Wirtschaft
Graubünden stützt Sägewerk mit 39 Millionen Franken
Aktualisiert am 04.11.2010 18 Kommentare
Das grösste Sägewerk der Schweiz, Mayr-Melnhof Swiss Timber (MMTB) im bündnerischen Domat/Ems, kämpft mit massiven Schwierigkeiten. Abhilfe schaffen sollen ein Sanierungspaket und ein Werkausbau.
Vor dem drohenden Schreckensszenario einer Verlagerung des mit Kantonssubventionen erstellten Werks nach Weissrussland, hat die Regierung den Geldhahn aufgedreht. Graubünden unterstützt die Sägerei mit fast 40 Millionen Franken, wie Volkswirtschaftsdirektor Hansjörg Trachsel am Donnerstag in Chur vor den Medien ausführte.
Steigende Holzpreise und der starke Franken drücken
Die Wirtschaftskrise, das Wegbrechen des USA-Marktes, explodierende Preise für Schweizer Rohholz und der harte Franken setzten dem Unternehmen so stark zu, dass eine finanzielle Restrukturierung im Umfang von 80 Millionen Franken notwendig wurde. Sie setzt sich aus namhaften Verzichtserklärungen der Gläubiger und aus Kapitalaufnahmen zusammen, wie CEO Josef Dringel erklärte.
Der Kanton verzichtet auf die Rückforderung eines für den Aufbau des Werkes gewährten Darlehens von 9,6 Millionen Franken. Sollte MMTB eines Tages wieder gut dastehen, wird allerdings eine «Besserungsprämie» von 10 Millionen Franken fällig.
Investitionen über 38,5 Millionen Franken
Als weitere Massnahme will das Sägewerk die Produktpalette ausbauen. Im Herbst 2011 soll eine 13,5 Millionen teure Pelletsfabrik den Betrieb aufnehmen. Ende 2012 soll über eine 35-Millionen-Investition in ein Sperrholzwerk entschieden werden.
Graubünden unterstützt beide Produktionstätten mit A-fonds-perdu- Beiträgen von 6,75 beziehungsweise 8,75 Millionen Franken. Der Kanton rechnet aber mit einem indirekten Geldrückfluss durch Mehrerträge aus dem Rohholzverkauf der Gemeinden.
Kurzarbeit für alle Mitarbeiter
Bis die Sanierung greift, führt MMTB Kurzarbeit für alle 128 Angestellten ein und fährt die Produktion von rund 480'000 Kubikmetern Rohholz auf 350'000 Kubikmeter zurück. Die Sägerei will so den Anteil von teurem, ausländischem Holz reduzieren.
Erst wenn genügend einheimisches Holz geliefert wird, soll die Produktion auf 700'000 Kubikmeter hochgefahren werden. Zur Steigerung des chronisch ungenügenden Nachschubs aus Bündner Wäldern hat der Kanton ein dreijähriges Anreizsystem geschaffen. Mit bis zu 14 Millionen Franken werden langfristige Lieferverträge zwischen MMTB und den Waldbesitzern, zu über 90 Prozent Gemeinden, gefördert. (oku/sda)
Erstellt: 04.11.2010, 15:59 Uhr
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18 Kommentare
Offensichtlich will der Kt GR auf biegen und brechen ein Sägewerk betreiben! Die CH-Sägeindustrie war bis heute nicht auf Subventionen angewiesen und hat sich unter einem ständigen Struktuwandel trotz aller Standortnachteile behauptet. Viele innovative Familienunternehmungen stellen sich täglich dem Wettbewerb und müssen nun mitansehen, wie einem Grosskonzern massiv unter die Arme gegriffen wird. Antworten
Hier wurde am Markt vorbei geplant und gebaut - mit Steuergeldern. Und weil der Markt immer noch nichts wissen will von den produzierten Produkten, buttert der der Staat noch mehr gutes Steuergeld schlechtem hinterher. Ein Musterbeispiel einer planwirtschaftlichen Fehl-Investition. Ach ja, wie hiess doch die damals verantwortliche Regierungsrätin? Antworten
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