Wirtschaft

«In der Schweiz werden rund 500 Stellen über alle Bereiche abgebaut»

Aktualisiert am 28.07.2011 107 Kommentare

Bei der Credit Suisse ist der Reingewinn im Umfeld der Schuldenkrise und der Frankenstärke im zweiten Quartal um die Hälfte eingebrochen. baz.ch/Newsnet berichtet live von der Medienkonferenz.

Muss 2000 Stellen streichen: CS-Chef Brady Dougan.

Muss 2000 Stellen streichen: CS-Chef Brady Dougan.
Bild: Keystone

  • 10.00  

    Über die bereits im Vorfeld der Pressekonferenz publizierten Zahlen hinaus war an der Pressekonferenz wenig zu erfahren. Dort sticht der deutliche Einbruch der Investmentbanking-Ergebnisse heraus und der geplante weltweite Stellenabbau von 4 Prozent, was rund 2000 Stellen entspricht.

    In der Schweiz sollen es rund 500 sein, wie Brady Dougan an der Pressekonferenz präzisiert hat. Betroffen seien alle Bereiche der Bank. Finanzchef David Mathers hat erklärt, dass der Grossteil weltweit im Investmentbanking anfallen werde.

    Trotz vielfacher Nachfragen zu den Untersuchungen gegen ehemaligen und aktuelle Mitarbeiter der Bank, beziehungsweise gegen die Bank selbst, hat Brady Dougan keine Informationen geliefert.

    Die präsentierten Informationen lassen sich etwa so zusammenfassen: Die Bank sei durch das garstige weltwirtschaftliche Umfeld und den teuren Franken in Mitleidenschaft gezogen worden, ansonsten wäre beinahe alles prächtig. Zu hohe Kosten würden jetzt abgebaut. Wenn sich die Stürme verziehen, würde es mit der Credit Suisse wieder kräftig aufwärts gehen. Die eingeschlagene Strategie bleibe überzeugend und werde beibehalten. Das Eingehen von wieder höheren Risiken sei nicht vorgesehen.

  • 9.50  

    Die Pressekonferenz ist beendet. Hier folgt in Kürze ein kurzes Fazit.

  • 9.49  

    Dougan wird gefragt, ob die Credit Suisse Zahlungen an die USA leisten würde, um die Auseinandersetzungen dort zu beenden. Brady Dougan erklärt, dass es für solche Fragen zu früh sei.

  • 9.46  

    Auf die Cocos angesprochen - das in der Schweiz verlangte Hybridkapital zur Anrechnung an die Eigenkapitalquoten - sagt Dougan, die Credit Suisse glaube weiterhin an dieses Instrument und sei selber mit dem eigenen Vorstoss hier erfolgreich gewesen. Damit unterscheidet sich die Credit Suisse grundsätzlich von der UBS. Deren CEO Oswald Grübel hat sich am Dienstag deutlich gegen das Instrument gewandt.

  • 9.44  

    Ein Journalist fragt, ob denn das Investmentbanking jetzt nicht zu geringe Risiken eingehe. Dougan sagt, angesichts der geringen eingegangenen Risiken habe die Bank gut gearbeitet und dass keine Absichten bestehen, die Strategie der geringeren eingegangenen Risiken zu ändern.

  • 9.42  

    Dougan wird gefragt, ob er eine Ansteckungsgefahr in der Eurokrise im Fall von Italien sehe. Er meint darauf, dass hier wohl nicht mit einer raschen Lösung zu rechnen sei. Die Credit Suisse sei aber durch ihr eigenes Engagement nur unwesentlich betroffen.

  • 9.39  

    Ein Journalist will mehr zum geplanten Stellenabbau wissen. Der CEO sagt, es würden weltweit alle Bereiche betroffen sein. In der Schweiz würden rund 500 Stellen davon betroffen sein.

  • 9.37  

    Die Journalisten bleiben an der US-Untersuchung dran. Dougan gibt aber auch keine weiteren Details bekannt.

  • 9.36  

    Der CEO sagt auf die Frage, ob das sich auf den Ruf auswirke, dass dies der Fall sei und wiederholt, dass man das Thema sehr ernst nehme. Doch das Geschäft laufe gut weiter. Das Offshore-Geschäft in den USA habe man ja schon aufgegeben. Auf das Onshoregeschäft in den USA habe es wenig Auswirkungen.

  • 9.34  

    Dougan wird gefragt, ob er denn jetzt nicht einen Zusammenhang mit der Entwicklung der UBS damals sehe. Dougan verneint das, weicht ansonsten aber aus.

  • 9.33  

    Eine Frage zu den Untersuchungen in den USA beantwortet Dougan mit der Aussage, dazu gebe es nicht viel zu sagen. Man nehme das Thema sehr ernst und es betreffe auch die Regierungen.

  • 9.31  

    Die Fragerunde hat begonnen.

  • 9.30  

    Mathers erklärt, dass die Credit Suisse nur sehr geringe Risiken im Bereich der gefährdeten Länder in der Eurozone eingegangen sei.

  • 9.28  

    Mathers macht weitere Simulationsrechnungen zu den Kapitalquoten der Credit Suisse in näherer Zukunft.

  • 9.26  

    Nach Basel II liegen die risikogewichteten Aktiven bei 204 Milliarden. Bis Ende 2012 sollen die risikogewichteten Aktiven nach den schärferen Regeln von Basel III bei 310 Milliarden liegen.

  • 9.24  

    Mathers geht auf die Kapitalanforderungen ein. Nach Basel II liegt die Tier 1-Ratio bei 18,2 Prozent. Die Bank sei gut unterwegs, auch die Basel III-Anforderungen zu erfüllen.

  • 9.21  

    Das Aktiengeschäft habe sich halten können, trotz geringer Aktivitäten der Kunden.

  • 9.20  

    Sehr deutlich sind die Erträge im Bereich der Festverzinslichen einbegrochen. Ab

  • 9.18  

    Auch im Investmentbanking hat der Franken deutlich auf die Ergebnisse gedrückt. Aber auch ohne diesen, sind hier die Erträge eingebrochen.

  • 9.17  

    Der Neugeldzufluss im Vermögensverwaltungsgeschäfts sei höher ausgefallen, als es die Bank selbst erwartet hätte.

  • 9.15  

    Mathers erklärt, dass im Private Banking die Ergebnisse vor allem durch den Franken und geringe Kundenaktivitäten gedrückt worden seien.

  • 9.13  

    Mathers erklärt, dass der Stellenabbau von 4 Prozent, was rund 200 Stellen entspricht, vor allem den Bereich des Investmentbankings betreffen werde.

  • 9.12  

    Auch unter den tiefen Zinsen leide die Bank, meint Mathers. Ein Anstieg von 1 Prozent über die ganze Zinskurve würde der CS Mehreinnahmen von 540 Millionen ermöglichen.

  • 9.10  

    Um 348 Millionen habe die Stärke des Schweizer Frankens das Resultat vor Steuern negativ im zweiten Quartal getroffen. Im ersten Halbjahr sei der Effekt sogar 637 Millionen gewesen.

  • 9.10  

    Finanzchef David Mathers hat übernommen. Er teilt in grossem Tempo die Detailzahlen mit.

  • 9.07  

    Dougan teilt mit, dass Walter Berchtold neu Chairman des Private Banking wird, seinen Posten als CEO dieses Bereichs wird neu Hans-Ulrich Meister.

  • 9.06  

    Bei einer Verbesserung des Umfelds - inklusive einer Abschwächung des Schweizer Frankens - würde die Credit Suisse stark davon profitieren, meint Brady Dougan.

  • 9.05  

    Um dennoch gute Resultate präsentieren zu können, sei nun eine Kostenreduktion im Umfang von 1 Milliarde nötig.

  • 9.02  

    Die Bank sei vor allem bei den neuen Kapitalmarktanforderungen weit vorgeschritten. Das weltwirtschaftliche Umfeld durch starke Gegenwinde geprägt gewesen.

  • 9.00  

    CEO Brady Dougan hat die Pressekonferenz eröffnet. Er erklärt, dass er vor allem mit den Resultaten des Investmentbankings nicht zufrieden sei. Darauf zählt er auf, wo die Bank gut abgeschlossen hat.

  • 8:51 Uhr: Ausgangslage  

    Bei der Credit Suisse (CS) ist der Reingewinn angesichts schwieriger Geschäfte im Umfeld der Schuldenkrise und der Frankenstärke im zweiten Quartal um die Hälfte eingebrochen. Die Grossbank will weltweit rund 2000 Stellen streichen, davon etwa 500 in der Schweiz.

    Die CS gab am Donnerstag einen Reingewinn von 768 Millionen Fr. für das zweite Quartal 2011 bekannt. In zweiten Quartal 2010 hatte die Credit Suisse 1,6 Milliarden Fr. Gewinn erzielt, obwohl schon damals ein eher flaues Geschäft in der Investmentbank das Geschäft prägte. Im Vorquartal betrug der Gewinn der Bank 1,14 Milliarden Franken.

    Mit den Zweitquartalsergebnis liegt die CS deutlich unterhalb der Prognosen vieler Analysten. In einer Umfrage der Finanznachrichtenagentur AWP hatten die Experten bis zu 1,3 Milliarden Fr. Gewinn vorausgesagt. «Die Resultate sind unbefriedigend», sagte CS- Finanzchef David Mathers während einer Telefonkonferenz.

    Milliarden-Einsparung

    Mit ihrem Sparprogramm, das am stärksten die Investmentbank trifft, will die Bank im nächsten Jahr die Kosten um 1 Milliarden Fr. senken. Der Stellenabbau und andere Massnahmen dürften die CS dieses Jahr noch 400 Millionen bis 450 Millionen Fr. kosten. 142 Millionen Fr. davon belasten bereits die Rechnung des zweiten Quartals.

    Derzeit zählt die CS etwa 50'700 Stellen. Den letzten grossen Stellenabbau hat die Bank Ende 2008 bekannt gegeben, als 5300 Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer fielen. Durch gleichzeitigen Ausbau wichtiger Konzernbereiche war der Stellenbestand der CS über die vergangenen Jahre immer in etwa gleich hoch.

    Die CS beschäftigt seit Jahren konstant etwa zwei Fünftel ihrer Mitarbeiter in der Schweiz. Laut CS-Sprecher Marc Dosch will die Bank bei der nun angekündigten Stellenstreichung in der Schweiz keine Entlassungen verfügen. Für Mitarbeiter, die nicht innerhalb der CS eine neue Stelle finden würden, gebe es ein internes Programm zur Stellensuche und zur Weiterbildung.

    Schwieriges Umfeld

    Schon Konkurrentin UBS, aber auch US-Grossbanken hatten von einem schwierigen zweiten Quartal berichtet. Für das Investmentbanking ist die anhaltende Unsicherheit der Märkte, getrieben durch die hohe Verschuldung einiger europäischer Länder sowie der USA, keine gute Voraussetzung für florierende Geschäfte. In der CS-Investmentbank ging der Vorsteuergewinn um 71 Prozent zurück.

    Überdies setzte der CS der starke Franken beziehungsweise der schwache Dollar zu. Auch in der Vermögensverwaltung, wo die Gelder der wohlhabenden Kunden rund um die Welt in lokalen Währungen gebucht sind, die Kosten aber vor allem in Franken anfallen, erwies er sich als Nachteil.

    Weiter hoch im Kurs ist die CS aber punkto Kundenvertrauen: Im zweiten Quartal gelang es ihr, netto 14,3 Milliarden Fr. an neuen Kundenvermögen anzuziehen, deutlich mehr als die UBS, die einen Nettoneugeldzufluss von 8,7 Milliarden Fr. vermeldet hatte.

Erstellt: 28.07.2011, 08:55 Uhr

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107 Kommentare

Marcel Kraus

28.07.2011, 08:35 Uhr
Melden 15 Empfehlung

Die beiden grossen Bankinstitute CS und UBS müssen heute erkennen, dass für sie die betriebswirtschaftlichen Gesetze auch gültig sind. Der Quartalsgewinn unterliegt konjunkturbedingt grossen Schwankungen und kann bestimmt nicht langfristig auf einem Niveau von 25%-30% Return on Equity gehalten werden. Das sind planwirtschaftliche Gedankenspiele ohne Bezug zur marktwirtschaftlichen Realität... Antworten


karl schweri

28.07.2011, 11:19 Uhr
Melden 6 Empfehlung

die verarsche der mitarbeiter und des fussvolkes geht munter weiter! danke lieber politker! ihr seid die handlanger dieser banker und manager! Antworten



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