Wirtschaft
Italienische Steueramnestie fordert Banken-Opfer im Tessin
Steueramnestie Italien
Der Rückzug des 1789 gegründeten Finanzinstitutes ist nicht zuletzt auf die italienische Steueramnestie zurückzuführen. Die kommerziellen Erwartungen im Tessin seien nicht erfüllt worden, sagte ein Sprecher von Sal. Oppenheim am Montag auf Anfrage zu einem Bericht des Online-Portals der SRG-Tochter RSI.
Die Steueramnestie der italienischen Regierung sei mit ein Grund für den Misserfolg gewesen. Die verbliebenen Kunden im Tessin würden fortan vom Sitz in Zürich aus betreut.
Damit beendet die Privatbank nach nicht einmal anderthalb Jahren ihr Engagement im Tessin. Im September 2008 hatte das Unternehmen die Eröffnung einer Filiale in Lugano bekannt gegeben. Als Sitz wurde ein historisches Gebäude aus dem 18. Jahrhundert an der Via Soave in der Nähe des Rathauses bezogen.
Zielgruppe waren in erster Linie Kunden aus der italienischen Schweiz sowie Deutsche im Tessin. Darüber hinaus richtete sich das Angebot an eine südeuropäische Kundschaft mit Schwerpunkt Norditalien. «Wir sind fest entschlossen, auch im Tessin zu einer der führenden internationalen Privatbanken zu werden», sagte damals Matthias Graf von Krockow, Sprecher der Gesellschafter der Sal. Oppenheim.
Von der Deutschen Bank übernommen
In der Zwischenzeit mussten die vierzig Familiengesellschafter nach hohen Verlusten im Handelsgeschäft die Unabhängigkeit der Bank opfern. Die angeschlagene Privatbank befindet sich mittlerweile vollumfänglich im Besitz der Deutschen Bank.
Die Deutsche Bank liess sich die Ende Oktober verkündete Übernahme von Sal. Oppenheim eine Milliarde Euro kosten. Eine Vereinbarung sieht vor, dass die Alt-Gesellschafter von Sal. Oppenheim sich langfristig wieder mit 20 Prozent am Kern des Instituts - dem Geschäft mit reichen Privatkunden - beteiligen können. (tan/sda)
Erstellt: 29.12.2009, 13:58 Uhr
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