«Keine Chance für weltweite Eigenkapitalregeln»

Aktualisiert am 16.03.2010

Der UBS-Chef Oswald Grübel hat sich in einem Interview zu den geforderten Sicherheitspuffern für Banken geäussert. Aber auch zu einem möglichen Verkauf des UBS-Investmentbankings in den USA.

Zweifelt an den Chancen von schärferen Vorschriften. UBS Chef Oswald Grübel.

Zweifelt an den Chancen von schärferen Vorschriften. UBS Chef Oswald Grübel.
Bild: Keystone

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Neue weltweite Regulierungen sollen dafür sorgen, dass die Banken im Fall einer weiteren Krise über ein höheres Sicherheitspolster verfügen. Konkret sollen Banken mehr Eigenkapital und Liquidität halten. Entsprechende Neuerungen sind bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Vorbereitung. Doch dadurch sinkt die Eigenkapitalrendite und die Finanzinstitute haben weniger Geld für ihre Geschäfte zur Verfügung. Wenn sie ohnehin davon ausgehen, im Krisenfall durch den Staat gerettet zu werden, haben sie wenig Anreize, für ein geringeres Risiko auf lukrative Deals zu verzichten. Dass die Banken gegen die Vorschriften opponieren werden, war daher zu erwarten.

Deshalb äusserte sich UBS-Chef Oswald Grübel in einem Gespräch mit der britischen «Financial Times» skeptisch über den Erfolg von solchen Vorschriften. Wie er dort sagte, werde vor allem von den Banken aus den USA und aus Grossbritannien Druck gegen die Regulierungen gemacht. «Ich denke nicht, dass die Auflagen eine Chance haben», erklärte er wörtlich. Für viele Banken seien die neuen Vorschriften zu streng um sie bis 2012 einzuführen. Wie dies die BIZ vorgesehen hat. Die Details dazu sind allerdings noch offen.

Schärfere Anforderungen in der Schweiz

Die Schweizer Aufsichtsbehörden haben ihre Mindestanforderungen bereits verschärft. Wenn jetzt weltweite Regulierungen in diesem Bereich einen Rückschlag erleiden würden, könnte dies dazu führen, dass die Schweizer Behörden unter Druck geraten, die strengeren inländischen Vorschriften wieder zu mildern. Die Schweizer Finanzinstitute würden wohl ins Feld führen, ansonsten auf den internationalen Märkten Konkurrenznachteilen ausgesetzt zu sein.

Im Gespräch mit der «Financial Times» hat Grübel auch zur UBS (UBSN 11.15 -0.89%) selber Stellung genommen. So hat er erklärt, dass die UBS das Geschäft in Asien mit der vermögenden Kundschaft stark ausbauen wolle – um insgesamt 40 Prozent. Grübel gab das Interview mit dem britischen Finanzblatt vor einer Reise in den Fernen Osten. Bei seinen Besuchen unter anderem in Tokyo und Singapur will er Topmanager der Bank treffen und die «Moral stärken».

Erfolgreiches Asiengeschäft

Im letzten Quartal war Asien die einzige Weltregion, die der UBS netto Geldzuflüsse bescherte. Die Imageprobleme, die die Schweizer Grossbank in der Schweiz und an anderen Orten plagen, zeigen sich dort weit weniger.

Auch zu den Gerüchten über einen möglichen Verkauf der Investmentbank in den USA nahm Grübel Stellung. Trotz all ihren Schwierigkeiten stehe ein solcher Schritt nicht zur Debatte. Wörtlich erklärte er, «es gibt kein ‚es funktioniert nicht’, denn es funktioniert. Ich bin nicht bekannt dafür, einen Plan B zu haben». (mdm)

Erstellt: 16.03.2010, 17:59 Uhr

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