Wirtschaft
Genfer Vermögensverwalter muss im Fall Madoff vor Gericht
In Zusammenhang mit Bernard Madoffs Schneeballsystem steht ein weiterer Vermögensverwalter vor Gericht. Manuel Echeverria, Leiter von Optimal Investment Services in Genf, ist vor einem Berufungsgericht in Genf der ungetreuen Geschäftsführung angeklagt. Echeverria habe es als Chef von Optimal, einer Sparte der spanischen Banco Santander, versäumt, die Kundeninteressen zu wahren, weil er eine «abnorm hohe Vergütung» erhielt. So steht es in der Anklageschrift, die Bloomberg News vorliegt.
Von Madoff hinters Licht geführt
Optimal-Kunden haben laut der Bank Santander rund 2,33 Milliarden Euro bei Madoff investiert. Die aktuelle Klage dürfte auch für andere Optimal-Kunden von Bedeutung sein, erklärt der Anwalt Carlo Lombardini, der bereits früher eine Klage gegen Optimal Investments eingereicht hatte. Das Gericht bejahte in jenem Fall, dass die Investmentgesellschaft Verantwortung für den Schutz des Kundenvermögens getragen habe – auch wenn sie die tatsächliche Verwaltung der Kundengelder an Madoff delegiert hatte. «Es ist eine Sache, wenn ein kleiner Vermögensverwalter in Genf von Herrn Madoff hinters Licht geführt wird, aber hier reden wir über einen der grössten Bankkonzerne weltweit, der mit Leichtigkeit hätte herausfinden können, was wirklich vorging», sagt Lombardini.
Santander habe bei der Verwaltung von Kundengeldern via Optimal Investment immer die nötige Sorgfalt walten lassen, sagt indessen ein Banksprecher, der seinen Namen unter Berufung auf die Richtlinien der Bank nicht genannt haben will. Der Vertrieb der Optimal-Produkte sei transparent und erfülle alle Vorschriften, so der Sprecher.
Drohende Gefängnisstrafe
Laut Untersuchungsrichter Marc Tappolet dauern die Ermittlungen noch an. Bis er über die weiteren Schritte entscheide, dürften noch mehrere Monate verstreichen. Echeverria droht laut Tappolet eine Gefängnisstrafe.
Den Gerichtsunterlagen zufolge gibt es keine Hinweise, dass Echeverria in den Betrug von Madoff verwickelt war. Den Optimal Investment Services (OIS) oblag es, die Fonds zu verwalten und die Interessen der Anleger zu wahren, unabhängig davon, ob die Verwaltung der Gelder delegiert wurde oder nicht, so die Entscheidung des Gerichts.
Alles an Madoff
Laut einer vor dem Bezirksgericht in Miami, Florida, eingereichten Klage erhielt Echeverria als Chef von Optimal eine Vergütung, die 0,15 Prozent des angelegten Kapitals entsprach. Die Gelder wurden zu 100 Prozent bei Madoff investiert. In einem Prospekt versicherte Optimal, man habe Madoffs Transaktionen analysiert, sein New Yorker Büro besucht und Gespräche mit seinem Finanzvorstand und Risikomanagement-Chef geführt.
Das Genfer Gericht sieht die Sache anders: Die unüblich hohe Vergütung habe Echeverria veranlasst, die notwendigen Prüfungen nicht durchzuführen. Er habe so eine mögliche Beeinträchtigung der Kundeninteressen in Kauf genommen. Echeverria verliess Optimal im letzten Jahr. Er heuerte am 1. Oktober 2008 beim Genfer Vermögensverwalter Notz, Stucki & Cie. an. Das Unternehmen teilte im Juli dieses Jahres mit, man habe sich «im gegenseitigen Einvernehmen» getrennt.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 12.11.2009, 06:52 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.



