Finanzskandal: Ex-Stapi von Zürich zieht Notbremse

Von Rita Flubacher. Aktualisiert am 19.03.2010 6 Kommentare

Die in Glattbrugg ansässige Firma Value Partners Associates (VPA) ist in einen Finanzskandal involviert. Die beiden Chefs wurden verhaftet. Thomas Wagner tritt als Verwaltungsratspräsident ab.

Zieht sich aus dem Verwaltungsrat zurück: Thomas Wagner, von 1982 bis 1990 Stadtpräsident von Zürich.

Zieht sich aus dem Verwaltungsrat zurück: Thomas Wagner, von 1982 bis 1990 Stadtpräsident von Zürich. (Bild: Keystone)

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Seit 2004 ist der frühere Zürcher Stadtpräsident Thomas Wagner Verwaltungsratspräsident der in Glattbrugg ansässigen Finanzdienstleistungsfirma Value Partners Associates (VPA). Nun hat er die Notbremse gezogen. Auf Anfrage des «Tages-Anzeigers» erklärte er, er habe am Dienstag seinen sofortigen Rücktritt eingereicht - dies nach einem Telefongespräch mit der Revisionsstelle von Value Partners. Die Revision für 2009 könne nicht abgeschlossen werden. Über die Gründe für die Verzögerung wollte Wagner nichts sagen.

Doch sein Absprung kommt in letzter Minute. Gestern wurde in Deutschland bekannt, dass die beiden Chefs von Value Partners, Jürgen Blatz und Berthold Senf, im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet verhaftet worden waren.

Leipzig drohen Verluste von 290 Millionen

Die Glattbrugger Firma ist in den Skandal um ein hochriskantes Finanzgeschäft der Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL) involviert. Blatz und Senf, Experten für komplexe Leasinggeschäfte, hatten das Finanzgeschäft zwischen der KWL und der UBS vermittelt. Heute drohen der Stadt Leipzig aus diesem Deal Verluste von bis zu 290 Millionen Euro. Ein KWL-Verantwortlicher sitzt seit Ende Februar in Untersuchungshaft.

Blatz und Senf kassierten für ihre Dienste ein Honorar von über 20 Millionen Euro. Laut Informationen aus Deutschland sollen Blatz und Senf sich vor ihrer Verhaftung in den USA aufgehalten haben, um Millionen aus dem KWL-Geschäft verschwinden zu lassen.

VPA hat auch in Zürich immer wieder für Gesprächsstoff gesorgt. Die VPA-Berater betreuten Leasinggeschäfte der Stadt Zürich, die noch zu Amtszeiten von Thomas Wagner abgeschlossen worden waren. Der Vorwurf einer Interessenkollision wurde laut.

Letzten Dezember beschloss die Stadt Zürich, die Verträge mit VPA per Mitte dieses Jahres aufzulösen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.03.2010, 06:47 Uhr

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6 Kommentare

Alexandra Hamilton

19.03.2010, 08:10 Uhr
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Und wer war das noch mal gleich, der damals die Leasinggeschäfte Zürichs mit VPA vermittelt, bzw im Stadtrat vertreten hat? Antworten


Tamborini Rene

19.03.2010, 09:21 Uhr
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Mein gesunder aber nicht genug ausgebildeter Menschenverstand sagte mir schon damals: Das ist eine Trickserei: Herr Wagner hat das auch in Zürich auch eingeführt, der Millionenschaden wurde stets bagatellisiert, dafür war Wagner zielgerichtet für die Privatisiertung der städt. Werke eingestanden, was zum Glück vom Volk vehement abgelehnt wurde. Es lebe der Volksentscheid, einmal mehr!! Antworten



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