Wirtschaft
«GM hat nie verstanden, was Saab wirklich bedeutet»
Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 19.12.2009
«Grosse Enttäuschung»: Edgar Vetsch.
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Edgar Vetsch
Edgar Vetsch ist Vorstandsmitglied des Saab-Clubs Schweiz. Er ist verantwortlich für die Medienarbeit des Vereins. Der Saab-Club Schweiz hat knapp 300 Mitglieder.
Herr Vetsch, was bedeutet es für Sie, wenn Sie vom Aus der Marke hören?
Zunächst gilt es abzuwarten, was wirklich Sache ist. Seit der Opel-Geschichte besteht nicht mehr viel Vertrauen in General Motors. Sollte Saab
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aber wirklich geschlossen worden, so spüre ich eine grosse Enttäuschung. Wir haben in meiner Familie einige Saab eingelöst, ich fühle mich der Marke sehr verbunden. Es wäre das Ende einer Ära.
Was gefällt Ihnen so gut an Saab?
Saab ist nach wie vor eine starker Marke, innovativ und gleichzeitig exklusiv, nicht zuletzt im Styling. Gleichzeitig sind die Autos immer ausgerichtet auf besondere Sicherheit – sie waren die Ersten, die Seitentürverstärker einbauten und serienmässig Sicherheitsgurte installierten. Und dann all die berühmten Dinge: Massive Frontbügel für den Fall eines Zusammenstosses mit einem Wildtier, Sitzheizungen, die Turbotechnologie für Personenwagen, die Saab als Erste einbaute. Es ist wirklich schade.
Also ist es das Innovative, das sie gereizt hat?
Ja, und die Exklusivität. Kreti und Pleti fahren ja heutzutage einen Mercedes oder einen BMW. Einen Saab hingegen nicht. Vor allem auch, weil die sportlichen Modelle immer mehr bieten, als sie nach Aussen zeigen. Saab steht für Understatement.
Trotzdem ist die Marke nun am Ende. Was ist schief gelaufen?
Das hat angefangen, als Saab zu General Motors kam. Da gab es erste Modelle mit sehr vielen Teilen von Opel. GM hat nie verstanden, was Saab wirklich bedeutet. Dass es Leute gibt, die gerne mehr bezahlen, wenn sie dafür etwas Exklusives erhalten. Mit dem Hinwenden zur Massenproduktion gab es einen riesigen Aderlass an Kunden. Die sind ausserordentlich schwierig wieder zu gewinnen.
Gab es auch Fehler im Vertrieb?
Ja. Diese Idee der grossen Zentren, die überall in der Schweiz verteilt sind. Der Saab-Kunde ist ein Individualist. Der lokale Händler ist für ihn eine wichtige Bezugsperson, er sucht die persönliche Beziehung zum Garagen-Chef.
Gibt es ein anderes Auto, das Sie nun fahren werden?
Das ist schwierig. Am nächsten liegt mir wohl ein Volvo, aber der ist auch nicht mehr, was er einmal war. Volvo gehört ja jetzt zu Ford. Zuerst werden wir aber sicher die Saab zu Boden fahren, die wir haben. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 19.12.2009, 07:51 Uhr
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