Wirtschaft
Facebook-Aktionären droht neues Ungemach
Von Anita Merkt. Aktualisiert am 13.08.2012 42 Kommentare
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Eine Reihe von Aktionären unterliegt zurzeit noch einem Lock-up, das heisst, sie konnten ihre Aktien bisher nicht verkaufen. Zu den Aktionärsgruppen, für die aufgrund ihres Insiderwissens eine Lock-up-Periode galt, gehören neben Goldman Sachs und anderen Grossaktionären die Angestellten des Unternehmens. Analysten gehen davon aus, dass viele von ihnen ihre Aktien am Donnerstag auf den Markt werfen werden. Doch das würde den Kurs der gebeutelten Papiere nur noch weiter nach unten drücken.
Die bisher gehandelten 421 Millionen Aktien sind nur ein kleiner Teil des gesamten Kapitals, ab Donnerstag dürfen die Angestellten von Facebook (FB 26.25 0.46%) 271 Millionen weitere Aktien auf den Markt werfen. Bleibt zu hoffen, dass sie es nicht sofort tun, sondern weiterhin an ihre Firma glauben. Tun sie das nicht, wäre es für den Markt ein sehr negatives Signal. Denn die Beschäftigten haben Zugang zu Informationen, die dem gewöhnlichen Aktionär verborgen bleiben.
Grossaktionäre können erstmals Aktien verkaufen
Abgesehen von den Beschäftigten können ab Donnerstag auch Grossaktionäre wie Goldman Sachs, Microsoft und Accel Partners ihre ersten Facebook-Aktien verkaufen. Nach Informationen von Bloomberg kämen in den nächsten neun Monaten 1,9 Milliarden zusätzliche Aktien auf den Markt, rund viermal so viele wie zurzeit gehandelt werden. Dass der Aktienkurs einer solchen Flutung der Börse standhalten würde, glaubt niemand.
Doch ganz so schlimm wird es nicht kommen. Insider gehen davon aus, dass zumindest Microsoft Facebook die Stange halten wird. Für Microsoft sei Facebook nicht nur ein Investment, sondern ein strategischer Partner im Kampf gegen den Erzrivalen Google. Microsoft und Accel Partners haben sich Facebook-Aktien zugelegt, als die Firma noch weit weniger wert war als heute, und würden mit einem Verkauf noch immer einen satten Gewinn einstreichen. Goldman Sachs hat ungefähr gleich viel bezahlt, wie die Aktie heute wert ist.
Enttäuschende Quartalszahlen
Ende Juli hatte Facebook-Chef Mark Zuckerberg erstmals nach dem Börsengang Quartalszahlen vorgelegt. Die Aktie fiel danach um mehr als elf Prozent auf ein neues Allzeittief. Von April bis Juni hatte Facebook einen Verlust von 157 Millionen Dollar eingefahren. Die Einkünfte aus dem Anzeigengeschäft, das den Grossteil der Unternehmenseinnahmen ausmacht, seien dagegen um 28 auf 992 Millionen US-Dollar gestiegen, betonte Zuckerberg.
Das grösste Problem von Facebook ist nach wie vor, dass es kein ausgereiftes Geschäftsmodell gibt, wie das Netzwerk mit seinen weltweit 955 Millionen Nutzern Gewinne machen will. Obwohl sich 552 Millionen Facebook-Fans sogar täglich einloggen, konnte Zuckerberg bisher nicht zeigen, wie er sie mit Werbebotschaften zu Käufern machen will. Kommt hinzu, dass sich mittlerweile rund die Hälfte der Nutzer mobil über iPhones oder andere Smartphones einloggt. Den kleinen Bildschirm auch noch mit Werbebotschaften zu füllen, scheint schwierig.
(baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 13.08.2012, 19:02 Uhr
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42 Kommentare
Interessant wird's dann, wenn facebook bankrott geht. Das Einzige an Wert, was facebook besitzt, sind Kundendaten. Bin ja mal gespannt wer mir dann die Mailbox zumüllt und das ist nur die harmloseste Version, die ich mir vorstellen kann. Antworten
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