Wirtschaft

Ist die SNB schuld am Kursanstieg der Krone?

Von Anita Merkt. Aktualisiert am 03.08.2012 54 Kommentare

Die SNB sei das «neue China der Währungsinterventionen», schreibt die «Financial Times». Angeblich treibt die Nationalbank den Kurs der schwedischen Krone und des australischen Dollars in die Höhe.

Steht an den Devisenmärkten hoch im Kurs: Australischer Dollar.

Steht an den Devisenmärkten hoch im Kurs: Australischer Dollar.
Bild: Reuters

Ihr Wert ist erneut gestiegen: Schwedische Krone.

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In den letzten Tagen tauchten an den Devisenmärkten Gerüchte auf, wonach die Interventionen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) den Kurs der schwedischen Krone und des australischen Dollars in die Höhe treiben. Denn nach den massiven Eurokäufen zur Verteidigung des Wechselkurses bei 1.20 Franken versucht die SNB, (SNBN 1100 0.00%) Euro zu verkaufen und in andere Währungen zu investieren. Genaue Angaben, welche Währungen sie dabei kauft, macht die SNB gegenüber der Öffentlichkeit nur für die grossen Währungen Dollar, Euro, Pfund, Yen und den kanadischen Dollar.

Klar ist, dass die SNB inzwischen über enorme Devisenreserven verfügt. Im zweiten Quartal 2012 kaufte sie erneut für 95 Milliarden Euro, womit der Euro-Anteil an den Devisenreserven von 50 auf 60 Prozent gestiegen ist. Gleichzeitig kaufte sich die SNB für 4,5 Milliarden Franken in «andere ausländische Währungen» ein. Im selben Zeitraum ist der Wert der Krone erneut gestiegen und der australische Dollar erlebt ein weiteres Hoch gegenüber dem Euro. Die «Financial Times» vermutet, die SNB habe mit ihren Devisenkäufen die Hand im Spiel. Die SNB sei das «neue China der Währungsinterventionen».

Rohstoffnachfrage wichtiger als SNB

Da die SNB zum Kauf von «anderen Währungen» keine präzisen Angaben macht, herrscht grosses Rätselraten, ob die schweizerischen Nationalbanker ihre schwedischen Kollegen in die Bredouille bringen. «Wenn die SNB australische Dollars oder schwedische Kronen kauft, beeinflusst das den Kurs dieser Währungen», sagt Credit-Suisse-Währungsstratege Bernd Berg. Den Kurs des australischen Dollars beeinflusse die SNB sicher «nicht signifikant», doch wie gross der Einfluss der SNB auf den Kronenkurs sei, könne er nicht beurteilen, so Berg.

Auch UBS-Spezialist Constantin Bolz hält es für abwegig, dass die SNB den Kurs des australischen Dollars beeinflussen kann. «Das würde mich erstaunen», sagt Bolz. «Für den australischen Dollar ist vor allem die Rohstoffnachfrage im asiatischen Raum ausschlaggebend», so Bolz. «Selbst wenn die SNB in einem Monat für ein paar Milliarden Franken australische Dollars kaufen würde, fiele das kaum ins Gewicht.» Gemäss der australischen Notenbank beläuft sich der Devisenhandel mit australischen Dollars jeden Monat auf 3000 Milliarden.

Der schwedischen Krone geht es wie dem Franken

Für die Währungsumsätze der Krone könne eine Milliarde dagegen schon eine Rolle spielen, so Bolz. «Allerdings flüchten zurzeit viele Anleger in sichere und robuste Währungen wie die schwedische oder dänische Krone. Diese Länder haben das gleiche Aufwertungsproblem wie die Schweiz», gibt Bolz zu bedenken. Ob die SNB den Kurs der Schwedenkrone weiter nach oben drückt, kann man laut Bolz nicht genau sagen. «Das ist pure Spekulation.»

Sicher sei lediglich, dass die Schweizerische Nationalbank versuchen werde, den Euro-Anteil an ihren Devisenreserven wieder zu reduzieren. «Wenn sie ihr Ziel, circa 50 Prozent der Devisen in Euro zu halten, konsequent verfolgt, müsste sie in nächster Zeit viele Milliarden in andere Währungen investieren. «Wenn die Schweden durch die starke Aufwertung Probleme bekommen sollte, wird dies sicher nicht in den Medien ausdiskutiert, sondern direkt und diskret mit der SNB», ist Bolz sicher. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.08.2012, 18:51 Uhr

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54 Kommentare

Jürg Wehrlin

02.08.2012, 19:23 Uhr
Melden 261 Empfehlung 0

Auch "nur" 50% € sind 100% zuviel von dieser Ramschwährung. Deshalb weg damit, so rasch als möglich. Zum Glück haben wir den Hildebrand nicht mehr, der hätte € bis zum bitteren Ende gekauft. Danke Herr Blocher. Antworten


Thomas Herrmann

02.08.2012, 18:56 Uhr
Melden 178 Empfehlung 0

Der Franken ist an den Euro gekoppelt, deswegen verliert er mit dem Euro zusammen an wert und lässt andere Währungen stark aussehen. Antworten



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