Wirtschaft

Julius Bär: Mehr Kundengelder, mehr Gewinn

Aktualisiert am 21.07.2010

Die Privatbank Julius Bär hat im ersten Halbjahr den Gewinn um acht Prozent auf 261 Millionen Franken gesteigert. Die Übernahme des niederländischen Finanzriesen ING zahlt sich für die Privatbank aus.

Gewinn deutlich gesteigert: Julius-Bär-Filiale in Zürich. (Bild: Keystone )

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In den Monaten Januar bis Juni nahm die Bank 3,3 Milliarden Franken Neugeld entgegen, und die verwalteten Vermögen vergrösserten sich um ebenfalls acht Prozent auf 166 Milliarden Franken.

Das Plus verdankt Julius Bär der Übernahme des Schweiz-Geschäfts des niederländischen Finanzriesen ING, wie aus dem Bericht der Vermögensverwalterin hervorgeht. Von den ING-Kunden kamen 14 Milliarden Franken. Vor allem der schwache Euro führte aber auch zu negativen Währungseinflüssen von vier Milliarden Franken.

Neugeld nahm die Bank netto 3,3 Milliarden Franken entgegen, eine Milliarde weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Bank habe solide Zuflüsse aus den Wachstumsmärkten verzeichnet. Kunden hätten aber auch Gelder abgezogen, berichtete Julius Bär weiter: Als Grund nannte die Gruppe das «regulatorisch Umfeld» sowie einzelne Kundenabgänge wegen der Übernahme des ING-Geschäfts.

Bär-Aktie eröffnet über zwei Prozent im Plus

Der Halbjahresabschluss von Julius Bär hat die Anleger überzeugt. Die Aktie der Zürcher Privatbank eröffnete in einem leicht positiven Gesamtmarkt um 2,1 Prozent im Plus auf 32.69 Franken.

Analysten äusserten sich in ersten Kommentaren positiv zum Ergebnis. Sie hoben insbesondere die Neugeld-Entwicklung hervor. Das Unternehmen verfüge zudem über eine sehr starke Kernkapitalquote von 22,8 Prozent. Diese erlaube es Julius Bär, substanzielle Übernahmen zu tätigen.

Nach Angaben von Händlern hatte der Markt eher durchzogene Zahlen erwartet. Insbesondere bei der Neugeld-Entwicklung sei Skepsis zu spüren gewesen. Das insgesamt solide Ergebnis schaffe nun Raum für eine Kurserholung.

Betriebsertrag gesteigert

Die Kunden seien nach dem Finanzkrisen-Schock immer noch vorsichtig, sagte Bankchef Boris Collardi in einer Telefonkonferenz. «Allerdings finden sie es auch zusehends langweilig, daneben zu sitzen und zuzuschauen», sagte er weiter. Er erwarte, dass der Neugeldzufluss im zweiten Halbjahr stark bleibe.

Der Betriebsertrag stieg im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 916 Millionen Franken. Der Erfolg aus dem Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft erhöhte sich um 25 Prozent auf 492 Millionen Franken.

Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft ging aufgrund der niedrigen Zinsmargen um 13 Prozent auf 245 Millionen Franken zurück. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft nahm um acht Prozent auf 163 Millionen Franken zu.

Bär will wachsen

Die Bank Julius Bär hat im zweiten Halbjahr 2009 das Geschäft für institutionelle Kunden (Asset Management) abgetrennt, das seitdem unter dem Namen GAM eine separate börsenkotierte Gesellschaft ist. Auch unter Konzernchef Collardi, der die Gruppe seit Ende 2009 führt, sieht Julius Bär den «zweiten Heimmarkt» in Asien.

Collardi erachtet die Wachstumschancen der Bank dank einer soliden Finanzbasis der Gruppe intakt. Die Gruppe, die sich als führende Vermögensverwalterin in der Schweiz sieht, streckt die Fühler weiter für passende Zukäufe aus. Konkrete Akquisitionsziele nannte Collardi aber nicht. (bru/sda)

Erstellt: 21.07.2010, 07:29 Uhr

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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.