Wirtschaft

Grübel hatte Grund zum Schmunzeln – Aktie legte bereits um 10 Prozent zu

Die UBS hat zum dritten Mal in Folge ein Quartal mit schwarzen Zahlen abgeschlossen. baz.ch/Newsnet berichtete live von der Medienkonferenz.

Stellten sich den Medien: UBS-CFO John Cryan mit seinem Chef, CEO Oswald Grübel (M.).

Stellten sich den Medien: UBS-CFO John Cryan mit seinem Chef, CEO Oswald Grübel (M.).
Bild: Keystone

  • 11.34 Uhr - Aktie plus 9,49 Prozent  

    Die UBS-Aktie stieg im Verlauf des Vormittags noch weiter an und hielt sich um 11.34 Uhr bei 17,18. Das ist ein Plus von 9,49 Prozent.

  • 10.27 Uhr - Aktie legt weiter zu  

    Die UBS-Aktie stieg am Dienstag aufgrund der guten Quartalsergebnisse um 8,79 Prozent.

  • 10.23 Uhr - keine Dividende  

    Die UBS-Aktionäre müssen sich weiter gedulden: Für 2010 wird die Grossbank noch keine Dividende ausschütten. Die Bank müsse erst genug Kapital generieren, um die regulatorischen Vorschriften zu erfüllen, sagte Finanzchef John Cryan am Dienstag.

    Er bestätigte damit früher gemachte Aussagen, wonach eine Dividende für die kommenden zwei bis drei Jahre eher unwahrscheinlich sei.

    Für all jene Aktionäre, welche die UBS-Papiere bereits vor der Finanzkrise gekauft hatten, ist das eine bittere Pille: Einerseits ist die UBS-Aktie noch immer beinahe vier Fünftel weniger wert als im Frühling 2007, als sie bei über 75 Fr. notierte. Anderseits gibt es nicht einmal eine Dividende.

    Nicht besser geht es übrigens all jenen Anlegern, die im Frühling 2008 dachten, der Kurs der UBS-Aktie können nicht mehr weiter sinken: Vom Geld, mit dem sie damals für 30 bis 35 Franken UBS- Aktien kauften, ist zwei Jahre später noch immer die Hälfte verloren.

    Immerhin: Im Vergleich zum März 2009, als der Kurs auf 8.20 Fr. absackte, ist die UBS-Aktie inzwischen gut doppelt so viel wert, Am Dienstag bewegte sich der Kurs der Aktie um die 16.80 Fr. herum. Letzten Herbst notierten die UBS-Papiere zwischenzeitlich sogar bei über 19 Franken.

  • 10.16 Uhr - Ende  

    Die Medienkonferenz ist zu Ende. Grübel wünscht den Journalisten noch einen schönen Tag und «viel Spass bei den Resultaten der Konkurrenz, die heute noch veröffentlicht werden.»

  • 10.13 Uhr - schlaflose Nächte  

    Auf eine Frage zu seiner Belastung sagt Grübel: «Ich habe keine schlaflosen Nächte mehr, seit wir wissen, was wir hier tun.» Ein seltenes Schmunzeln huscht über sein Gesicht.

  • 10.11 Uhr - Stresstest  

    Wie Grübel die am Freitag veröffentlichten Resultate des Stresstests bei 91 europäischen Banken einschätzt? Grübel sagt, er könne nicht Stellung nehmen zu diesen Resultaten. Der Test habe aber geholfen, den Finanzmarkt zu beruhigen.

  • 10.09 Uhr - Geldabflüsse  

    Ein Journalist möchte genauere Angaben zu den Geldabflüssen haben. CFO Cryan sagt, dazu gehe man nicht in die Details. Es sei jedoch ein Problem, das man in der Schweiz und in Europa angehen müsse.

  • 10.05 Uhr - Fragen aus dem Saal  

    Ob es auf den asiatischen Märkten zu einer Geldknappheit kommen könnte, wird gefragt. Grübel sagt, er sehe das nicht. Und man habe gute Leute dort, die das Geschäft beherrschen würden.

  • 9.55 Uhr - Letzte Telefonfrage  

    Erneut ist ein Analyst der Konkurrenz am Telefon: Nach Morgan Stanley, Goldman Sachs ist nun ein Banker von Merill Lynch am Draht. Er stellt eine Frage zum Privatbanking und zum Wealth Management. Cryan sagt, man bilde dazu speziell Leute aus und habe dazu auch die «UBS University» auf die Beine gestellt.

  • 9.46 Uhr - Grübel drückt aufs Tempo.  

    Während CFO Cryan sehr ausführliche Antworten gibt, klopft Oswald Grübel mit seinem Schreibstift aufs Pult und fordert: «Next question please». Auf Fragen zur Zukunft antwortet der UBS-Chef in seiner nüchternen, leicht gelangweilt wirkenden Art meist mit solchen Sätzen: «Wir wollen die Vermögen unserer bestehenden Kunden besser verwalten als dies in der Vergangenheit getan worden ist.» Dann wieder: «Next question please.»

  • 9.36 Uhr - Fragerunde  

    Zuerst wird eine Frage zum Aktienhandel gestellt. Warum dort die Erträge besser ausgefallen seien, will ein Journalist wissen. CFO John Cryan sagt, man habe in diesem Bereich in der Finanzkrise zuerst etwas geschlafen, sei jetzt aber aufgewacht und habe vorwärts gemacht.

  • 9.34 Uhr - PIGS-Risiken  

    Cryan äussert sich zu Engagements der UBS in den teilweise hoch verschuldeten Ländern Spanien, Italien und Portugal. Die Aktivitäten der UBS seien dort «insignificant» – unbedeutend. Cryan hat geschlossen.

  • 9.30 Uhr - Steuerstreit  

    Zusammen mit den Quartalsergebnissen teilt die UBS auch mit, dass der Streit mit den USA um die Hinterziehung von Steuergeldern so gut wie erledigt scheine. Man gehe davon aus, dass bis Oktober mit der US-Regierung alle noch offenen Punkte im Zusammenhang mit dem grenzüberschreitenden Geschäft geregelt werden könnten, hiess es.

  • 9.28 Uhr - Erste Zusammenfassung  

    Die UBS hat im zweiten Quartal 2010 einen weit höheren Gewinn eingefahren, als Analysten erwartet hatten: Mit 2,005 Mrd. Fr. liegt der Quartalsgewinn nur unwesentlich tiefer als im ersten Quartal, als die UBS in einem deutlich freundlicheren Marktumfeld 2,202 Mrd. Fr. verdiente.

    Die einst stark von der Finanzkrise gezeichnete Grossbank hat im Quartalsvergleich einen kleineren Gewinneinbruch hinnehmen müssen als Konkurrenten wie die Credit Suisse oder Goldman Sachs. Überwunden hat die UBS ihr Tief aber dennoch noch nicht.

    Der Abfluss von Kundengeldern - laut Konzernchef Oswald Grübel die grösste Baustelle der Bank - setzte sich weiter fort. Allerdings schwächte er sich weiter ab: So zogen Kunden zwischen April und Juni netto 4,7 Mrd. Fr. von der Bank ab, wie die UBS am Dienstag mitteilte. Im ersten Quartal waren es noch 18 Mrd. Fr. gewesen, im 2. Quartal des Vorjahrs sogar beinahe 40 Mrd. Franken.

    Die Entwicklung zeigt, dass die UBS bei den Kunden offenbar wieder an Vertrauen zurückgewonnen hat. Und offenbar hat sie auch besser gewirtschaftet als von den Branchenbeobachtern angenommen. Mit 2 Mrd. Fr. Gewinn übertraf sie die Prophezeiungen der Experten bei weitem.

  • 9.18 Uhr - CFO Cryan präsentiert Zahlen  

    Chief Financial Officer John Cryan erklärt detailliert die Resultate der einzelnen Geschäftsdivisionen. Siehe auch weiter unten die Fakten zum Quartalsergebnis der UBS. Cryan: «Wir waren besonders stark im Aktienhandel (Equities) und bei den Fremdwährungen.»


    • Investmentbanking: 1,31 Milliarden Franken Vorsteuergewinn.

    • Aktienhandel (Equities): 1,365 Milliarden Franken.

    • Wealth Management/CH-Geschäft: 1,13 Milliarden Franken.

    • Wealt Management Americas: -67 Millionen Franken.

    • Asset Management: 117 Millionen Franken

  • 9.17 Uhr - Aktie massiv im Aufwind  

    Nach Bekanntgabe der Quartalszahlen, die deutlich über den Erwartungen der Marktbeobachter lagen, hat die UBS-Aktie am Dienstagmorgen deutlich an Wert gewonnen. Bei Handelsbeginn notierte sie mit 16.44 Fr. um 4,7 Prozent über dem Schlusskurs vom Vorabend.

    In den ersten Handelsminuten stieg der Aktienkurs weiter: Um 9.15 Uhr betrug das Plus 6,8 Prozent, nachdem die UBS-Aktie zwischenzeitlich sogar über 7,5 Prozent an Wert zugelegt hatte.

    Die Anleger folgten damit den Analysten, die das Quartalsergebnis der UBS mehrheitlich positiv aufnahmen. Selbst unter Ausklammerung von Sonderfaktoren wie Aufwertungsgewinnen auf eigenen Verbindlichkeiten oder Steuergutschriften lag der Gewinn im zweiten Quartal über den Erwartungen, wie es allenthalben hiess.

  • 9.15 Uhr - der Wandel  

    Grübel sagt, die Welt der Banken werde sich grundsätzlich verändern. Die UBS sehe dem zuversichtlich entgegen, den Wandel beinhalte immer auch viele Möglichkeiten. Man habe keine Angst vor diesem Wandel, so Grübel. Dann übergibt er an John Cryan, dem Chief Financial Officer. «Are you ready for some numbers?».

  • 9.11 Uhr - Grübel zum Schweizer Geschäft  

    Grübel äussert sich zum Privat- und Firmenkundengeschäft in der Schweiz. Das Schweizer Privat- und Firmenkundengeschäft konnte das Quartal mit einem Gewinnplus abschliessen. Sowohl im Wealth Management als auch im Schweizer Geschäft verringerte sich der Nettoneugeldabfluss. Man wolle sich da noch deutlich steigern, so Grübel.

  • 9.03 Uhr - Grübel eröffnet  

    Oswald Grübel eröffnet die Medienkonferenz. «We are very happy», sagt der UBS-CEO zum Abschluss des zweiten Quartals. «We are on track» und man habe einen sehr guten Job gemacht. «Wir haben unser Geld gemacht in dieser bewegten Zeit.» Grübel lobt die verschiedenen Sparten. Schildert, wo man Prioritäten gesetzt hat und erwähnt speziell die Vermögensverwaltung in den USA, wo es darum gehe, das Geschäft neu aufzubauen.

  • 08.13 - die Fakten  

    Die UBS hat zum dritten Mal in Folge ein Quartal mit schwarzen Zahlen abgeschlossen. Im zweiten Quartal 2010 sticht vor allem das Investmentbanking heraus, wo der Vorsteuergewinn im Vergleich zum Vorquartal um rund 10 Prozent auf 1,31 Mrd. Fr. gesteigert werden konnte.

    Wie bei anderen Banken ist der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren zurückgegangen, doch profitierte die UBS an anderer Stelle von starken Kundenaktivitäten. «Wir waren besonders stark im Aktienhandel (Equities) und bei den Fremdwährungen», sagte Finanzchef John Cryan während einer Telefonkonferenz am Dienstag.

    Den Anstieg der Equity-Erträge um 9 Prozent auf 1,365 Mrd. Fr. bezeichnete die Grossbank als Beleg für die Stärke des grössten Bereichs des Handels- und Kommissionsgeschäfts.

    Leicht zurückgegangen bei konstantem Geschäftsertrag ist das Vorsteuerergebnis in der Vermögensverwaltung (Wealth Management) und im Schweizer Geschäft. Der Gewinn der Sparte sank gegenüber dem Vorquartal um 3 Prozent auf 1,13 Mrd. Franken, wie die UBS am Dienstag mitteilte.

    Der Rückgang ist durch den höheren Geschäftsaufwand bei der Vermögensverwaltung begründet. Das Schweizer Privat- und Firmenkundengeschäft konnte das Quartal dagegen mit einem Gewinnplus abschliessen. Sowohl im Wealth Management als auch im Schweizer Geschäft verringerte sich der Nettoneugeldabfluss.

    Rote Zahlen schrieb die Vermögensverwaltung auf den amerikanischen Kontinenten (Wealth Management Americas): Der Vorsteuerverlust belief sich auf 67 Mio. Franken, wobei der Geschäftsertrag um 9 Prozent auf 1,49 Mrd. Fr. anstieg. Für den Verlust macht die UBS ausserordentliche Kosten in Zusammenhang mit der Rationalisierung des amerikanischen Gebäudeportfolios geltend.

    Um 15 Prozent gesunken ist der Spartengewinn bei der Vermögensverwaltung für institutionelle Anleger (Asset Management). Er belief sich auf 117 Mio. Franken. Grund dafür ist gemäss Angaben der UBS unter anderem der höhere Geschäftsaufwand aufgrund von höheren Bonuszahlungen für das vergangene Jahr.

    Im Gegensatz zum Vorquartal verzeichnete das Asset Management netto erstmals wieder einen Zufluss von Kundengeldern. Eine Dividende ist für die UBS weiterhin kein Thema. «Wir müssen erst Kapital aufbauen», sagte Finanzchef Cryan.

Erstellt: 27.07.2010, 08:52 Uhr

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