Ölpreis von 50 Dollar pro Barrell.

Als entscheidenden Vorteil neben dem günstigeren Preis wertet die Novatec-Verantwortlichen den geringen Wasserverbrauch der Anlagen, die über Trockenkühlung und wasserfreie Reinigungsroboter verfügen. Herkömmliche Parabolrinnen-Kraftwerke brauchen dagegen im trockenen Südspanien jährlich mehrere Millionen Liter Wasser für Kühlung und Reinigung.

Die EBL, die bis 2020 rund 30 Prozent ihres Energieabsatzes mit neuen erneuerbaren Energien wie Wind, Sonne, Biomasse oder Geothermie abdecken will, hält ihr Spanien-Projekt nicht nur ökologisch, sondern auch für wirtschaftlich «äusserst interessant», weil für die nächsten 25 Jahre eine Einspeisevergütung von 28 Eurocent pro Kilowattstunde garantiert ist.

Die EBL ist nach eigenen Angaben die erste Stromversorgerin der Schweiz, die in ein Sonnenwärmekraft investiert. Das Unternehmen ist von der «zukunftsweisenden Technologie» dermassen überzeugt, dass sie mit bereits mit weiteren solchen Kraftwerken liebäugelt.

Leisten kann sich das die seit 111 Jahren bestehende Firma, weil sie als Genossenschaft den Gewinn statt den Aktionären abzuliefern reinvestieren kann, wie Geschäftsführer Urs Steiner sagte. Letztes Jahr erzielte die EBL bei einem Umsatz von 112,6 Millionen Fr. einen Gewinn von 4,3 Millionen Franken. (jg/ap)

Erstellt: 05.08.2009, 15:30 Uhr

2

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

2 Kommentare

Markus Schöpfer

05.08.2009, 18:01 Uhr
Melden

Dass das lukrativ und umweltschonend ist, ist schon lange bekannt. Dass Schweizer Stromkonzerne nicht mehr in solche Anlagen investieren, anstatt AKW's zu planen, ist daher unverständlich. Eine Konzentration auf den Bau von Solarkraftwerken würde das Weiterbestehen solcher Konzerne garantieren. Machen die das nicht, wird die dezentrale Stromherstellung in der CH langfristig die Konzerne ersetze Antworten


Max Wartenberg

06.08.2009, 08:36 Uhr
Melden

Schön und gut, dass in Spanien investiert wird und unsere Firmen von der staatlichen Einspeisevergütung profitieren, nur ändert das nichts am Strommix bei uns in der Schweiz. Treibt hier die Geothermie voran! Antworten



Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre

Meistgelesen in der Rubrik Wirtschaft

Telefonbuch

Marktplatz

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen
Grillsaison
homegate Besser grillieren mit unseren Experten-Tipps Mehr

In Partnerschaft mit:

Homegate

bluebanana.ch

Internet auf dem Fernsehen: Der Trend geht klar in diese Richtung. Werden Sie sich einen Smart TV kaufen?

Ja, auf jeden Fall

 
15.1%

Nein, interessiert mich nicht

 
40.2%

Erst wenn die Geräte billiger geworden sind

 
35.1%

Ich habe schon einen

 
9.7%

3308 Stimmen