Kraft Foods und Ketchup-Hersteller Heinz wollen fusionieren

Hochzeit zweier Branchenriesen: Die US-Lebensmittelkonzerne Heinz und Kraft fusionieren. Dabei mischt ein Schweizer an vorderster Front mit.

Heinz ist vor allem für sein Ketchup bekannt: Spezialflaschen mit dem Porträt von US-Milliardär Warren Buffet. (3. Mai 2014)

Heinz ist vor allem für sein Ketchup bekannt: Spezialflaschen mit dem Porträt von US-Milliardär Warren Buffet. (3. Mai 2014) Bild: Rick Wilking/Reuters

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Die neue Firma, künftig die Nummer drei auf dem US-Lebensmittelmarkt und die Nummer fünf weltweit, werde The Kraft Heinz Company heissen, teilten die beiden Unternehmen gemeinsam mit. Hinter dem Geschäft stehen unter anderem der US-Milliardär Warren Buffett und der schweizerisch-brasilianische Milliardär Jorge Paulo Lemann, der am Zürichsee lebt. Am fusionierten Unternehmen werden laut der Mitteilung die Heinz-Aktionäre einen Anteil von 51 Prozent halten, die übrigen 49 Prozent sollen bei den Kraft-Anteilseignern liegen. Heinz, Milliardär Buffett und der brasilianische Investmentfonds 3G Capital von Lemann werden demnach 10 Milliarden Dollar in den neuen Konzern investieren.

Dies soll die Zahlung einer Fusionsprämie von 16,50 Dollar pro Aktie an die Kraft-Aktionäre ermöglichen. Der Zusammenschluss soll umfangreiche Einsparungen bringen: Bis 2017 sollen sich diese auf 1,5 Milliarden Dollar summieren, wie es weiter hiess. Der neue Multi soll einen Umsatz von rund 28 Milliarden Dollar machen.

Schweizer beteiligt

Über das bevorstehende Zusammengehen vom Mayonnaisehersteller Kraft und dem vor allem für Ketchup bekannten Unternehmen Heinz hatte am Dienstag bereits das «Wall Street Journal» berichtet. In der Zeitung war allerdings von einer Übernahme von Kraft Foods durch 3G Capital die Rede.

Der brasilianische Fonds hatte Heinz im Jahr 2013 gemeinsam mit Buffetts Fonds Berkshire Hathaway für 23 Milliarden Dollar gekauft und von der Börse genommen. Die von Milliardär Lemann gegründete 3G Capital verfolgt eine aggressive Kaufstrategie in der Lebensmittelbranche. Der Fonds besitzt auch die US-Fast-Food-Kette Burger King, die wiederum im vergangenen Jahr den kanadischen Konkurrenten Tim Hortons übernahm.

«Das ist ein Geschäft nach meinem Geschmack», sagte Buffett laut Mitteilung. Allerdings müssen noch die Kraft-Aktionäre und die Wettbewerbshüter zustimmen. Wenn alles glatt läuft, soll die Fusion in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden.

Kraft Foods hatte zuletzt einen Börsenwert von rund 37 Milliarden Dollar und beschäftigt weltweit mehr als 22'000 Menschen. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz bei 18,2 Milliarden Dollar und damit in etwa auf Vorjahresniveau. Die Gruppe war im Jahr 2012 aus der Aufspaltung des gleichnamigen Lebensmittelriesen in Kraft Foods für das nordamerikanische Lebensmittelgeschäft und Mondelez für das internationale Geschäft samt aller Snacks und Süsswaren hervorgegangen. Zu Mondelez gehört unter anderem Toblerone. (thu/sda)

Erstellt: 25.03.2015, 13:30 Uhr

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