Wirtschaft

Huntsman-Beschäftigte beraten über Streik

Aktualisiert am 21.11.2011 1 Kommentar

Die Angestellten des Chemiekonzerns Huntsman stimmen ab, ob sie nächste Woche die Arbeit niederlegen wollen, um gegen die Entlassungen zu protestieren.

Huntsman-Angestellte demonstieren gegen den Stellenabbau in Basel.

Huntsman-Angestellte demonstieren gegen den Stellenabbau in Basel.
Bild: Keystone

Die Beschäftigten des US-Chemiekonzerns Huntsman, der in Basel 600 Stellen abbauen will, haben am Montag an einer Betriebsversammlung den vorgelegten Sozialplan zurückgewiesen. Die Versammlung empfiehlt zur Durchsetzung der Forderungen einen Streik. In einer Urabstimmung unter den Beschäftigten soll die Streikbereitschaft abgeklärt werden, sagte Serge Gnos von der Gewerkschaft Unia auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die Abstimmung daure bis Ende Woche. Ab nächster Woche könnte gestreikt werden.

Am Sozialplan wird kritisiert, dass er bezüglich Abgangsentschädigungen und Frühpensionierungen schlechter als branchenüblich ist, sagte Gnos. Für ältere Arbeitnehmende gebe es keine befriedigenden Lösungen. Auch die Forderung der Angestellten, dass die Arbeitgeberseite einen «hochrangigen Vertreter» mit entsprechenden Kompetenzen an den Verhandlungstisch schicke, sei nicht erfüllt worden. «Damit giesst Huntsman zusätzlich Öl ins Feuer», heisst es in einer Mitteilung der Unia. Bereits in der letzten Woche verlangte die Personalvertretung von Huntsman ein «substanziell besseres Angebot». Schon damals wurde der «mickrige» Sozialplan kritisiert.

Auch Kritik von Angestellten Schweiz

Auch die Angestellten Schweiz kritisierten am Montagabend das Vorgehen von Huntsman. In der Schweiz dürfe keine Sozialpartnerschaft nach amerikanischem Muster angewendet werden. Ohne die Sozialpartner zu konsultieren, habe Huntsman unter dem Einheitsarbeitsvertrag zwei separate Konsultationsverfahren in die Wege geleitet (je eines pro Division). Ausserdem sei zwei Monate nach der Ankündigung des Stellenabbaus nicht bekannt, wie die für die Restrukturierung «offenbar budgetierten 155 Millionen Dollar» genau zugeteilt würden, heisst es in der Mitteilung der Angestellten Schweiz.

Huntsman hatte Ende September angekündigt, am Standort Basel 500 Stellen des Textilchemiegeschäfts zu streichen. 100 weitere Jobs sollen verlagert werden. Zudem will das Unternehmen in Basel und Monthey 80 Stellen in der Division Advanced Materials abbauen. (amu/sda)

Erstellt: 21.11.2011, 14:57 Uhr

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1 Kommentar

Ruedi Mayer

21.11.2011, 19:50 Uhr
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Wo bleiben denn hier dir Kommentare??? Wenn's um die grosse Novartis geht hat wohl jeder was zu sagen. Aber Huntsman kennt halt kein Mensch. Wer weiss schon, dass damit eine jahrhunderte alte Baselstädtische Industrietradition einfach in die Tonne getreten wird. Der Name Ciba-Geigy bzw. Ciba war mal ein garant für soziale Arbeitgeber die fair und anständig geschäftet haben. Antworten



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