Wirtschaft

GM gibt Saab auf – 3400 Angestellte erhalten Kündigung

Eine Traditionsmarke ist am Ende: Der US-Autokonzern General Motors löst die Produktion von Autos der Marke Saab auf.

1/13 «Save Saab» - rettet Saab: Der Autokonzern hat Millionen Fans auf der ganzen Welt.
Bild: Keystone

   

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Saab

Der traditionsreiche schwedische Autobauer Saab gehört seit dem Jahr 2000 dem US-Hersteller General Motors. Jahrzehntelang galten die Autos aus Trollhättan als Beispiel für ungewöhnliches Design und technische Innovation. 1946 wurde der Ur-Saab entwickelt. Der Prototyp lief dann als Saab 92 vom Band.

Stolz war Saab unter anderem auf die aerodynamische Form, die einer Flugzeugtragfläche nachempfunden war - Saab war bis dahin als Flugzeugbauer in Erscheinung getreten. 1959 folgte der erste Kombi, der auch mit sieben Sitzen erhältlich war.

Immer wieder präsentierte Saab Besonderheiten wie das zwischen die Vordersitze verlagerte Zündschloss. Als erster Hersteller stattete Saab seine Modelle mit einem Seitenaufprallschutz aus. Ab den 70er Jahren gab es beheizbare Vordersitze, ebenfalls in dem Jahrzehnt kam Saab als erster Hersteller mit einem Turbomotor auf den Markt, der 1977 in Serie gehen konnte.

Im Februar 2009 - und damit deutlich vor GM - musste Saab Insolvenz anmelden. Die Saab Automobile AB beschäftigte im Frühsommer noch rund 4.000 Mitarbeiter und verkaufte 2008 weltweit 93.295 Autos, 25,2 Prozent weniger als noch im Vorjahr.

Nach mehr als 60 Jahren geht die Geschichte der traditionsreichen Automarke Saab ( 16.564 -1.90%) zu Ende. Der US-Mutterkonzern General Motors ( 25.5 -0.93%) (GM) gab am Freitag die Abwicklung der schwedischen Tochter bekannt, nachdem Verhandlungen über einen Verkauf gescheitert waren. Saab solle nun «ordnungsgemäss abgewickelt» werden, hiess es in der GM-Mitteilung. Sollte sich nicht doch noch ein Käufer finden, ist die Marke Saab damit am Ende. Davon direkt betroffen sind 3400 Angestellte in Schweden. Sie erhalten ab Januar die Kündigung.

Die letzten Hoffnungen für einen Erhalt von Saab hingen an einem Verkauf an den niederländischen Sportwagenhersteller Spyker Cars. Bei den Verhandlungen seien allerdings Fragen aufgetaucht, «die beiden Seiten unlösbar erschienen», erklärte GM. Um den Betrieb aufrecht zu erhalten, hätte es einer «schnellen Lösung» bedurft. Diese sei aber nicht in Sicht gewesen, teilte GM-Europa-Chef Nick Reilly mit. Das Ende für Saab sei eine «sehr schwere Entscheidung» gewesen.

Bereits zuvor war der Versuch gescheitert, Saab an die schwedische Sportwagenschmiede Koenigsegg zu verkaufen. GM kündigte nun an, bei der Abwicklung eng mit Saab zusammenarbeiten. Es gehe auch darum, Zahlungsverpflichtungen gegenüber Zulieferern zu erfüllen.

Ersatzteile vorhanden

Saab werde die Garantie für seine Autos auch weiter gewährleisten. Auch wolle der Konzern weiter Ersatzteile an alle Saab-Fahrer weltweit verkaufen, betonte GM. Der US-Autokonzern hatte im Januar mit der Suche nach einem Käufer für seine verlustträchtige Tochter begonnen. Bereits zu Wochenbeginn kündigte GM an, einen Teil der Saab-Technik nach China zu verkaufen. Das Geschäft ist von der Abwicklung nicht betroffen.

Der staatliche chinesische Autokonzern BAIC kauft die Technologie für die Saab-Modelle 9-3 und 9-5 und verwendet sie für eigene Autos. Auch ein Teil der Fertigungsanlagen für diese Fahrzeuge wechselt den Besitzer. Die Chinesen erhalten so Zugriff auf wichtiges Knowhow, mit dem sie die eigenen Modelle aufpolieren wollen.

Bedauern in Schweden

Die schwedische Regierung bedauerte das Aus für Saab, schloss eine staatliche Rettung der Marke aber aus. «Wir haben dafür weder das Knowhow noch das Geld», sagte Wirtschaftsministerin Maud Olofsson.

Sie rief GM auf, die Verantwortung für eine verträgliche Abwicklung zu übernehmen: «Das Wichtigste ist nun, sich um die Beschäftigen und ihre Zukunft zu kümmern.» Nach Schätzungen schwedischer Medien könnten durch das Ende von Saab insgesamt 8000 Arbeitsplätze beim Auto-Konzern und seinen Zulieferern verloren gehen.

Saab hatte in den vergangenen Jahren hohe Verluste eingefahren. Im Jahr 2008 verkaufte das Unternehmen weltweit nur noch 93'000 Autos, zwei Jahre zuvor waren es noch 133'000 gewesen. Der Anteil am Weltmarkt sank auf 1,1 Prozent. Saab hatte 1947 das erste eigene Auto auf den Markt gebracht.

GM in Schieflage

GM, der ehemals grösste Auto-Konzern der Welt, war wegen zu vieler Marken und spritfressender Modelle selbst in Schieflage geraten. Seit Januar suchte der Konzern daher einen Käufer für Saab, um seine Markenpalette zu verschlanken.

GM will sich auf die vier US-Kernmarken Chevrolet, Cadillac, Buick und GMC sowie seine regionalen Marken wie Opel und Vauxhall in Europa konzentrieren. GM gab bereits die Marken Saturn und Pontiac auf. Die Marke Hummer wurde nach China verkauft. (vin/sam/oku/sda/ap/)

Erstellt: 18.12.2009, 18:03 Uhr

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17 Kommentare

Stephan Lombris

21.12.2009, 15:46 Uhr
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Warum macht sich Fiat nicht bemerkbar? Mit Saab hat man das Eintrittsticket für den US-Markt gelöst, Schon früher (1980/85) teilten sich Saab mit der PRV-Eurostar-Plattform (Peugeot,Renault,Volvo) und auch mit Fiat einige Komponenten. Und Fiat hätte Zugriff und Synergien auf bewährte Opel-Technik. Besser, sie begraben die klinisch tote Marke Lancia, die ja eh wie Blei in den Auto-Regalen liegt... Antworten


Hans Frei

18.12.2009, 18:09 Uhr
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Heimatschutz allein genügt eben nicht. Das sollten sich auch viele der "Supermanager" in der Schweiz hinter die Ohren schreiben. Saab war nicht exklusiv sondern bestenfalls Durchschnitt und das genügt nicht mehr. Antworten


Claude Scherer

18.12.2009, 17:54 Uhr
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Leute, regt auch ab, es ist eine Automarke. Wer seine Lebensqualität von bestimmten Produkten abhängig macht, dem ist eh nicht mehr zu helfen. Es ist nur ein Auto! Antworten


Hanspeter Lechner

18.12.2009, 17:43 Uhr
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@ Markus Schwarz: "SAAB made in China!!! (...) Was für eine Schande." - Vielleicht sehen Sie das alles viel zu schwarz, denn das ist auch eine Chance! Ich z.B. fahre einen Peugeot 207 'Made in China' - und der ist qualitativ absolut ebenbürtig zu 'Made in France' - aber nur halb so teuer wie in der Schweiz. Also bitte, liebe SAAB Fans: Kopf hoch - und abwarten, was da aus China kommen wird ... Antworten


Thomas Muri

18.12.2009, 17:20 Uhr
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...und die Chinesen picken sich auch hier einmal mehr die Rosinen aus der Torte. Was GM mit Opel und Saab gemacht hat, ist Misswirtschaft vom feinsten. Antworten


Peter Bürger

18.12.2009, 17:15 Uhr
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Eine absolute Katastrophe! Wo sollen denn die 3400 Leute hin? Wie kurzsichtig und menschenfeindlich ist doch dieser kapitalistische Moloch! Zudem wird der Konkurrenzstandort Asien noch gestärkt; man kann es kaum glauben. Und last but not least: es ist schade um Saab, einer der letzten eigenständigen Traditionsmarken mit Charakter. Antworten


Urs Meier

18.12.2009, 17:14 Uhr
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Schade! Schade um die Marke, Schade um die Autos, Schade um die Mitarbeiter. GM hat Saab heruntergewirtschaftet. Jetzt wird der Neuwagenverkauf total zusammenbrechen und die Besitzer eines Saab werden isch fragem, wie lange und zu welchem Preis noch Ersatzteile zu bekommen sind. Auf jeden Fall wird das Fahren nun noch exklusiver werden... Antworten


Sibylle Weiss

18.12.2009, 17:13 Uhr
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Also punkto Fehlermachen muss die CH (UBS usw.) ja ganz still sein!Vor allem, wenn es darum geht,den Billigimport von Arbeitnehmern aus Nachbars Garten zu mobilisieren! Antworten


Marion Brunner

18.12.2009, 17:07 Uhr
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wiederholt habei ich bei GM den Eindruck, dass sie gar nicht wollen, dass die Arbeitsplätze gerettet werden. "Es einen Fragen aufgetaucht"... Ah ja? lieber mal alle entlassen als die Mitarbeiter an einen Konkurrenten zu übergeben... GM sollte die Sozialkosten die dadurch entstehen für die nächsten Jahre übernehmen müssen. Antworten


Robert Herz

18.12.2009, 16:45 Uhr
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Hochtragisch für die direkt betroffenen Arbeitnehmer - aber unausweichlich, dass endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden. Es gibt zu viele Autoproduzenten und Saab ist schon lange weder rentabel noch zukunftsfähig - was nicht heisst, dass die bisherigen Autos schlecht gewesen wären. Immer noch ist möglich, dass auch Opel denselben Weg geht - GM ist noch nicht übern Berg. Antworten


Henry Mancini

18.12.2009, 16:45 Uhr
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@M. Schwarz: Warum ein armutszeugnis für GM? Die Marke SAAB war schon bei der Uebernahme durch GM nicht fähig, selbstständig zu überleben! Eigentlich muss man GM danken, dass der SAAB noch weitere 20 Jahren gekauft werden durfte. Ich werde den SAAB auch vermissen, spez. die 900er Serie. Schade, SAAB hätte eine gute altern. zu Peugeot usw. sein können, aber eben alle wollen ja nur noch Premium sein Antworten


Eduard van Langshe

18.12.2009, 16:23 Uhr
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Schade für diese Traditionsmarke! Sie hat polarisiert, sie war Wegweisend. Dass GM sie einfach fallen lässt war fast anzunehmen. GM hat es versäumt ihre Managementfehler entsprechend zu zu lösen.Die Zeche müssen die Mitarbeiter ausbaden, welche garantiert nichts dafür können! SAAB wir werden Dich vermissen! Antworten


Ronnie König

18.12.2009, 16:19 Uhr
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Ein gutes Beispiel wie man sich Konkurrenten in Asien erschaffen kann. Die Chinesen freuts und wir werden doppelt belastet. Amerikaner machen viel falsch! Antworten


Mike VanHeuten

18.12.2009, 16:10 Uhr
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schrecklich für alle angestellten aber wer will schon mit so hässlichen kisten herumfahren?! grundsätzlich richtiger entscheid von gm. Antworten


Markus Schwarz

18.12.2009, 16:05 Uhr
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Ein rabenschwarzer Freitag für die Saab-Mitarbeiter! Ein Armutszeugnis der GM, die SAAB in den Abgrund gewirtschaftet hat und dafür verantwortlich ist, dass eine der individuellsten Automarken der Welt nun in ihre Einzelteile zerlegt wird! SAAB made in China!!! Was für ein Desaster, was für eine Schande. Jetzt wird's Dunkel am Automobilhimmel. Der letzte helle Stern ist mit SAAB erloschen... Antworten


lewin lempert

18.12.2009, 15:55 Uhr
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Wirklich sehr schade!!!! Ich persönlich liebe Saab, vorallem den 900er. Mit Saab verliert die Automobilindustrie eine schöne, traditionsreich Marke!! Hoffentlich gibt es von irgendwo noch Hilfe. Das wäre toll. Wenn es Saab nicht mehr gibt werde ich die Marke bestimmt vermissen. Antworten


Marco Müller

18.12.2009, 15:51 Uhr
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Schade. Sehr schade. Ich hatte an der Auto Zürich die Gelegenheit den neuen 9-5 zu besichtigen. Für mich eines der schönste Mittelklasseautos der letzten Jahre. Antworten



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