«Gierig»: Goldman-Chef fordert Reform der Managergehälter

Aktualisiert am 08.04.2009 1 Kommentar

Lloyd Blankfein ging auf einer Tagung hart mit seiner Branche ins Gericht. Exzessives Risiko dürfe nicht länger belohnt werden, fordert der Chef der Investmentbank.

«Demütigend»: Lloyd Blankfein (rechts) mit Morgan-Chase-Chef Jamie Dimon nach einer Anhörung in Washington im März.

«Demütigend»: Lloyd Blankfein (rechts) mit Morgan-Chase-Chef Jamie Dimon nach einer Anhörung in Washington im März.
Bild: Keystone

Die Finanzkrise sei «tief demütigend» für die Banken, sagte Blankfein am Dienstag an einer Investoren-Konferenz in Washington. Im Rückblick wirkten einige Entscheidungen etwa zu Managervergütungen «selbstsüchtig» und «gierig». Die Zahlungen dürften exzessive Risikobereitschaft nicht länger belohnen. «Wir sollten bei der Vergütung grundlegende Standards anwenden», forderte der Bank-Chef.

Blankfein selbst hatte noch für das Jahr 2007 - als sich die Finanzkrise schon abzeichnete - mit einem Bonus im damaligen Volumen von 67,9 Millionen Dollar einen Wall-Street-Rekord aufgestellt. Für 2008 bekam er dagegen keine Prämie, auch weil Goldman Sachs wie viele andere Banken staatliche Milliardenhilfen erhielt.

Schärfere Regulierung

Es werde nach der Krise Jahre dauern das öffentliche Vertrauen in die Finanzbranche wieder aufzubauen, sagte Blankfein. «Wir haben uns als Experten hochgehalten», doch dieser Anspruch sei nicht erfüllt worden.

Eine verschärfte Regulierung der Finanzbranche müsse auch für grosse Hedge-Funds und private Beteiligungsgesellschaften gelten, forderte der Goldman-Chef. Die Branche habe sich zudem zu sehr auf Ratingagenturen verlassen. Erst in der vergangenen Woche hatte der G-20-Gipfel in London grundsätzlich deutlich mehr Regulierung für die weltweiten Finanzmärkte beschlossen.

Die Rede vor einer Investorenvereinigung wurde von Protesten unterbrochen. Auf einem Plakat forderten Demonstranten «Wir wollen unsere Dollar zurück.» Blankfein sprach sich erneut für eine möglichst rasche Rückzahlung der staatlichen Milliardenhilfen für Banken aus. (oku/sda)

Erstellt: 08.04.2009, 15:07 Uhr

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1 Kommentar

Tom Kuhn

08.04.2009, 12:37 Uhr
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Im Nachhinein ist man immer klüger. Jedoch waren die Top Manager gar nie klug. Sorry, sowas habe ich bereits in meiner Unizeit gelernt, dass eine Firma mit Vollgas an die Wand gefahren werden kann, und einige davon profitieren könnten. Wirtschaftskriminalität, ungerechtfertigte Bereicherung etc. Grosse Marken wurden zerstört, weil einige wenige sich bereichert haben. Es muss ein Malus System geben Antworten



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