Wirtschaft
Ex-UBS-Manager bekennt sich der Verschwörung für schuldig
Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 20.05.2010
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Erneut macht die UBS (UBSN 11.15 -0.89%) wegen ihrer Vergangenheit in den USA Negativschlagzeilen. Diesmal wegen eines Vergehens, das bisher noch relativ wenig Beachtung gefunden hat, in den USA aber eine grosse Bedeutung hat. Es geht um den sogenannten «Muni Market». Damit ist der Markt mit dem Geld von Gemeinden und Teilstaaten gemeint. Dieser Markt umfasst immerhin die Riesensumme von 2,8 Billionen Dollar. Eine Reihe von Banken, darunter die UBS, standen schon länger im Verdacht, sich in diesem Markt mit kriminellen Methoden Vorteile verschafft zu haben. Der Vorwurf lautet auf Verschwörung und Betrug. Jetzt hat sich ein ehemaliger Manager der Schweizer Grossbank in den USA selber der Verschwörung und des Betrugs für schuldig bekannt. Laut mehreren angelsächsischen Medienberichten, die dies heute bekannt gemacht haben, nimmt die UBS dazu selbst nicht Stellung.
Jährlich nehmen die Gemeinden und Teilstaaten in den USA auf dem Kapitalmarkt rund 400 Milliarden Dollar auf. Das Geld benötigen sie für ihre Ausgaben, wie den Bau von Strassen oder Schulen. Doch meist benötigen sie nicht alles sofort. Den Rest versuchen sie in der Zwischenzeit so anzulegen, dass die Zinserträge möglichst hoch ausfallen. Dafür lassen sie eine Auktion unter verschiedenen Banken durchführen. Wer das beste Angebot bietet, erhält den Auftrag zur Verwaltung des Geldes.
Manipulierte Auktionen
Die Auktion führen die Gemeinden allerdings nicht selber durch. Damit sind spezialisierte Unternehmen beauftragt. So zum Beispiel CDR Financial Products, das in Los Angeles beheimatet ist. Hier nun setzt der Vorwurf ein, dass die Banken mit CDR und ähnlichen Firmen gemeinsame Sache auf Kosten der Gemeinden gemacht haben. Die Auktion sei so manipuliert worden, dass die Banken gemeinsam mit CDR bereits zum Vorneherein vereinbart hätten, wer der Gewinner der Auktion sein soll. Dazu hätten andere Banken absichtlich Angebote ohne Chance auf einen Erfolg gemacht. Sie seien dafür in anderen Auktionen als Gewinner auserkoren worden. Die Banken hätten CDR und anderen Firmen, die solche manipulierten Auktionen durchgeführt haben, sogenannte Kickbacks bezahlt, die als Gebühren für Dienstleistungen an weitere Firmen getarnt worden seien. Die Gemeinden hätten so für ihr Geld weniger Zinsen erhalten als in einer fairen Auktion.
Das erste Schuldbekenntnis eines Bankmitarbeiters
Mark Zaino, wie der ehemalige Manager der UBS heisst, ist der erste Mitarbeiter einer Grossbank, der sich gegenüber den US-Behörden für schuldig bekennt, insgesamt aber der Vierte. Denselben Schritt haben bereits drei Angestellte von CDR Financial Products getan. Drei andere des Betrugs angeklagte Spitzenmanager von CDR erklärten dagegen, sie seien unschuldig. Auch Zaino hat offenbar vor seiner Tätigkeit bei der UBS bei CDR gearbeitet.
Diese Art der Deals wurden offenbar von 2001 bis 2005 gemacht. Die UBS hat sich seit dem Juni 2008 aus dem «Muni Market» ganz zurückgezogen. Im schlimmsten Fall könnte der ehemalige UBS-Angestellte Mark Zaino für 20 Jahre hinter Gitter kommen und muss zusätzlich mit Bussen rechnen. Ein Schuldbekenntnis dient in der Regel dem Zweck, das Strafmass zu mildern. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 20.05.2010, 13:21 Uhr
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