Franzosen sollen in Tunesien für 137 Euro im Monat arbeiten
Das ist Continental zu teuer: Reifenproduktion in Europa. (Bild: Keystone)
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Der deutsche Reifenhersteller Continental hat in Frankreich entlassenen Beschäftigten vorgeschlagen, für 137 Euro monatlich in Tunesien weiterzuarbeiten. Den Mitarbeitern des im Januar geschlossenen Werkes im nordfranzösischen Clairoix seien gemäss den arbeitsrechtlichen Vorschriften freie Stellen in einem tunesischen Continental-Werk angeboten worden, sagte ein Unternehmenssprecher am Montagabend.
Die Gewerkschaft CGT bezeichnete das Angebot als «Provokation» und «zynisch». «Nicht einmal die Tunesier wollen diese Arbeitsplätze», sagte Gewerkschaftsvertreter Xavier Mathieu.
Fabrik besetzt
Der Unternehmenssprecher verteidigte das Angebot: Continental befinde sich in einer Zwickmühle: Biete es die Stellen in Tunesien nicht an, würden rechtliche Konsequenzen drohen, biete es die Stellen an, sei die Empörung der Öffentlichkeit über den als unanständig geltenden Vorschlag gewiss. Der Gesetzgeber denke aber inzwischen über eine Weiterentwicklung des Arbeitsrechts in diesem Bereich nach.
Gegen die Schliessung des Continental-Werks in Clairoix hatte es massive Proteste gegeben. Wütende Beschäftigte beschädigten dabei auch Teile der Fabrik und Behördengebäude. Sechs von ihnen wurden deswegen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, die aber in zweiter Instanz zu einer Geldstrafe abgemildert wurde.
50'000 Euro Abfindung
Auch wenn die Arbeitnehmer die Schliessung des Werkes nicht verhindern konnten, erkämpften sie sich eine zusätzliche Abfindung von 50'000 Euro. (cpm/sda)
Erstellt: 30.03.2010, 13:02 Uhr
Wirtschaft
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