Wirtschaft

France Télécom: «Kosten-Killer» muss nach Selbstmord-Serie gehen

Aktualisiert am 05.10.2009

Nach 24 Suiziden in 19 Monaten kommt es in der Chefetage des französischen Telekomunternehmens zu einem Wechsel.

Verschlechterung des Arbeitsklimas: Louis-Pierre Wenes.

Verschlechterung des Arbeitsklimas: Louis-Pierre Wenes.

Nach einer Serie von Selbstmorden hat die Nummer zwei von France Télécom den Posten räumen müssen. Der für das Frankreich-Geschäft zuständige stellvertretende Generaldirektor Louis-Pierre Wenes wurde per sofort durch Stéphane Richard ersetzt. Richard hätte ab 2011 ohnehin die Führung des ehemaligen Monopolisten übernehmen sollen, wie das Unternehmen mitteilte. Die France-Télécom-Führung steht unter Druck, nachdem sich im Konzern in den vergangenen 19 Monaten 24 Mitarbeiter das Leben genommen haben. Gewerkschaften machen dafür den rasanten Umbau der Firma verantwortlich, der Versetzungen von Beschäftigten nach sich zieht.

Wenes, der sich einen Namen als «Kosten-Killer» gemacht hat, wird von den Arbeitnehmervertretern als Hauptverantwortlicher für das verschlechterte Klima im Konzern gesehen. Noch vor zwei Wochen hatte er den Gewerkschaften vorgeworfen, die Suizid-Serie in den Medien für ihre Zwecke auszunutzen. Wenes' Nachfolger Richard war im Mai zum Nachfolger von Konzernchef Didier Lombard bestimmt worden. Er war Büroleiter von Wirtschaftsministerin Christine Lagarde. France Télécom als drittgrösster europäischer Telekommunikationsanbieter wird noch zu knapp 27 Prozent vom Staat gehalten. (vin/sda)

Erstellt: 05.10.2009, 09:55 Uhr

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