Wirtschaft
GM gibt Saab auf – 3400 Angestellte erhalten Kündigung
Aktualisiert am 18.12.2009 17 Kommentare
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Saab
Der traditionsreiche schwedische Autobauer Saab gehört seit dem Jahr 2000 dem US-Hersteller General Motors. Jahrzehntelang galten die Autos aus Trollhättan als Beispiel für ungewöhnliches Design und technische Innovation. 1946 wurde der Ur-Saab entwickelt. Der Prototyp lief dann als Saab 92 vom Band.
Stolz war Saab unter anderem auf die aerodynamische Form, die einer Flugzeugtragfläche nachempfunden war - Saab war bis dahin als Flugzeugbauer in Erscheinung getreten. 1959 folgte der erste Kombi, der auch mit sieben Sitzen erhältlich war.
Immer wieder präsentierte Saab Besonderheiten wie das zwischen die Vordersitze verlagerte Zündschloss. Als erster Hersteller stattete Saab seine Modelle mit einem Seitenaufprallschutz aus. Ab den 70er Jahren gab es beheizbare Vordersitze, ebenfalls in dem Jahrzehnt kam Saab als erster Hersteller mit einem Turbomotor auf den Markt, der 1977 in Serie gehen konnte.
Im Februar 2009 - und damit deutlich vor GM - musste Saab Insolvenz anmelden. Die Saab Automobile AB beschäftigte im Frühsommer noch rund 4.000 Mitarbeiter und verkaufte 2008 weltweit 93.295 Autos, 25,2 Prozent weniger als noch im Vorjahr.
Nach mehr als 60 Jahren geht die Geschichte der traditionsreichen Automarke Saab ( 17 -23.94%) zu Ende. Der US-Mutterkonzern General Motors ( 22.44 1.81%) (GM) gab am Freitag die Abwicklung der schwedischen Tochter bekannt, nachdem Verhandlungen über einen Verkauf gescheitert waren. Saab solle nun «ordnungsgemäss abgewickelt» werden, hiess es in der GM-Mitteilung. Sollte sich nicht doch noch ein Käufer finden, ist die Marke Saab damit am Ende. Davon direkt betroffen sind 3400 Angestellte in Schweden. Sie erhalten ab Januar die Kündigung.
Die letzten Hoffnungen für einen Erhalt von Saab hingen an einem Verkauf an den niederländischen Sportwagenhersteller Spyker Cars. Bei den Verhandlungen seien allerdings Fragen aufgetaucht, «die beiden Seiten unlösbar erschienen», erklärte GM. Um den Betrieb aufrecht zu erhalten, hätte es einer «schnellen Lösung» bedurft. Diese sei aber nicht in Sicht gewesen, teilte GM-Europa-Chef Nick Reilly mit. Das Ende für Saab sei eine «sehr schwere Entscheidung» gewesen.
Bereits zuvor war der Versuch gescheitert, Saab an die schwedische Sportwagenschmiede Koenigsegg zu verkaufen. GM kündigte nun an, bei der Abwicklung eng mit Saab zusammenarbeiten. Es gehe auch darum, Zahlungsverpflichtungen gegenüber Zulieferern zu erfüllen.
Ersatzteile vorhanden
Saab werde die Garantie für seine Autos auch weiter gewährleisten. Auch wolle der Konzern weiter Ersatzteile an alle Saab-Fahrer weltweit verkaufen, betonte GM. Der US-Autokonzern hatte im Januar mit der Suche nach einem Käufer für seine verlustträchtige Tochter begonnen. Bereits zu Wochenbeginn kündigte GM an, einen Teil der Saab-Technik nach China zu verkaufen. Das Geschäft ist von der Abwicklung nicht betroffen.
Der staatliche chinesische Autokonzern BAIC kauft die Technologie für die Saab-Modelle 9-3 und 9-5 und verwendet sie für eigene Autos. Auch ein Teil der Fertigungsanlagen für diese Fahrzeuge wechselt den Besitzer. Die Chinesen erhalten so Zugriff auf wichtiges Knowhow, mit dem sie die eigenen Modelle aufpolieren wollen.
Bedauern in Schweden
Die schwedische Regierung bedauerte das Aus für Saab, schloss eine staatliche Rettung der Marke aber aus. «Wir haben dafür weder das Knowhow noch das Geld», sagte Wirtschaftsministerin Maud Olofsson.
Sie rief GM auf, die Verantwortung für eine verträgliche Abwicklung zu übernehmen: «Das Wichtigste ist nun, sich um die Beschäftigen und ihre Zukunft zu kümmern.» Nach Schätzungen schwedischer Medien könnten durch das Ende von Saab insgesamt 8000 Arbeitsplätze beim Auto-Konzern und seinen Zulieferern verloren gehen.
Saab hatte in den vergangenen Jahren hohe Verluste eingefahren. Im Jahr 2008 verkaufte das Unternehmen weltweit nur noch 93'000 Autos, zwei Jahre zuvor waren es noch 133'000 gewesen. Der Anteil am Weltmarkt sank auf 1,1 Prozent. Saab hatte 1947 das erste eigene Auto auf den Markt gebracht.
GM in Schieflage
GM, der ehemals grösste Auto-Konzern der Welt, war wegen zu vieler Marken und spritfressender Modelle selbst in Schieflage geraten. Seit Januar suchte der Konzern daher einen Käufer für Saab, um seine Markenpalette zu verschlanken.
GM will sich auf die vier US-Kernmarken Chevrolet, Cadillac, Buick und GMC sowie seine regionalen Marken wie Opel und Vauxhall in Europa konzentrieren. GM gab bereits die Marken Saturn und Pontiac auf. Die Marke Hummer wurde nach China verkauft. (vin/sam/oku/sda/ap)
Erstellt: 18.12.2009, 18:03 Uhr
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17 Kommentare
Wirklich sehr schade!!!! Ich persönlich liebe Saab, vorallem den 900er. Mit Saab verliert die Automobilindustrie eine schöne, traditionsreich Marke!! Hoffentlich gibt es von irgendwo noch Hilfe. Das wäre toll. Wenn es Saab nicht mehr gibt werde ich die Marke bestimmt vermissen. Antworten
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