Wirtschaft

Genfer Bank bestätigt Diebstahl von Kundendaten

Aktualisiert am 09.12.2009 14 Kommentare

Frankreich verkündete Ende August, es besitze die Namen von 3000 Inhabern von Konten bei Schweizer Banken. Jetzt wurde klar, woher die Regierung sie hatte.

Bestohlen: Aus der Genfer Niederlassung der Bank HSBC wurden Kontodaten entwendet.

Bestohlen: Aus der Genfer Niederlassung der Bank HSBC wurden Kontodaten entwendet.
Bild: Reuters

Bestätigt den Diebstahl: Der französische Haushaltsminister Eric Woerth.

Bestätigt den Diebstahl: Der französische Haushaltsminister Eric Woerth. (Bild: Keystone)

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Weiterer Riss im Bankgeheimnis: Bei der Privatbank HSBC (HSBA 62.7 0.89%) (Suisse) mit Hauptsitz in Genf hat ein ehemaliger IT-Angestellter Daten von unden gestohlen. Betroffen seien weniger als zehn Kunden, gab die Bank am Mittwoch bekannt.

Die Diebstähle seien zwischen Ende 2006 und Anfang 2007 vorgekommen, teilte HSBC Private Bank (Suisse) in einem Communiqué zu einem entsprechenden Bericht der französischen Zeitung «Le Parisien» mit. Die Zeitung hatte berichtet, dass die Namen Teil einer Liste von 3000 Franzosen seien, die der Steuerhinterziehung verdächtigt werden.

3 Milliarden Euro in der Schweiz angelegt

Der französische Haushaltsminister Eric Woerth bestätigte am Mittwochabend, dass der ehemalige HSBC-Angestellte eine der Quellen für diese Liste sei. Bezahlt habe die Regierung für diese Information nichts, betonte der Minister gegenüber dem französischen TV-Sender France 2 erneut.

Im August hatte Woerth bereits erklärt, diese Liste zu besitzen, deren Herkunft aber im Dunkeln gelassen. Laut Woerth sollen die 3000 Franzosen insgesamt 3 Milliarden Euro allein in der Schweiz angelegt haben.

Dieb floh nach Südfrankreich

Aufgeflogen sei der Diebstahl bei der HSBC durch eine Überwachung der Bundespolizei im Jahre 2008, die den Dieb befragt und den Klau der Bank gemeldet habe. HSBC habe Strafanzeige bei den Schweizer Behörden eingereicht. Gemäss «Le Parisien» ist der Dieb danach nach Südfrankreich geflohen.

Die Bundesanwaltschaft wollte zu der Angelegenheit keinen Kommentar abgeben. Ein Sprecher von HSBC sagte, die betroffenen Kunden seien nicht informiert worden.

Es bleiben aber Unklarheiten in der Affäre: Während HSBC von weniger als zehn betroffenen Kunden sprach, schrieb «Le Parisien» von einer gigantischen Datenliste mit mehreren tausend Kunden. Zu dieser Differenz wollte der Banksprecher keine Stellung nehmen.

Ähnlicher Fall bei LGT

Die Affäre erinnert an einen ähnlichen Fall bei der LGT Group des Liechtensteiner Fürstenhauses. Ein ehemaliger Mitarbeiter der LGT Treuhand hatte mehrere DVDs mit mit Kundeninformationen gestohlen und dem deutschen Auslandgeheimdienst BND für 4,5 Millionen Euro verkauft.

Daraufhin wurden die deutschen Steuerbehörden aktiv. 770 deutsche Steuersünder gerieten letztes Jahr ins Visier, darunter der damalige Chef der deutschen Post, Klaus Zumwinkel, der inzwischen zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung und einer Millionenbusse verurteilt wurde.

In der Folge musste Liechtenstein sein Bankgeheimnis lockern. Im März dieses Jahres hat sich das Fürstentum zu den OECD-Standards beim Steuerinformationsaustausch bekannt und bereit erklärt, Amtshilfe nicht nur bei Steuerbetrug, sondern auch bei Steuerhinterziehung zu leisten. (oku/sda)

Erstellt: 09.12.2009, 21:43 Uhr

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14 Kommentare

Georg Ritter

09.12.2009, 12:26 Uhr
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In gewissen Dingen kommt mir die Schweiz vor wie das dicke, doofe Kind, das auf dem Schulhof rumgestossen und geschlagen und verhöhnt wird. Es könnte zwar lernen, sich wirksam zu wehren, aber es lässt sich weiter rumstossen und schlagen und verhöhnen. Wo bleibt unsere Regierung? Wo bleibt unser diplomaisches Corps? Wo bleiben die vielen Berater, die für die Regierung arbeiten? In Deckung? Antworten


Carlo Hirt

09.12.2009, 12:49 Uhr
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Es ist offensichtlich Diebstahl ob bezahlt oder nicht und damit Hehlerei wie seinerzeit in Deutschland. Hehlerei ist ein Offizialdelikt und muss verfolgt werden. Aber scheinbar durfen sich Staatsangestellte (Minister gehören dazu inkl. Kanzler(in)wenn es politisch opportung ist auch Gesetzwidrigkeiten erlauben. Antworten



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