Wirtschaft

«Für dieses Jahr haben wir unsere Kaffeekosten fixiert»

Von Romeo Regenass. Aktualisiert am 13.05.2011 1 Kommentar

John Culver, die Nummer 2 beim Kaffeekonzern Starbucks, sieht für die hohen Preise für Rohkaffee keinen realen Hintergrund. Er glaubt, die von Spekulanten getriebenen Preise würden wieder fallen.

«Das neue Logo erlaubt uns, in neue Kategorien zu expandieren.»: John Culver im Starbucks am Zürcher Central.

«Das neue Logo erlaubt uns, in neue Kategorien zu expandieren.»: John Culver im Starbucks am Zürcher Central.
Bild: Dominique Meienberg

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Herr Culver, Starbucks ( 54.56 -0.37%) hat das Wort «Coffee» aus dem Logo verbannt. Will Starbucks keinen Kaffee mehr verkaufen?
Kaffee wird immer unser Kerngeschäft sein und ist es seit 40 Jahren. Aber das neue Logo erlaubt uns, in neue Kategorien zu expandieren und in Zukunft auch Tee oder andere Erfrischungsgetränke sowie Food zu verkaufen. Zudem wollen wir mit unseren Produkten in Zukunft verstärkt auch in andere Verkaufskanäle rein, zum Beispiel in Supermärkte und Convenience-Shops.

Mit 46 Standorten hat die Schweiz die grösste Dichte an Starbucks weltweit. Wie kam es dazu?
Es heisst immer, die Schweizerinnen und Schweizer seien konservativ. Das Gegenteil ist der Fall: Sie sind offen, erst recht in einer Stadt wie Zürich mit Menschen aus so vielen unterschiedlichen Ländern. Die Leute reisen auch viel und kennen dadurch andere Kulturen. Und sie schätzen qualitativ hochwertige Produkte, wie wir sie anbieten.

War das auch der Grund, weshalb Starbucks 2001 den Sprung auf den europäischen Kontinent in Zürich gewagt hat?
Nicht nur. Starbucks war als Marke in der Schweiz schon bekannt, bevor wir den ersten Coffeeshop eröffneten. Wir haben in Lausanne unser weltweites Einkaufsbüro, und die Kaffeemaschinen für unsere unterdessen 17'000 Cafés weltweit liefert uns seit langem die Firma Thermoplan in Weggis. Und schliesslich gab es hier schon immer eine Kaffeekultur.

Vor der Eröffnung des ersten Starbucks trank hier aber kaum jemand den Kaffee auf der Strasse, jetzt sieht man andauernd Leute mit einem Kaffeebecher unterwegs.
Starbucks zieht Leute an, die einen wirklich guten Kaffee wollen. Mal wollen sie ihren Kaffee entspannt im Sofa trinken, mal beim Arbeiten am Laptop am Tisch, mal auf dem Weg zur Arbeit. Wir haben von Anfang an alle Möglichkeiten angeboten. Um den Absatz über die Gasse zu fördern, haben wir zudem Trinkbecher im Angebot und bieten den Kaffee im eigenen Becher für unterwegs etwas günstiger an.

Stichwort Preis: Starbucks-Kaffee ist nicht billig. Dennoch lassen zumindest die Schweizer Starbucks auch in Krisenzeiten nicht links liegen. Weshalb?
Für normalen Kaffee zahlen Sie bei uns nicht viel mehr als anderswo. 4.40 Franken für einen Espresso, das ist in Zürich doch normal. Sobald sie eine Spezialität trinken, wird es teurer. Da haben Sie recht. Aber dafür erhalten Sie auch eine Menge guten Kaffee und können stundenlang bei uns im Sofa hängen. Unsere Kunden erhalten etwas für ihr Geld: Top-Qualität und ein Erlebnis. Das funktioniert hier, aber auch in Mexiko oder China.

Der Kaffeepreis ist in letzter Zeit stark gestiegen, auch Starbucks musste die Preise erhöhen. Ist ein Ende der Spirale in Sicht?
Der Kaffeepreis ist auf einem 34-Jahre-Hoch. Wir sind der Ansicht, dass diese Preise keinen realen Hintergrund haben, denn es gibt kein Versorgungsproblem, im Gegenteil. Da sind Spekulanten am Werk. Wir glauben aber, dass die Preise wieder sinken werden. Für dieses Jahr haben wir unsere Kaffeekosten fixiert. Wir beobachten den Markt aber genau. Abstriche bei der Qualität machen wir auf keinen Fall.

Starbucks gilt als nachhaltig geführter Konzern. Worin zeigt sich das?
Wir sind der grösste Aufkäufer von Fair-Trade-Kaffee weltweit. Und in den 30 Ländern, in denen wir Kaffee beschaffen, beziehen wir allen Kaffee gemäss unseren Nachhaltigkeitsrichtlinien. Wir versuchen allen Farmern, die unsere hohen Qualitätsanforderungen erfüllen, einen fairen Preis zu geben und sie zu unterstützen, zum Beispiel mit günstigen Mikrokrediten. In den 40 Jahren seit unserer Gründung konnten wir so ein riesiges Reservoir an Vertrauen aufbauen, unser Engagement wird weltweit anerkannt.

Was kostet Sie das?
Nachhaltigkeit war für uns nie ein Kostenfaktor, sondern stets eine Investition in Werte, die wir als wichtig erachten. Wir sind überzeugt, dass Kunden weltweit langfristig nur Unternehmen unterstützen, die Werte pflegen, die sich mit ihren eigenen decken. Unternehmen, die aus tiefer Überzeugung sozial verantwortlich handeln, werden besser dastehen als jene Unternehmen, die sich nicht darum scheren. Das gilt auch für das Personal, das bei uns arbeitet. Unsere Mitarbeitenden heissen Partner, weil das Arbeiten bei Starbucks für sie nicht nur ein Job ist – es ist eine Leidenschaft. Wir möchten ein Arbeitsumfeld bieten, in dem alle so sein können, wie sie sind. Jeder hat seine speziellen Qualitäten.

Starbucks hat grosse Pläne in China. Wollen Sie die Chinesen zu Kaffeetrinkern machen?
Da sind wir seit zwölf Jahren dran. Wir haben 800 Cafés in Hongkong, Singapur und Taiwan und über 450 Cafés auf dem chinesischen Festland. Die Chinesen haben Starbucks mit offenen Armen empfangen und haben Freude am Erlebnis Kaffee, das wir ihnen bieten. Bis 2015 wollen wir auf dem Festland auf 1500 Cafés kommen. China hat für uns ein riesiges Wachstumspotenzial. Wir werden da noch viel investieren. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.05.2011, 23:22 Uhr

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1 Kommentar

Stephan Baumann

13.05.2011, 04:18 Uhr
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Ist das ein Artikel oder reine Werbung? Keine kritische Frage, kein Nachfragen. Antworten



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