Wirtschaft

Katar-Scheich zieht in Porsche-VR ein

Aktualisiert am 18.12.2009

Der Wüstenstaat hat seinen VW-Anteil auf 17 Prozent aufgestockt. Und er bekommt einen Sitz im Aufsichtsrat der Porsche-Holding.

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Umsatzeinbruch

Der Sportwagen-Hersteller Porsche hat im ersten Geschäftsquartal 2009/10 (per Ende Oktober) einen Umsatzeinbruch verzeichnet. Die Verkäufe sackten im Vergleich zur Vorjahresperiode um 30,5 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro ab. Der Absatz ging um 39,6 Prozent auf 11'385 Fahrzeuge zurück, wie Porsche am Freitag mitteilte. Die Talsohle sei aber allmählich durchschritten und Besserung in Sicht. Das zeigten die November- Zahlen. Im Verlauf des Jahrs 2010 sei eine Belebung der Verkäufe zu erwarten.

Das Emirat Katar erhält nach seinem Einstieg bei Porsche ( 40.005 1.01%) einen Sitz im Verwaltungsrat der Firma. Die Aktionäre der Dachgesellschaft Porsche Holding SE sollen an der Generalversammlung Ende Januar Scheich Jassim Bin Abdulaziz Bin Jassim al-Thani für vier Jahre wählen, wie der am Freitag publizierten Einladung zu entnehmen ist.

Der Scheich würde im Kontrollgremium den Platz von Hans-Peter Porsche, dem Bruder von Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche, einnehmen. Bisher stammen fünf der zwölf Verwaltungsräte aus den Familien Porsche und Piëch, darunter VW-Patriarch Ferdinand Piëch.

Katar als VW-Grossaktionär

Katar war nach der missglückten VW-Übernahme durch Porsche mit 10 Prozent beim hochverschuldeten Sportwagen-Hersteller eingestiegen. Das Scheichtum ist der erste Aktionär, der nicht zu den bisherigen Eigentümerfamilien Porsche und Piëch gehört. Das Emirat kaufte den Stuttgartern zudem einen Teil ihrer Optionen auf VW-Aktien ab und beteiligte sich auch an Europas grösstem Auto-Konzern.

Katar stieg mittlerweile mit einer Beteiligung von 17 Prozent zum dritten Grossaktionär bei VW auf. Weitere Grossaktionäre sind die Porsche-Eignerfamilien Piëch und Porsche sowie das deutsche Bundesland Niedersachsen.

Umstrittene Manager-Löhne

Die Aktionäre sollen weiter beschliessen, dass alle Manager künftig ihr Gehalt offenlegen müssen. Wegen der Bezahlung von Ex-Chef Wendelin Wiedeking hatte es grosse Aufregung gegeben. Er soll allein im Geschäftsjahr 2007/08 dank einer vertraglich fixierte Gewinnbeteiligung rund 77 Millionen Euro eingestrichen haben.

Die Entlastung Wiedekings und seines damaligen Finanzchefs Holger Härter für das abgelaufene Geschäftsjahr soll wegen laufender Ermittlungsverfahren vertagt werden. Die Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe der Marktmanipulation. Die beiden Manager mussten wegen der gescheiterten Übernahme von VW im Sommer abtreten.

VW stieg Anfang Dezember für 3,9 Mrd. Euro mit 49,9 Prozent beim Porsche-Sportwagengeschäft (Porsche AG) ein. Die Porsche- Dachgesellschaft Porsche SE hält ihrerseits knapp 51 Prozent an VW. Bis 2011 sollen die beiden Konzerne verschmelzen und Porsche zur zehnten Marke unter dem Dach von VW werden. (vin/sda)

Erstellt: 18.12.2009, 18:51 Uhr

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