Wirtschaft

Immobilienbesitzer klagen gegen Banken

Aktualisiert am 15.10.2012 8 Kommentare

US-Hausbesitzer haben eine Sammelklage gegen 12 Grossbanken eingereicht, darunter die UBS. Deren Manipulation des Libor-Zinses habe zu überteuerten Immobilienkrediten geführt.

Die Serie von Klagen in den USA reisst nicht ab: Eine US-Fahne weht vor dem Hintergrund eines UBS-Gebäudes in New York. (Archivbild)

Die Serie von Klagen in den USA reisst nicht ab: Eine US-Fahne weht vor dem Hintergrund eines UBS-Gebäudes in New York. (Archivbild)
Bild: Reuters

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Im Skandal um Manipulationen des Interbankenzinses Libor haben US-Hausbesitzer erstmals eine Sammelklage gegen 12 der weltgrössten Banken eingereicht. Die Kläger argumentierten, durch Unregelmässigkeiten bei der Zinsfestlegung seien ihre Immobilienkredite über Gebühr verteuert worden, schreibt die «Financial Times» (FT).

Händler bei Barclays, Bank of America und UBS (UBSN 16.62 0.06%) in Europa und Nordamerika hätten den Libor insbesondere an Tagen künstlich in die Höhe getrieben, an denen die Hypothekenzinsen neu festgelegt worden seien. Die Kläger hätten so von 2000 bis 2009 Tausende von Dollar verloren.

Potenziell 100'000 Kläger

Rechtsanwalt John Sharbrough sagte der Zeitung, bis zu 100'000 Immobilienbesitzer könnten gegen die Banken klagen. Zur Höhe des von seinen Mandanten geltend gemachten Schadens äusserte er sich nicht. Die bisher eingereichten Klagen wegen der Manipulationen der Libor-Sätze seien von Investoren und Körperschaften gekommen, aber noch nicht von Hausbesitzern, schreibt die FT. Die Banken hätten den Eingang der Klage bestätigt, aber nicht kommentieren wollen.

Weltweit stehen mehr als ein Dutzend Grossbanken unter Verdacht, den Libor in den vergangenen Jahren manipuliert zu haben, darunter auch die Deutsche Bank und die UBS. Der Zins wird einmal täglich in London ermittelt und beruht auf den Angaben der Institute zu ihren Refinanzierungskosten.

Bislang hat lediglich das britische Geldhaus Barclays ein Fehlverhalten von Händlern eingeräumt. Das Top-Management musste daraufhin gehen, zudem wurde der Bank eine Strafe von fast einer halben Milliarde Dollar aufgebrummt. Mit den falschen Angaben haben Händler Gewinne eingestrichen und die wahren Refinanzierungskosten verschleiert. (rub/sda)

Erstellt: 15.10.2012, 10:41 Uhr

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8 Kommentare

Mark Wolff

15.10.2012, 13:14 Uhr
Melden 19 Empfehlung 1

Da haben sich ein Dutzend Grossbanken zusammengetan um den Rest der "Markt"-Teilnehmer zu betrügen?! Der Normalbürger würde wegen Betrug und organisiertem Verbrechen in den Knast wandern, aber die Finanzelite ist, es scheint, nicht dem Gesetz unterstellt. Antworten


Marc Goldinger

15.10.2012, 11:52 Uhr
Melden 17 Empfehlung 6

@lucius mayer: der Zinssatz wurde ja künstlich tief gehalten. Es wird kaum ein CH-Immobilienbesitzer mit LIBOR-Hypothek klagen, weil er zuwenig Hypozinsen zahlen musste.... Antworten



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