Wirtschaft

Gedämpfte Deutschland-Euphorie bei Migros Basel

Zu hohe Kosten und (noch) zu wenige Filialen in Deutschlang machen Migros Basel zu schaffen. Auch in der Schweiz kämpft die Genosenschaft mit sinkenden Umsätzen.

Die Filiale im Stücki läuft noch nicht so wie erhofft.

Die Filiale im Stücki läuft noch nicht so wie erhofft. (Bild: Elena Monti)

Die Rezession hat auch bei der Genossenschaft Migros Basel Spuren hinterlassen: Der Umsatz sank im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent auf 1,113 Milliarden Franken. Geschäftsleiter Werner Krättli sprach am Mittwoch vor den Medien dennoch von einem «soliden Abschluss» für 2009. Ohne eine Verbilligung des Sortiments um 2 Prozent wäre der Umsatz gar leicht gestiegen, sagte Krättli. Er geht davon aus, dass im laufenden Jahr zumindest auch die ersten sechs Monate schwierig sein werden.

Dass die Migros Basel trotz des Umsatzrückgangs ihren Gewinn von 16,8 auf 22,1 Millionen Franken steigern konnte, führte Krättli auf den Verkauf einer Liegenschaft und einer Landparzelle zurück. Das Betriebsergebnis sank unter anderem wegen höherer Abschreibungen von 25,6 auf 20,2 Millionen Franken.

In ihr Filialnetz investierte die Migros Basel letztes Jahr 43,5 Millionen Franken. Allein 14 Millionen Franken steckte die Genossenschaft dabei in den MMM im neuen Einkaufszentrum «Stücki» in Basel, das indes laut Krättli noch nicht so läuft wie erhofft.

Im vergangenen Jahr hat Migros Basel im Detailhandel die Zahl der Verkaufsstellen von 64 auf 60 gesenkt. Die Verkaufsfläche ging um rund 1100 m2 auf 93'300 m2 zurück. Die Zahl der Mitarbeitenden sank um 175 auf 3286, jene der Vollzeitstellen um 124 auf 2675.

Vierter Ableger in Deutschland

In ihren drei deutschen Filialen konnte die Genossenschaft den Umsatz trotz rückläufiger Detailhandelsumsätze um 2,7 Prozent auf 47,3 Millionen Euro steigern. In Franken umgerechnet wurde jedoch ein Rückgang um 1,8 Prozent auf 71,3 Millionen verzeichnet. Im Herbst eröffnet Migros Basel in Ludwigshafen den vierten Ableger ennet der Grenze.

Die Euphorie für die 1995 gestartete Expansion nach Deutschland sei weniger gross als auch schon, räumte Krättli vor den Medien ein. Deutschland sei für den Detailhandel der mit Abstand schwierigste Markt und Migros Basel habe viel lernen müssen. Die Umsätze pro Quadratmeter seien zwar gut, die Kosten jedoch zu hoch.

Nach einer Überarbeitung der Strategie sieht sich Krättli jetzt für die Zukunft zumindest an guten Standorten gerüstet. «Wir geben nicht auf», sagte er zum Deutschlandgeschäft. Geld zu verdienen ist damit aber vorderhand kaum. Von einer Rendite könne man erst ab mindestens einem Dutzend Läden reden, sagte der Chef von Migros Basel. (amu/sda/)

Erstellt: 17.03.2010, 15:48 Uhr

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1 Kommentar

Fredy Brülhart

17.03.2010, 19:48 Uhr
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Warum musste die Migros die hinterste Ecke im Stücki aussuchen? Ich wohn in der Nähe, aber es macht keinen Spass wegen ein paar Lebensmittel den ganzen Laden runterzulaufen und wieder zurück. Coop an der Inselstrasse, Bläsiring oder Migros Effringerstrasse oder der Marktkauf in Weil am Rhein sind da schon einfacher zu erreichen, natürlich mit dem Velo. Antworten



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